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Kalender

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Kalender
Worttrennung
Ka·len·der
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Kalenders (heutiges Verzeichnis und Zeitrechnung)
Plural
die Kalender (heutiges Verzeichnis und Zeitrechnung)

Gebrauch: Dativ Plural: den Kalendern. Die Tabellenformen gelten nur für das heutige Verzeichnis und die Zeitrechnung. Historische Sonderbedeutungen sind gesondert erklärt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kalender ist heute vor allem ein geordnetes Verzeichnis der Tage, Wochen und Monate oder ein System der Zeitrechnung. Es heißt der Kalender, des Kalenders und im Plural die Kalender. Seltene historische Bedeutungen müssen davon unterschieden werden: eine anatomische Benennung sowie zwei unterschiedliche Personenbezeichnungen.

Bedeutungen

Ein geordnetes Verzeichnis der Tage

Ein Kalender stellt die Tage, Wochen und Monate eines Jahres in zeitlicher Folge dar. Er kann etwa als einzelnes Blatt, Block, Heft oder Buch vorliegen und zusätzliche Angaben enthalten. Nicht jeder Kalender enthält dieselben Feiertage, Bilder oder Notizfelder.

„Mina legt den Kalender neben das Programmheft und markiert darin die Tage der Aufführungen.“

Gemeint ist ein benutzbares Verzeichnis. Die Aussage nennt noch keine bestimmte äußere Form oder Ausgabe.

Ein System zur Einteilung und Zählung der Zeit

Kalender bezeichnet auch die Zeitrechnung mithilfe von Einheiten wie Tag, Monat und Jahr. Der gregorianische und der julianische Kalender sind Namen unterschiedlicher Systeme. Diese Bedeutung meint eine Ordnung der Zeit und nicht ein einzelnes gedrucktes Exemplar.

„Der Unterrichtstext vergleicht die Datumsangaben zweier Kalender.“

Im beschriebenen Vergleich können verschiedene Systeme der Zeitrechnung gemeint sein. Für die genaue Umrechnung müssen die jeweiligen Regeln bekannt sein.

Historisch: eine Bezeichnung für den Blättermagen

In älteren tierkundlichen Texten kann Kalender den Blättermagen eines Wiederkäuers bezeichnen. Diese Benennung ist von einem Verzeichnis der Tage zu unterscheiden. Sie begegnet im anatomischen Wortfeld auch neben Buch und Psalter.

„Das historische Glossar erläutert Kalender an dieser Stelle als Blättermagen.“

Der Satz erklärt einen älteren Wortgebrauch. Er beschreibt weder einen Terminkalender noch eine Behandlung eines Tieres.

Historisch: eine besondere Derwischbezeichnung

Kalender beziehungsweise Kalenter begegnet in älteren deutschen Nachschlagewerken als Bezeichnung aus dem Umfeld der Derwische. Der historische Ausdruck ist nicht mit dem heutigen Alltagswort für ein Tagesverzeichnis gleichzusetzen.

„In der erfundenen historischen Erzählung begegnet die Reisegruppe einem Kalender, der als Derwisch beschrieben wird.“

Der Erzählzusammenhang macht die alte Personenbezeichnung verständlich. Daraus folgt keine allgemeine Aussage über heutige religiöse Gruppen.

Historisch: ein Mitglied einer Kalandvereinigung

In historischen Texten können Calender oder Calender-Herren Mitglieder einer religiös und karitativ geprägten Vereinigung bezeichnen. Die Zusammenkünfte waren mit dem Monatsersten verbunden. Diese Personenbezeichnung ist von der Derwischbezeichnung und vom Kalender als Verzeichnis zu trennen.

„Im erfundenen historischen Dialog wird ein Mitglied der Bruderschaft als Calender bezeichnet.“

Das Beispiel verwendet bewusst eine historische Bezeichnung. Calender ist hier nicht bloß ein Druckfehler für einen heutigen Terminkalender.

Synonyme: andere Wörter für Kalender

Für Termine: Terminkalender oder Terminplaner

Terminkalender · Terminplaner · Agenda

Diese Wörter können passen, wenn Termine festgehalten werden. Agenda ist in ihrer Buchbedeutung vergleichbar; als Tagesordnung oder Aufgabenbezeichnung meint sie etwas anderes.

„Sie trägt die Probe im Kalender ein.“ → „Sie trägt die Probe im Terminplaner ein.“

Die zweite Fassung hebt die Terminplanung hervor. Ein Kalender, der nur eine Jahresübersicht zeigt, erfüllt nicht zwingend dieselbe Funktion.

Gehoben oder älter: Jahrweiser

Jahrweiser · Jahresweiser

Jahrweiser ist eine gehobene, heute veraltete Bezeichnung für einen Kalender; auch Jahresweiser kommt vor. In einem gewöhnlichen heutigen Text ist Kalender meist verständlicher.

„Die Figur blättert im Jahrweiser.“ → „Die Figur blättert im Kalender.“

Die zweite Fassung modernisiert die Bezeichnung. Der bewusst altertümliche Ton der ersten geht dabei verloren.

Zeitrechnung und Verzeichnis auseinanderhalten

Zeitrechnung · Jahresübersicht

Zeitrechnung passt zum System, Jahresübersicht zu einer Darstellung. Die beiden Wörter sind deshalb keine überall austauschbaren Synonyme.

„Der Text erklärt den Kalender als Zeitrechnung.“ → „Der Text beschreibt einen Kalender als Jahresübersicht.“

Die zweite Fassung wechselt den Gegenstand der Beschreibung. Der Zusammenhang muss zeigen, welche Bedeutung gemeint ist.

Beispiele und Verwendung

Gegenstand und Inhalt unterscheiden

„Auf dem Kalender stehen die Wochentage; die eigenen Termine fehlen noch.“

Das Verzeichnis und die persönlichen Einträge sind verschieden. Ein vorhandener Kalender enthält nicht schon alle Termine seiner Nutzerin.

Eine Mehrzahl erkennen

„Die drei Kalender liegen nebeneinander auf dem Tisch.“

Hier werden einzelne Gegenstände gezählt. Die Mehrzahl hat dieselbe Wortform wie die Einzahl.

Den Dativ Plural verwenden

„In den Kalendern sind verschiedene Veranstaltungen vermerkt.“

Nach in steht hier der Dativ Plural den Kalendern. Gegenüber die Kalender ist ein n angefügt.

Grammatik und Beugung

Das heutige Substantiv für ein Tagesverzeichnis beziehungsweise eine Zeitrechnung ist maskulin: der Kalender. Der Genitiv Singular lautet des Kalenders, die Mehrzahl die Kalender. Nur im Dativ Plural wird ein n angefügt: den Kalendern. Die Tabelle zeigt diese heutige Formenreihe. Die oben erklärten historischen Benennungen sind davon getrennt zu lesen; ihre gesamte historische Beugung lässt sich aus dieser Tabelle nicht ablesen.

Kalender als heutiges Verzeichnis oder Zeitrechnung: die vier Fälle
FallSingularPlural
Nominativder Kalenderdie Kalender
Genitivdes Kalendersder Kalender
Dativdem Kalenderden Kalendern
Akkusativden Kalenderdie Kalender

Schreibweise und Worttrennung

Die heutige Worttrennung lautet in Einzahl und Mehrzahl Ka·len·der. Für das heutige Tagesverzeichnis schreibt man Kalender mit K. In historischen Texten kann Calender sowohl eine alte Schreibung als auch die oben erläuterte besondere Mitgliederbezeichnung sein. Die Bedeutung muss an der konkreten Stelle geprüft werden.

Redewendungen und feste Verbindungen

sich einen Tag im Kalender rot anstreichen

Einen Tag oder ein Ereignis als besondere Seltenheit vermerken; oft spöttisch.

„Als der sonst wortkarge Kollege eine lange Rede hält, sagt eine Figur, diesen Tag müsse sie sich im Kalender rot anstreichen.“

Die Wendung hebt das Ungewöhnliche hervor. Sie kann spöttisch gemeint sein und verlangt nicht, dass tatsächlich etwas rot markiert wird.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Zusammensetzungen wie Wandkalender, Taschenkalender und Abreißkalender benennen eine Ausführung genauer. Kalenderblatt bezeichnet einen Teil, Kalendereintrag eine festgehaltene Angabe. Das ähnliche Wort Kalander ist von Kalender zu unterscheiden.