Kanne
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kanne
- Worttrennung
- Kan·ne
- Artikel
- die Kanne
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Kanne
- Plural
- die Kannen
Gebrauch: Gefäß für Flüssigkeiten, auch eine Transportkanne; im Jazzjargon ein Saxofon. Die Pluralform bleibt in allen vier Fällen Kannen.
Definition · kurz erklärt
Eine Kanne ist ein Gefäß für Flüssigkeiten, besonders zum Ausgießen oder Transportieren. Im Jazzjargon kann damit auch ein Saxofon gemeint sein. Es heißt die Kanne, der Kanne und im Plural die Kannen.
Bedeutungen
Ein Gefäß zum Ausgießen
Eine Kanne besitzt typischerweise einen Henkel und einen Ausguss, häufig auch einen Deckel. Aus ihr werden Flüssigkeiten ausgegossen. Teekanne und Gießkanne benennen bestimmte Arten mit unterschiedlichen Aufgaben.
„Mila füllt die Tassen aus einer kleinen Kanne mit heißem Kakao.“
Das Gefäß ist die Kanne, der Kakao sein Inhalt. Aus dem Wort allein lässt sich weder das Material noch das genaue Fassungsvermögen ablesen.
Ein Behälter zum Transport von Flüssigkeiten
Eine Kanne kann auch ein meist zylindrischer Transportbehälter mit Deckel und beweglichem Henkel sein. Bekannt ist diese Bauart bei Milchkannen. Ein ausgeprägter Schnabel wie bei einer Teekanne ist damit nicht vorausgesetzt.
„Auf dem Hof werden zwei große Kannen mit Milch auf den Wagen geladen.“
Die Szene beschreibt Transportbehälter. Groß legt noch kein bestimmtes Volumen fest; dafür wäre eine zusätzliche Mengenangabe nötig.
Im Jazzjargon ein Saxofon
Unter Jazzmusizierenden kann Kanne ein Saxofon bezeichnen. Diese Benennung gehört zum Jargon und ist außerhalb des musikalischen Zusammenhangs leicht missverständlich.
„Nach der Probe packt der Saxofonist seine Kanne in den Instrumentenkoffer.“
Saxofonist und Instrumentenkoffer machen deutlich, dass ein Instrument gemeint ist. Ein Getränkebehälter wird in dieser Szene nicht eingepackt.
Synonyme: andere Wörter für Kanne
Kanne, Krug oder Karaffe?
Krug · Karaffe · Flüssigkeitsgefäß
Krug und Karaffe können im passenden Zusammenhang ähnliche Gefäße bezeichnen, legen aber jeweils eine bestimmte Gefäßart nahe. Flüssigkeitsgefäß erklärt den Zweck allgemeiner und sagt weniger über die Bauform.
„Die Kanne mit Wasser steht auf dem Tisch.“ → „Das Gefäß mit Wasser steht auf dem Tisch.“
Die zweite Fassung erhält Inhalt und Standort, lässt aber die kannentypische Gestalt offen. Ein Austausch durch Karaffe passt nur, wenn der Gegenstand tatsächlich diese Gefäßart ist.
Den Verwendungszweck ausdrücklich nennen
Teekanne · Kaffeekanne · Gießkanne · Milchkanne
Die Zusammensetzungen sind genauer als das Grundwort. Sie unterscheiden den vorgesehenen Inhalt oder die Aufgabe. Eine Kanne wird nicht allein durch die Aufschrift zum passenden Ersatz für jeden anderen Kannentyp.
„Die Kanne für den Tee steht auf dem Tablett.“ → „Die Teekanne steht auf dem Tablett.“
Beide Sätze benennen dasselbe Gefäß mit demselben Zweck. Die Gießkanne steht auf dem Tablett würde einen anderen Gegenstand beschreiben.
Das Instrument ohne Jargon benennen
Saxofon
In einem eindeutig musikalischen Zusammenhang lässt sich Kanne durch Saxofon ersetzen. Die neutrale Instrumentenbezeichnung ist auch ohne Kenntnis des Jazzjargons verständlich.
„Er stimmt seine Kanne vor dem Auftritt.“ → „Er stimmt sein Saxofon vor dem Auftritt.“
Die Handlung bleibt gleich. Mit dem Ersatz ändern sich auch die grammatischen Begleiter: seine Kanne, aber sein Saxofon.
Beispiele und Verwendung
Eine Kanne als Mengenangabe
„Für die Gäste kochte Sara noch eine Kanne Kaffee.“
Gemeint ist eine Menge Kaffee, die eine Kanne füllt. Kanne ist hier keine festgelegte Maßeinheit und sagt nicht, wie viele Tassen eingeschenkt werden können.
Den Inhalt nicht mit dem Gefäß verwechseln
„Der Tee ist kalt, aber die Kanne ist unbeschädigt.“
Kalt beschreibt das Getränk, unbeschädigt den Gegenstand. Diese Eigenschaften beantworten verschiedene Fragen.
Mehrere Gefäße benennen
„Aus den beiden Kannen schenkt Amir abwechselnd Wasser und Saft ein.“
Aus den Kannen steht im Dativ Plural. Der unterschiedliche Inhalt wird ausdrücklich ergänzt; die Mehrzahl allein sagt darüber nichts aus.
Grammatik und Beugung
Kanne ist ein feminines Nomen. Im Singular bleibt das Wort in allen Fällen unverändert. Der Plural erhält n: Kannen. Diese Form bleibt auch im Dativ erhalten: mit den Kannen, ohne zusätzliches n. Die Gefäß- und die Jazzbedeutung verwenden dieselben Formen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Kanne | die Kannen |
| Genitiv | der Kanne | der Kannen |
| Dativ | der Kanne | den Kannen |
| Akkusativ | die Kanne | die Kannen |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Kan·ne, im Plural Kan·nen. Das doppelte n bleibt erhalten. Die Verkleinerungsform heißt Kännchen mit Umlaut.
Redewendungen und feste Verbindungen
Volle Kanne
Volle Kanne bedeutet umgangssprachlich mit sehr hoher Kraft, Geschwindigkeit, Leistung oder Intensität.
„Beim letzten Refrain sang das ganze Publikum volle Kanne mit.“
Die Wendung verstärkt hier die Intensität des Mitsingens. Sie ist bildhaft und enthält keine Aussage über ein tatsächlich gefülltes Gefäß.
Es gießt wie aus Kannen
Die umgangssprachliche Wendung beschreibt sehr starken Regen. Auch es gießt wie mit Kannen ist gebräuchlich.
„Kaum waren wir am Ausgang, goss es wie aus Kannen.“
Das Bild macht den Regen anschaulich. Eine genaue Niederschlagsmenge lässt sich daraus nicht ableiten.
In die Kanne steigen
Im Verbindungswesen kann die Wendung bedeuten, sein Bier auszutrinken. Allgemeiner wird sie umgangssprachlich für starkes Alkoholtrinken gebraucht.
„Im Roman heißt es, die Gäste seien nach dem Fest noch einmal in die Kanne gestiegen.“
Das Beispiel verwendet die allgemeinere Bedeutung. Im engeren Verbindungsgebrauch könnte ein Satz wie Er stieg in die Kanne und trank sein Bier aus das Austrinken bezeichnen. Der Ausdruck ist keine neutrale Mengenangabe.
Eine heiße oder stolze Kanne blasen
Damit wird umgangssprachlich gelobt, dass jemand hervorragend Saxofon spielt, etwa in einer Jazzband.
„Die Konzertbesucherin schwärmt: ‚Heute hat er wieder eine heiße Kanne geblasen.‘“
Heiß bewertet hier das Spiel; es beschreibt keine hohe Temperatur des Instruments. Die Wendung setzt den musikalischen Zusammenhang voraus.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Kannenweise bezeichnet eine Menge in mehreren Kannen oder bildhaft eine große Flüssigkeitsmenge. Die Zusammensetzungen Teekanne, Gießkanne und Milchkanne behalten das Grundwort Kanne, erläutern aber jeweils dessen Gebrauch.
