Kompensation
Form & Grammatik
- Lemma
- die Kompensation
- Wortart
- Substantiv, Femininum
- Worttrennung
- Kom·pen·sa·ti·on
- Genitiv
- der Kompensation
- Plural und Gebrauch
- die Kompensationen; mehrere Ausgleichsvorgänge oder ausgleichende Maßnahmen.
Definition · kurz erklärt
Kompensation bedeutet Ausgleich. Ein Nachteil, Mangel oder unerwünschter Einfluss wird durch etwas anderes aufgefangen; die ursprüngliche Ursache muss dadurch nicht verschwinden.
Bedeutungen
Einen Nachteil ausgleichen
Eine Kompensation setzt zwei Seiten in Beziehung: einen Nachteil und etwas, das ihn ausgleichen soll. Sie kann eine Maßnahme, einen Vorgang oder dessen ausgleichende Wirkung bezeichnen.
„Als Kompensation für den späteren Beginn bietet das Museum eine zusätzliche Führung an.“
Die Führung soll den Nachteil abmildern. Sie macht die Verzögerung nicht rückgängig und muss nicht alle Besuchenden zufriedenstellen.
Ein Verhältnis von Vor- und Nachteil
Fachlich kann Kompensation eine gegenläufige Wirkung bezeichnen. Im Schach kann etwa Bewegungsfreiheit als Ausgleich für einen materiellen Nachteil bewertet werden. In technischen Zusammenhängen können unerwünschte Einflüsse durch gegenläufige Maßnahmen ausgeglichen werden.
„Der Bericht sieht die größere Bewegungsfreiheit als Kompensation für den verlorenen Bauern.“
Ein Vorteil wird einem Nachteil gegenübergestellt. Ein sicherer Partiegewinn folgt daraus nicht.
Funktionelle oder psychologische Ausgleichsvorgänge
In der Medizin kann Kompensation einen funktionellen Ausgleich verminderter Leistung meinen. In psychologischen Zusammenhängen kann ein als mangelhaft empfundener Bereich durch Leistungen oder Verhalten in einem anderen Bereich ausgeglichen werden. Die genaue Erklärung gehört zum jeweiligen Fachzusammenhang.
„Der Fachtext beschreibt einen Vorgang als Kompensation einer Einschränkung.“
Die allgemeine Bezeichnung nennt noch nicht den Mechanismus. Sie genügt nicht, um das Verhalten einer bestimmten Person psychologisch zu erklären.
Kompensation: Synonyme und andere Wörter
Allgemein verständlicher formulieren
Ausgleich · ausgleichende Maßnahme
Ausgleich ist häufig der einfachste Ersatz. Eine ausgleichende Maßnahme benennt besonders das Handeln. Gegenleistung passt nur, wenn tatsächlich eine Leistung im Austausch erbracht wird.
„Die Zusatzberatung dient als Kompensation für die kürzere Kurszeit.“ – „Die Zusatzberatung soll die kürzere Kurszeit ausgleichen.“ Die zweite Fassung benennt Zweck und Handlung direkt.
Verlust und Ersatz
Entschädigung passt zu einem erlittenen Nachteil oder Schaden. Ersatz kann bedeuten, dass Fehlendes durch etwas anderes ersetzt wird. Kompensation muss weder eine Geldzahlung noch gleichartigen Ersatz bezeichnen.
„Als Kompensation erhält sie einen Ersatztermin.“ – „Zum Ausgleich erhält sie einen Ersatztermin.“ Beide Sätze sagen nichts über eine Geldzahlung.
Beispiele und Verwendung
Ein Museum öffnet wegen eines Umbaus später. Die zusätzliche Abendführung soll die Verzögerung ausgleichen. Ein präziser Bericht nennt diesen Bezug und trennt die Absicht vom tatsächlichen Nutzen für die Besuchenden.
Auch wirtschaftliche Fachtexte verwenden Kompensation für bestimmte Ausgleichs- oder Verrechnungsvorgänge. Ihre konkrete Ausgestaltung ergibt sich nicht aus der allgemeinen Wortbedeutung. Hilfreich bleiben die Fragen: Was wird ausgeglichen, und wodurch?
Grammatik und Beugung
Es heißt die Kompensation, der Kompensation und im Plural die Kompensationen. Der Singular kann einen allgemeinen Ausgleichsvorgang meinen. Der Plural unterscheidet mehrere Maßnahmen oder Vorgänge; im Dativ tritt kein weiteres n hinzu: mit den Kompensationen.
Als Kompensation für die Einschränkung steht mit für und Akkusativ. Zur Kompensation eines Nachteils enthält einen Genitiv. Das Verb kompensieren bezeichnet das Ausgleichen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Kompensation | die Kompensationen |
| Genitiv | der Kompensation | der Kompensationen |
| Dativ | der Kompensation | den Kompensationen |
| Akkusativ | die Kompensation | die Kompensationen |
Herkunft
Kompensation geht auf lateinisch compensatio für „Ausgleichung“ oder „Gegenzählung“ zurück. Zur selben Wortfamilie gehört compensare.
