Konstatierung
Form & Grammatik
- Stichwort
- Konstatierung
- Worttrennung
- Kon·sta·tie·rung
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Konstatierung
- Plural
- die Konstatierungen
Gebrauch: bildungssprachlich; das Feststellen oder ausdrückliche Festhalten eines Sachverhalts.
Definition · kurz erklärt
Konstatierung bezeichnet das Feststellen oder ausdrückliche Festhalten eines Sachverhalts. Das bildungssprachliche Nomen gehört zum Verb konstatieren. Es sagt allein noch nicht, wie eine Feststellung geprüft wurde.
Bedeutungen
1 Einen Sachverhalt feststellen oder festhalten
Eine Konstatierung kann auf eine Beobachtung oder Prüfung zurückgehen und den Sachverhalt ausdrücklich benennen. Der Zusammenhang sollte erkennen lassen, wer etwas feststellt und worauf diese Aussage beruht. Das förmliche Wort ersetzt keine Begründung.
„Die Konstatierung, dass zwei Kellertüren nicht beschriftet sind, eröffnet Inas Übergabeprotokoll für das Haus.“
Ina hält einen konkret überprüfbaren Zustand fest. Warum die Schilder fehlen und wer sie anbringen soll, ist mit dieser Feststellung noch nicht geklärt.
Synonyme: andere Wörter für Konstatierung
Konstatierung oder Feststellung?
Feststellung · Festhalten eines Sachverhalts
Feststellung ist meist die geläufigere Alternative. Konstatierung wirkt bildungssprachlich. Beobachtung hebt das Wahrnehmen hervor, Erklärung dagegen einen begründeten Zusammenhang; eine Erklärung ist nicht mit jeder Feststellung schon gegeben.
„Das Protokoll beginnt mit der Konstatierung, dass die Türschilder fehlen“ lässt sich hier mit „der Feststellung, dass die Türschilder fehlen“ wiedergeben. „Das Protokoll erklärt, warum die Schilder fehlen“ würde zusätzlich eine Ursache nennen.
Die Benennung eines Zustands und die Erklärung seiner Ursache bleiben verschiedene Leistungen.
Eine Feststellung nicht zur Handlung umdeuten
feststellen · festhalten · benennen
Ein Verb kann die handelnde Person deutlicher zeigen. Konstatierung kann dagegen den Vorgang selbst in den Mittelpunkt rücken. Eine verlangte Maßnahme muss zusätzlich ausgesprochen werden.
„Ina konstatiert zwei fehlende Türschilder“ benennt ihre Feststellung unmittelbar. „Ina verlangt zwei neue Türschilder“ formuliert eine Forderung.
Das Verlangen folgt nicht allein aus dem Feststellen.
Beispiele und Verwendung
Feststellen und Beheben trennen
„Bei der bloßen Konstatierung der fehlenden Schilder bleibt es zunächst; erst später wird ein Beschriftungstermin vereinbart.“
Der zweite Teil beschreibt den Übergang zu einer Maßnahme. Die erste Feststellung hat den Zustand noch nicht verändert.
Die Aussage zuordnen
„Der Hausmeister widerspricht Inas Konstatierung: Eines der Schilder sei nur von einem abgestellten Brett verdeckt.“
Der Widerspruch bietet eine überprüfbare andere Beobachtung. Der förmliche Ausdruck macht die ursprüngliche Aussage nicht automatisch unangreifbar.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Konstatierung. Das Nomen ist feminin. Der Genitiv Singular lautet der Konstatierung, ohne Genitiv-s.
Der Plural heißt die Konstatierungen, im Dativ den Konstatierungen. An den vorhandenen Pluralausgang wird kein weiteres n angehängt.
Bei die Konstatierung, dass zwei Schilder fehlen nennt der dass-Satz den festgehaltenen Inhalt. Das Verb konstatieren hat eine eigene Beugung und gehört nicht in die Kasustabelle des Nomens.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Konstatierung | die Konstatierungen |
| Genitiv | der Konstatierung | der Konstatierungen |
| Dativ | der Konstatierung | den Konstatierungen |
| Akkusativ | die Konstatierung | die Konstatierungen |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Kon·sta·tie·rung. Das Nomen wird großgeschrieben. Die Schreibung mit ie bleibt auch im Plural Konstatierungen erhalten.
