Krise
Form & Grammatik
- Stichwort
- Krise
- Worttrennung
- Kri·se
- Artikel
- die Krise
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Krise
- Plural
- die Krisen
Das Substantiv ist feminin: die Krise. Der Plural lautet Krisen. Im Singular verändert sich das Wort nicht; Artikel und Begleiter zeigen den Fall. Im Dativ Plural steht bereits ein n am Wortende, sodass kein weiteres hinzukommt.
Krise: Eine Krise ist eine schwierige, zugespitzte Lage, in der bisherige Lösungen nicht ausreichen und eine wichtige Entwicklung auf dem Spiel steht.
- Eintrag
- Krise
- Wortart / Thema
- Substantiv
Was bedeutet Krise?
Eine Krise kann einen Menschen, eine Beziehung, eine Organisation oder eine ganze Gesellschaft betreffen. Entscheidend ist die besondere Belastung: Gewohnte Abläufe tragen nicht mehr zuverlässig, Entscheidungen werden dringlich oder die weitere Entwicklung ist ungewiss. Das Wort bedeutet deshalb mehr als eine kleine Unannehmlichkeit.
Eine persönliche Krise betrifft beispielsweise das Selbstverständnis oder die Lebensplanung. Bei einer Wirtschaftskrise geraten wirtschaftliche Zusammenhänge unter erheblichen Druck. Eine Vertrauenskrise besteht darin, dass Beteiligte einander oder einer Einrichtung nicht mehr ausreichend vertrauen. Die Zusammensetzung benennt also häufig den betroffenen Bereich, nicht bereits die Ursache.
Im Erzählen kann eine Krise einen Wendepunkt vorbereiten. Sie muss aber weder mit dem Höhepunkt einer Handlung noch mit einer Katastrophe zusammenfallen. Eine schwierige Entscheidung kann eine Krise beenden, verschärfen oder erst sichtbar machen.
Schreibweise und typische Stolperstellen
Richtig ist Krise mit einem s. Die Schreibweise „Kriese“ ist falsch, obwohl das i lang gesprochen wird. Das zugehörige Adjektiv lautet krisenhaft; kritisch kann ebenfalls eine bedenkliche Lage bezeichnen, hat aber weitere Bedeutungen.
Zusammensetzungen wie Krisengespräch, Krisenbewältigung und Krisenzeit werden zusammengeschrieben. „In der Krise“ und „aus einer Krise“ bleiben Wortgruppen.
Synonyme für Krise: passend zum Zusammenhang
Krise bezeichnet eine zugespitzte Belastung, bei der eine weitere Entwicklung auf dem Spiel steht. Das Wort ist stärker als ein gewöhnliches Problem. Eine Ersatzbezeichnung kann die akute Bedrängnis, die schwierige Entscheidung oder den drohenden Zusammenbruch hervorheben. Sie sollte jedoch keine bestimmte Ursache ergänzen, die im Text gar nicht genannt wird.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| Notlage | unmittelbare Bedrängnis | Betont den dringenden Unterstützungsbedarf oder fehlende Mittel. Nicht jede Krise ist bereits eine akute Notlage. |
| Schwierigkeit | einzelne Probleme und Hindernisse | Ist deutlich weiter und meist schwächer. Damit kann die besondere Zuspitzung einer Krise verloren gehen. |
| Engpass | fehlende Zeit, Mittel oder Kapazitäten | Passt nur, wenn ein begrenztes Angebot das Problem bildet; eine Vertrauenskrise ist mehr als ein Mengenproblem. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Der Betrieb gerät wegen fehlender Bauteile in eine Krise.“
Alternative: „Der Betrieb hat wegen fehlender Bauteile einen Engpass.“
Engpass benennt die knappen Mittel konkreter, schwächt aber die mögliche Bedrohung des ganzen Betriebs ab. Die beiden Fassungen sind nur bei entsprechend begrenztem Ausmaß ähnlich.
Ausgangssatz: „Nach dem Verlust der Unterkunft befindet sich die Familie in einer Krise.“
Alternative: „Nach dem Verlust der Unterkunft befindet sich die Familie in einer Notlage.“
Notlage hebt hier die unmittelbare Bedrängnis hervor. Krise kann zusätzlich die längerfristige Unsicherheit und die notwendige Neuorientierung umfassen.
Hier passt der Austausch nicht: Konflikt ist nicht automatisch Krise. Unterschiedliche Interessen können in geordneten Verfahren ausgehandelt werden. Erst wenn wichtige Grundlagen oder Entwicklungsmöglichkeiten ernsthaft unter Druck geraten, passt die stärkere Bezeichnung.
Eine Zusammensetzung wie Vertrauenskrise oder Versorgungskrise grenzt den Bereich ein. Sie erklärt noch nicht, wodurch die Lage entstanden ist. Für eine überzeugende Darstellung sollten deshalb Auslöser, gefährdete Grundlage und sichtbare Folgen getrennt benannt werden.
Grammatik und Formen
Das Substantiv ist feminin: die Krise. Der Plural lautet Krisen. Im Singular verändert sich das Wort nicht; Artikel und Begleiter zeigen den Fall. Im Dativ Plural steht bereits ein n am Wortende, sodass kein weiteres hinzukommt.
Deklination von Krise
Das Substantiv ist feminin: die Krise. Der Plural lautet Krisen. Im Singular verändert sich das Wort nicht; Artikel und Begleiter zeigen den Fall. Im Dativ Plural steht bereits ein n am Wortende, sodass kein weiteres hinzukommt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Krise | die Krisen |
| Genitiv | der Krise | der Krisen |
| Dativ | der Krise | den Krisen |
| Akkusativ | die Krise | die Krisen |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Persönliche Entwicklung
„Nach dem unerwarteten Schulwechsel gerät Mira in eine Krise, weil ihr bisheriger Freundeskreis wegfällt.“
Der Satz nennt eine einschneidende Veränderung und ihre Bedeutung für die Figur. Er stellt keine psychologische Diagnose.
Zusammenarbeit
„Der Streit über die gemeinsame Finanzierung löst im Verein eine Krise aus.“
Die Unstimmigkeit betrifft eine Grundlage der Zusammenarbeit und wird deshalb stärker gewichtet als ein gewöhnlicher Meinungsunterschied.
Literarische Analyse
„Die Krise der Figur wird daran sichtbar, dass sie zwischen ihren Überzeugungen und dem eigenen Handeln nicht mehr vermitteln kann.“
Hier wird der abstrakte Begriff durch einen konkreten inneren Widerspruch erläutert.
Passend und verständlich verwenden
Frage beim Schreiben: Was ist gefährdet, wodurch spitzt sich die Lage zu und woran erkennt man das? „Das Unternehmen steckt in einer Krise“ bleibt allgemein. „Wegen ausbleibender Aufträge kann das Unternehmen seine laufenden Ausgaben kaum decken“ erklärt die Lage genauer.
Problem ist der weitere Begriff; ein einzelnes Problem muss keine Krise auslösen. Konflikt betont gegensätzliche Interessen. Notlage hebt unmittelbare Bedrängnis hervor. Katastrophe bezeichnet ein besonders schweres Unglück oder Ergebnis. Verwende diese Wörter deshalb nicht automatisch austauschbar.
Für eine Figurenanalyse ist „Krise“ ein Deutungsbegriff, der Belege braucht. Beschreibe erst die beobachtbaren Veränderungen und erläutere anschließend, weshalb sie für die Figur eine entscheidende Belastung bilden.
