Kunstbanausin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kunstbanausin
- Worttrennung
- Kunst·ba·nau·sin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Kunstbanausin
- Plural
- die Kunstbanausinnen
Abwertende Personenbezeichnung; nennt den Bereich Kunst ausdrücklich.
Kunstbanause ist die verwandte maskuline Personenbezeichnung, keine Kasusform.
Im Plural kommt gegenüber Kunstbanausin die Endung -nen hinzu.
Definition · kurz erklärt
Eine Kunstbanausin ist eine Frau, der fehlendes Verständnis für Kunst zugeschrieben wird. Das Nomen ist abwertend. Es nennt ein Urteil über eine Person und ist keine neutrale Angabe zu einem Beruf oder Bildungsabschluss.
Bedeutungen
1 Fehlendes Kunstverständnis vorwerfen
Wer eine Frau Kunstbanausin nennt, spricht ihr Verständnis für Kunst ab. Der Bestandteil Kunst grenzt den Vorwurf auf diesen Bereich ein. Geringes Interesse an einem bestimmten Bild oder einer Musikrichtung beweist für sich noch kein allgemeines Unverständnis.
„Die Erzählerin nennt die Jurorin eine Kunstbanausin, weil diese ein Gedicht nur nach seiner Länge beurteilt.“
Im eigenen Beispiel ist die Bezeichnung der Erzählerin zugeordnet. Ob das Gedicht gelungen ist und welche Maßstäbe die Jurorin tatsächlich anlegt, muss am übrigen Text geprüft werden.
Kunstbanausin: Synonyme und andere Wörter
Kunstbanausin oder Banausin?
Banausin kann den Vorwurf weiter auf Kunst, Kultur oder geistige Fragen beziehen. Kunstbanausin benennt den Kunstbezug ausdrücklich; die herabsetzende Wertung bleibt erhalten.
„Sie nennt die Jurorin eine Kunstbanausin“ lässt sich mit „Sie wirft ihr fehlendes Kunstverständnis vor“ erläutern.
Die Umschreibung erklärt die Aussage der sprechenden Figur. Sie bestätigt deren Urteil nicht automatisch als sachlichen Befund.
Eine Personenbezeichnung und eine Beobachtung unterscheiden
Kunstbanause ist die verwandte maskuline Bezeichnung. Kunstunverständige Frau erklärt den Vorwurf; an dieser Kunstform wenig interessiert beschreibt dagegen zunächst eine begrenzte Haltung.
„Sie mag diese Gedichtform nicht“ sagt weniger über die Person als „Sie ist eine Kunstbanausin“.
Eine andere Vorliebe, fehlende Kenntnis und fehlendes Verständnis sind unterschiedliche Aussagen. Für eine genaue Beschreibung sollte der tatsächlich beobachtete Punkt genannt werden.
Beispiele und Verwendung
„Die Figur nennt sich nach ihrem ersten Museumsbesuch scherzhaft eine Kunstbanausin und bittet um eine Erklärung.“
Die Selbstbezeichnung kann Unsicherheit oder Selbstironie ausdrücken. Die Bitte um Erklärung spricht nicht dafür, dass die Figur jedes Interesse an Kunst ablehnt.
„Im Kommentar der Erzählerin steht Kunstbanausin; im wiedergegebenen Gespräch stellt die Jurorin eine konkrete Frage zur Form.“
Eine Analyse kann beide Textstellen vergleichen. Sie übernimmt die Erzählerwertung nicht unbemerkt als feststehende Eigenschaft der Jurorin.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Kunstbanausin, im Genitiv der Kunstbanausin und im Plural die Kunstbanausinnen. Das Nomen ist feminin. Seine Worttrennung lautet Kunst·ba·nau·sin. Die Singularform bleibt in allen vier Fällen gleich; Artikel und Zusammenhang zeigen den Kasus. In mit der Kunstbanausin steht Dativ Singular, in mit den Kunstbanausinnen Dativ Plural. Gegenüber Kunstbanausin wird im Plural -nen angefügt. Die verwandte Form Kunstbanause ist ein anderes Personenlemma, kein Genitiv oder Plural dieses Wortes.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Kunstbanausin | die Kunstbanausinnen |
| Genitiv | der Kunstbanausin | der Kunstbanausinnen |
| Dativ | der Kunstbanausin | den Kunstbanausinnen |
| Akkusativ | die Kunstbanausin | die Kunstbanausinnen |
