Landstreicher
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Landstreicher
- Worttrennung
- Land·strei·cher
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Landstreichers
- Plural
- die Landstreicher
Gebrauch: Personenbezeichnung für einen umherziehenden Menschen meist ohne festen Wohnsitz. Nicht pauschal mit Wohnungslosigkeit, Wandern oder einem bestimmten Charakter gleichsetzen.
Definition · kurz erklärt
Ein Landstreicher ist ein Mensch, der ohne dauerhaften Aufenthalt von Ort zu Ort zieht und meist keinen festen Wohnsitz hat. Das Wort begegnet besonders auch in erzählenden Texten. Es beschreibt nicht automatisch alle Menschen ohne Wohnung oder jede Person auf einer Wanderung.
Bedeutungen
Bei der Bezeichnung stehen das Umherziehen und die fehlende feste Bindung an einen Wohnort im Vordergrund. Warum eine Person so lebt, sagt das Wort allein nicht. Ein Text kann eine Notlage, eine bewusste Entscheidung oder andere Gründe schildern; diese dürfen nicht ohne Beleg ergänzt werden.
Auch die Haltung der erzählenden Person ist wichtig. Eine Geschichte kann das Leben unterwegs als frei darstellen oder dessen Schwierigkeiten betonen. Beides ist eine bestimmte Darstellung und folgt nicht schon zwingend aus dem Nomen.
Eine genaue Charakterisierung beschreibt deshalb, woher die Figur kommt, wie sie unterkommt und welche Handlungen sie tatsächlich ausführt. Armut, fehlender Wohnsitz und persönliche Eigenschaften sind unterschiedliche Angaben. Weder Kriminalität noch Hilfsbereitschaft lässt sich aus dieser Personenbezeichnung allein ableiten.
Landstreicher: Synonyme und andere Wörter
Das Umherziehen erläutern
Vagabund · umherziehender Mensch ohne festen Wohnsitz
Vagabund kann ähnlich auf ein Leben ohne festen Aufenthalt verweisen und wirkt ebenfalls erzählerisch. Die konkrete Umschreibung ist genauer, wenn eine sachliche Beschreibung gebraucht wird.
„Die Erzählung folgt einem Landstreicher von Dorf zu Dorf.“ → „Die Erzählung folgt einem Mann ohne festen Wohnsitz von Dorf zu Dorf.“
Die zweite Fassung nennt Lebensumstände unmittelbarer. Sie ergänzt keine Ursache für diese Lebensweise.
Ähnliche Bezeichnungen auseinanderhalten
Wohnungsloser · Wanderer · Reisender
Diese Wörter sind keine vollständigen Synonyme. Eine wohnungslose Person muss nicht umherziehen. Ein Wanderer oder Reisender kann eine feste Wohnung haben und nur vorübergehend unterwegs sein.
„Er wandert seit drei Tagen durch das Gebirge“ reicht nicht als Begründung, ihn Landstreicher zu nennen.
Der Satz nennt eine Tätigkeit und Dauer, aber noch keine dauerhafte Wohn- oder Lebenssituation.
Verwendung und Beispiele
„Der Landstreicher zieht im Roman von Dorf zu Dorf und sucht für jede Nacht eine neue Unterkunft.“
Die Handlung zeigt die gemeinte Lebensweise. Über seine Beweggründe ist damit noch nichts Sicheres gesagt.
„Die Erzählerin übernimmt zunächst das abwertende Urteil der Dorfbewohner und zeigt später, wie die als Landstreicher bezeichnete Figur anderen hilft.“
Der Text kann eine frühe Bewertung korrigieren. Eine Analyse sollte Bezeichnung, Perspektive und Handlung getrennt untersuchen.
Grammatik
Es heißt der Landstreicher, Genitiv des Landstreichers. Im Plural bleibt die Grundform zunächst gleich: die Landstreicher. Der Dativ Plural lautet den Landstreichern. Die feminine Personenbezeichnung Landstreicherin ist ein eigenes Wort und keine Kasusform des maskulinen Hauptlemmas. Die Worttrennung lautet Land·strei·cher. In mit einem Landstreicher steht dagegen der Singular im Dativ; dort wird kein zusätzliches n angehängt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Landstreicher | die Landstreicher |
| Genitiv | des Landstreichers | der Landstreicher |
| Dativ | dem Landstreicher | den Landstreichern |
| Akkusativ | den Landstreicher | die Landstreicher |
