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Löffel

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Löffel
Worttrennung
Löf·fel
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Löffels
Plural
die Löffel; Dativ den Löffeln

Löffel als Instrument ist medizinisch; die Ohrenbedeutung gehört zur Jägersprache. Übertragene Wendungen können salopp oder ironisch sein.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Löffel dient zum Aufnehmen oder Bewegen von Speisen und Flüssigkeiten. In der Medizin kann das Wort ein löffelartiges Instrument bezeichnen. Die Löffel eines Hasen sind dagegen seine Ohren.

Bedeutungen

1 Ein Gerät zum Essen und Rühren

Am Stiel eines Löffels sitzt eine schalenförmige Vertiefung. Darin lassen sich etwa Suppe oder kleine Mengen einer Zutat aufnehmen. Zum Rühren kann der Löffel ebenfalls benutzt werden.

„Neben der Suppenschale liegt ein hölzerner Löffel.“

Der Satz nennt ein Essgerät. Das Material Holz ist eine zusätzliche Angabe; Löffel bedeutet nicht ausschließlich Metallgerät.

2 Eine Menge mit dem Gerät angeben

In einer Mengenangabe kann Löffel für den damit aufgenommenen Inhalt stehen. Für eine genaue Angabe helfen Größe und Füllweise: gestrichen, gehäuft oder voll.

„Sie gibt einen gestrichenen Löffel Zucker in die Schüssel.“

Gemeint ist der Inhalt des Geräts. Ein genaues Gewicht ist allein dadurch nicht festgelegt.

3 Ein medizinisches Instrument

Im medizinischen Gebrauch kann Löffel eine Kürette bezeichnen. Die Ähnlichkeit betrifft die löffelartige Form des Instruments; es handelt sich nicht um gewöhnliches Essbesteck.

„Das Inventarverzeichnis führt den Löffel unter den medizinischen Instrumenten.“

Der fachliche Zusammenhang bestimmt die Lesart. Der Satz beschreibt keine Anwendung am Körper.

4 Die Ohren von Hase und Kaninchen

In der Jägersprache heißen die Ohren von Hasen und Kaninchen Löffel. Dieser besondere Wortgebrauch ist ein Beispiel für Fachsprache und Jargon.

„Im Tiertext richtet das Kaninchen seine Löffel auf.“

Gemeint sind Körperteile, nicht Gegenstände. Die Tierart macht den Ausdruck verständlich.

Löffel: Synonyme und andere Wörter

Das Essgerät genauer benennen

Esslöffel und Teelöffel grenzen die Art des Geräts ein. Sie ersetzen Löffel nur, wenn diese genauere Angabe tatsächlich zutrifft. Besteck ist ein Sammelbegriff und kann weitere Geräte umfassen.

„Sie legt einen Löffel neben den Teller“ lässt die Größe offen; „einen Teelöffel“ legt sie enger fest.

Die genauere Bezeichnung fügt eine sachliche Einschränkung hinzu.

Löffel oder Ohren?

Bei Hasen und Kaninchen ist Ohren die allgemein verständliche Alternative. Horcher klingt salopp und passt nicht in jeden Tiertext.

„Das Kaninchen hebt die Ohren“ ist außerhalb der Jägersprache leichter verständlich als „es hebt die Löffel“.

Der Wechsel macht die Fachbezeichnung allgemein zugänglich; das Essgerät ist davon unabhängig.

Beispiele und Verwendung

„Mit dem kleinen Löffel rührt sie den Kakao um.“

Das Gerät ist ein Hilfsmittel für eine Tätigkeit; sein Material bleibt offen.

„In der Schublade liegen sechs Löffel.“

Der Nominativ Plural sieht genauso aus wie das Grundwort. Die Zahl sechs und das Verb liegen zeigen hier die Mehrzahl.

„Mit den Löffeln klopfen die Kinder einen Rhythmus.“

Den Löffeln ist Dativ Plural mit n. Die Gegenstände werden hier als Klangerzeuger verwendet, ohne eine neue allgemeine Wortbedeutung vorauszusetzen.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Löffel, des Löffels und die Löffel. Das Nomen ist maskulin.

Im Dativ Plural lautet die Form den Löffeln. Der Umlaut ö bleibt in allen Formen erhalten. Worttrennung: Löf·fel.

Löffel: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativder Löffeldie Löffel
Genitivdes Löffelsder Löffel
Dativdem Löffelden Löffeln
Akkusativden Löffeldie Löffel

Den Löffel abgeben

Die saloppe Wendung bedeutet sterben. Sie kann sehr beiläufig oder respektlos wirken und passt deshalb nicht zu jeder Situation.

„Im derben Dialog befürchtet die Figur, bald den Löffel abzugeben.“

Das eigene Beispiel kennzeichnet die Wortwahl der Figur. Es beschreibt keinen tatsächlichen Austausch von Besteck.

Die Weisheit mit Löffeln gefressen haben

Die umgangssprachliche, oft ironische Wendung unterstellt einer Person, sich für besonders klug zu halten. Mit einer Verneinung kann sie auch mangelnde Klugheit verspotten.

„Du hast die Weisheit wohl mit Löffeln gefressen“, entgegnet die genervte Figur ihrem besserwisserischen Gegenüber.

Die Ironie entsteht im Gespräch. Der Satz liefert keine neutrale Einschätzung von Wissen oder Fähigkeiten.

Mit einem silbernen Löffel im Mund geboren sein

Die umgangssprachliche Wendung bezeichnet eine Herkunft aus wohlhabenden Verhältnissen. Auch goldener Löffel ist gebräuchlich.

„Anders als seine Freunde sei er mit einem silbernen Löffel im Mund geboren“, erklärt die Erzählerin.

Gemeint ist die wirtschaftliche Ausgangslage, keine Aussage über Leistung oder Charakter.

Jemanden über den Löffel barbieren

Die umgangssprachliche Wendung bedeutet, jemanden plump zu betrügen.

„Beim angeblich günstigen Kauf ist er über den Löffel barbiert worden“, heißt es im Dialog.

Die Wendung bewertet das Geschäft als Betrug. Eine tatsächliche Rasur ist nicht gemeint.