Lude
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lude
- Worttrennung
- Lu·de
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Luden
- Plural
- die Luden
Salopp und abwertend; ältere allgemeinere Beschimpfung veraltet.
Gebrauch: Schwache Deklination: außerhalb des Nominativs Singular Luden.
Definition · kurz erklärt
Lude ist eine saloppe, abwertende Bezeichnung für einen Zuhälter. Das Wort begegnet etwa in Kriminalgeschichten und in bewusst derber Alltagssprache. Für einen sachlichen Bericht ist die genaue, nicht saloppe Bezeichnung meist geeigneter.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Derbe Bezeichnung für einen Zuhälter
Im heute üblichen Gebrauch bezeichnet Lude einen Zuhälter. Es ist damit kein allgemeines Wort für einen auffällig gekleideten Mann oder einen beliebigen Liebhaber. Die Bezeichnung ruft einen bestimmten sozialen Zusammenhang auf und enthält durch ihr Register bereits eine Bewertung.
In einer Figurenrede kann Lude zeigen, wie eine Figur über einen anderen Menschen spricht: derb, abwertend oder mit einer bestimmten Milieunähe. Daraus folgt noch nicht, dass die Erzählinstanz diese Einschätzung bestätigt. In einer Analyse lässt sich zwischen der Wortwahl einer Figur und den tatsächlich geschilderten Handlungen unterscheiden.
„Eine Figur bezeichnet den Mann im Dialog als Luden.“
Die Figurenrede enthält eine derbe Zuschreibung. Ob sie sachlich zutrifft, muss der übrige Text zeigen.
Bedeutung 2: Als anrüchig bewerteter Mensch
In älteren Texten kann das Wort weiter gefasst sein und einen als schmutzig, unanständig oder anrüchig angesehenen Menschen bezeichnen. Diese veraltete Bedeutung sollte man beim Lesen nicht automatisch mit der heutigen Hauptbedeutung gleichsetzen. Die umgebende Szene hilft, die gemeinte Verwendung zu bestimmen.
„In dem älteren Text wird Lude als abwertende Bezeichnung für einen als unanständig geltenden Menschen verwendet.“
Die zeitliche und textliche Einordnung begrenzt den Sinn. Die heutige Bedeutung Zuhälter darf nicht ohne weiteren Beleg eingesetzt werden.
Lude: Synonyme und andere Wörter
Im heutigen saloppen Gebrauch
Zuhälter
Zuhälter benennt die gemeinte Rolle ohne das saloppe Register von Lude. Liebhaber oder Lebemann sind keine gleichbedeutenden Ersatzwörter: Sie bezeichnen etwas anderes.
„Die Figur nennt den Mann einen Luden.“ → „Die Figur bezeichnet den Mann als Zuhälter.“ Die sachlichere Wiedergabe erklärt den Inhalt, während der derbe Ton zurücktritt.
Bei älteren Beschimpfungen
anrüchiger Mensch · unanständiger Kerl
Diese Umschreibungen kommen nur für die ältere, allgemein abwertende Lesart infrage. Welche Bewertung tatsächlich gemeint ist, muss der historische Text erkennen lassen.
„Im alten Dialog beschimpft sie ihn als Luden.“ → „Sie bezeichnet ihn als unanständigen Kerl.“ Die Umschreibung passt nur, wenn die Szene die allgemeinere Beschimpfung trägt.
Beispiele und Verwendung
„Im Kriminalroman nennt der Zeuge den Mann einen Luden.“
Der Satz berichtet die Wortwahl des Zeugen. Er macht die Bezeichnung selbst noch nicht zu einer unabhängig bestätigten Beschreibung.
„Für ihre Inhaltsangabe ersetzt Lea das Wort Lude durch Zuhälter und erläutert beim Zitat den saloppen Ton.“
Inhaltswiedergabe und Sprachanalyse erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die erste klärt, welche Rolle gemeint ist; die zweite untersucht die Wirkung des tatsächlich verwendeten Ausdrucks.
Grammatik und Beugung
Lude ist ein maskulines Substantiv. Es gehört zur schwachen Deklination: Nur der Nominativ Singular lautet der Lude. In den anderen Fällen steht Luden: des Luden, dem Luden, den Luden. Die Mehrzahl heißt ebenfalls die Luden.
Die Worttrennung lautet Lu·de. Luden kann je nach Satz ein Singular oder ein Plural sein. „Sie spricht mit dem Luden“ bezeichnet eine Person, „sie spricht mit den Luden“ mehrere. Artikel und Zusammenhang machen den Unterschied sichtbar.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Lude | die Luden |
| Genitiv | des Luden | der Luden |
| Dativ | dem Luden | den Luden |
| Akkusativ | den Luden | die Luden |
Ton und Aussage auseinanderhalten
Für eine Textanalyse kann man formulieren: „Mit der saloppen Bezeichnung Lude wertet die sprechende Figur den Mann ab.“ Ob der Text darüber hinaus eine bestimmte Tätigkeit belegt, ist gesondert zu zeigen. So bleibt die Untersuchung der Sprache von der Bewertung einer Person unterscheidbar.
