Meuterei
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Meuterei
- Worttrennung
- Meu·te·rei
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Meuterei
- Plural
- die Meutereien
Gebrauch: Gemeinsame Auflehnung gegen Vorgesetzte oder Führung, besonders im militärischen oder seemännischen Zusammenhang. Nicht jede Beschwerde oder jeder Streik ist eine Meuterei.
Definition · kurz erklärt
Eine Meuterei ist die gemeinsame Auflehnung mehrerer Menschen gegen ihre Vorgesetzten oder ihre Führung. Das Wort wird besonders für Vorgänge unter Soldaten, Seeleuten oder Gefangenen verwendet.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Sich gemeinsam der Führung widersetzen
Für die Bezeichnung ist das Verhältnis zu einer übergeordneten Führung wichtig. Eine Besatzung, die sich gemeinsam gegen den Kapitän auflehnt, kann eine Meuterei beginnen. Eine bloße Meinungsverschiedenheit zwischen zwei gleichgestellten Personen reicht dafür nicht aus.
Aus dem Wort folgt nicht, dass die Auflehnung erfolgreich war oder die Führung tatsächlich abgesetzt wurde. Ein Text kann ausdrücklich von einer gescheiterten, verhinderten oder beendeten Meuterei sprechen.
Widerstand im Text genau beschreiben
In einer Erzählung sollte erklärt werden, wer sich gegen wen auflehnt und wie sich der Widerstand zeigt. Werden Befehle gemeinsam verweigert, andere Beteiligte angeworben oder neue Anführer bestimmt? Solche Einzelheiten machen die Handlung nachvollziehbar.
Eine rebellische Haltung allein ist noch kein Beleg für eine Meuterei. Auch das tadelnde Wort aufsässig kann aus der Sicht einer Autorität stammen, ohne bereits den gemeinschaftlichen Vorgang zu benennen.
Nicht mit jeder Kritik gleichsetzen
Wer eine gewöhnliche Beschwerde Meuterei nennt, verstärkt den Konflikt sprachlich. Das kann eine bewusste Übertreibung oder ein Ausdruck empfundener Autoritätsverletzung sein. In einer sachlichen Zusammenfassung sollte diese Wertung erkennbar bleiben.
Auch Streik und Meuterei sind keine beliebig austauschbaren Begriffe. Streik bezeichnet eine Arbeitsniederlegung; Meuterei hebt die gemeinschaftliche Auflehnung gegen eine Führung hervor. Ob eine konkrete Handlung rechtlich so einzuordnen ist, lässt sich nicht aus einer Wörterbucherklärung ableiten.
„Im Roman verweigert die Besatzung gemeinsam die Befehle des Kapitäns; die Meuterei scheitert jedoch am nächsten Morgen.“
Gemeinsame Auflehnung und Führungsverhältnis sind genannt. Dass die Auflehnung scheitert, widerspricht der Wortbedeutung nicht.
Meuterei: Synonyme und andere Wörter
Die gemeinsame Auflehnung benennen
Auflehnung · Aufstand · Rebellion
Auflehnung ist eine allgemeinere Umschreibung. Aufstand und Rebellion können einen größeren politischen oder gesellschaftlichen Zusammenhang bezeichnen und verlangen nicht denselben Bezug zu unmittelbaren Vorgesetzten.
„Der Roman handelt von einer Meuterei der Besatzung.“ → „Der Roman handelt von der Auflehnung der Besatzung gegen den Kapitän.“ Die Umschreibung nennt das Verhältnis ausdrücklich.
Einen einzelnen Vorgang genauer beschreiben
Befehlsverweigerung · Widersetzlichkeit
Befehlsverweigerung nennt eine konkrete Handlung, die auch eine einzelne Person betreffen kann. Widersetzlichkeit bezeichnet eine Haltung oder ein Verhalten und muss ebenfalls keine gemeinschaftliche Meuterei sein.
„Die Meuterei beginnt mit einer gemeinsamen Befehlsverweigerung.“ Beide Wörter können hier nebeneinander stehen: Das zweite nennt den ersten Schritt, das erste den umfassenderen Vorgang.
Beispiele und Verwendung
„Im Abenteuerroman weigert sich ein großer Teil der Besatzung gemeinsam, den Befehlen des Kapitäns zu folgen; daraus entwickelt sich eine Meuterei.“
Die gemeinsame Auflehnung und das Führungsverhältnis sind konkret erkennbar. Über den Ausgang ist noch nichts gesagt.
„Der Bericht beschreibt eine gescheiterte Meuterei, nach der die bisherige Führung im Amt blieb.“
Eine erfolgreiche Absetzung gehört nicht zwingend zur Wortbedeutung. Der Zusatz gescheitert grenzt den Verlauf ein.
„Der Leiter nannte schon die Bitte um eine Pause Meuterei.“
Der Satz schreibt die Übertreibung dem Leiter zu. Er behauptet nicht, dass eine Bitte tatsächlich eine Meuterei darstellt.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Meuterei, Genitiv der Meuterei und Plural die Meutereien. Der Singular bleibt in allen Fällen gleich.
Im Plural wird -en angefügt: Meuterei → Meutereien. Auch der Dativ Plural lautet den Meutereien. Der Plural kann mehrere einzelne Vorgänge bezeichnen.
Die Worttrennung ist Meu·te·rei. Das zugehörige Verb lautet meutern. Typische Ergänzungen sind eine Meuterei gegen die Führung und die Meuterei der Besatzung.
Meuterei ist ein Vorgangswort. Es bezeichnet nicht schon eine dauerhaft bestehende Gruppe: Eine Besatzung kann eine Meuterei beginnen, ist aber nicht selbst eine Meuterei.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Meuterei | die Meutereien |
| Genitiv | der Meuterei | der Meutereien |
| Dativ | der Meuterei | den Meutereien |
| Akkusativ | die Meuterei | die Meutereien |
