Obdach
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Obdach
- Worttrennung
- Ob·dach
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Obdachs / des Obdaches
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Schützende Unterkunft, häufig vorübergehend. Im heutigen Gebrauch gewöhnlich dem Obdach; die ältere Dativform Obdache begegnet in älteren Texten.
Definition · kurz erklärt
Obdach ist eine Unterkunft, die Schutz bietet und einen Platz zum Bleiben ermöglicht, häufig vorübergehend. Das Wort bezeichnet mehr als das Bauteil Dach. Wer jemandem Obdach gibt, bietet der Person eine geschützte Unterbringung.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine geschützte Unterkunft finden
Obdach betont, dass jemand einen Ort zum Unterkommen hat. Gemeint sein kann eine vorübergehende Unterbringung nach einer schwierigen Reise oder nach dem Verlust des bisherigen Wohnraums. Die konkrete Ausstattung und Dauer nennt das Wort nicht.
Ein Obdach ist deshalb nicht automatisch eine eigene Wohnung. Auch ein angebotener Schlafplatz kann im Zusammenhang als Obdach bezeichnet werden. Umgekehrt beschreibt das Wort nicht bloß den Wetterschutz eines Gebäudeteils.
„Nach dem Brand fanden die Bewohner für einige Nächte Obdach bei Verwandten.“
Die Verwandten bieten eine vorübergehende Unterkunft. Der Satz sagt nicht, dass damit bereits eine dauerhafte neue Wohnung gefunden ist.
Obdach: Synonyme und andere Wörter
Eine Unterkunft benennen
Unterkunft · Bleibe · Unterbringung
Unterkunft ist die allgemein verständliche Alternative. Bleibe klingt eher alltagssprachlich. Unterbringung kann zusätzlich den Vorgang des Organisierens meinen und ist nicht in jedem Satz der Name des Ortes.
„Die Reisenden suchten ein Obdach.“ → „Die Reisenden suchten eine Unterkunft.“ Die Aussage bleibt ähnlich; Unterkunft klingt im heutigen Alltag weniger gehoben.
Schutz bildlich ausdrücken
ein Dach über dem Kopf · Zuflucht
Ein Dach über dem Kopf steht bildlich für einen Platz zum Wohnen. Zuflucht betont stärker, dass eine Person vor einer Bedrohung oder Belastung Schutz sucht. Nicht jede Unterkunft ist eine Zuflucht vor Verfolgung.
„Dort erhielt sie Obdach.“ → „Dort fand sie ein Dach über dem Kopf.“ Die zweite Fassung benutzt ein gebräuchliches Bild für den geschützten Platz zum Bleiben.
Beispiele und Verwendung
Eine Zeitangabe ergänzen
„Das Haus bot der Reisegruppe bis zum nächsten Morgen Obdach.“
Die Zeitangabe grenzt die Dauer ein. Ohne sie wäre nicht erkennbar, wie lange der Aufenthalt möglich war.
In einer Erzählung genau lesen
„Die Figur bittet an der Tür um Obdach und nennt den langen Weg durch den Regen.“
Die Bitte betrifft eine Unterkunft. Ob die Figur außerdem Essen, Geld oder eine dauerhafte Aufnahme erhält, muss der weitere Text zeigen.
Ein Quartier kann eine konkrete Unterkunft zum Unterkommen bezeichnen. Obhut meint dagegen beschützende Betreuung oder Aufsicht und ist nicht bloß ein anderes Wort für einen Schlafplatz.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Obdach. Die Genitivformen sind des Obdachs und des Obdaches. Das Nomen wird ohne Plural gebraucht; für mehrere einzelne Unterkünfte verwendet man das zählbare Wort Unterkünfte.
Die Worttrennung lautet Ob·dach. In älteren Texten kann die Dativform dem Obdache begegnen. Die Tabelle führt die gewöhnliche heutige Form dem Obdach auf, ohne die ältere Variante als notwendige Endung erscheinen zu lassen.
In jemandem Obdach gewähren steht die empfangende Person im Dativ: Die Familie gewährte den Reisenden Obdach. Das verwandte Adjektiv obdachlos bezeichnet das Fehlen einer entsprechenden Unterkunft und ist kein Plural des Nomens.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | das Obdach |
| Genitiv | des Obdachs / des Obdaches |
| Dativ | dem Obdach |
| Akkusativ | das Obdach |
Redewendungen und feste Verbindungen
Jemandem Obdach gewähren
Die Verbindung bedeutet, einer Person eine schützende Unterkunft anzubieten. Gewähren klingt dabei etwas gehobener als geben.
„Die Dorfbewohner gewährten den Gestrandeten für eine Nacht Obdach.“
Die Art der Hilfe wird benannt. Eine Bewertung der Betroffenen oder eine feste Dauer ist in der Verbindung selbst nicht enthalten.
