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Plattitüde

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Plattitüde
Worttrennung
Plat·ti·tü·de
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Plattitüde
Plural
die Plattitüden

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Plattitüde ist eine abgenutzte, nichtssagende Aussage: Sie klingt nach einem bedeutsamen Gedanken, bietet im Zusammenhang aber kaum mehr als Bekanntes. Die Bezeichnung ist kritisch und bildungssprachlich. Häufigkeit allein macht eine Formulierung noch nicht zu einer Plattitüde.

Bedeutungen

Eine abgegriffene Aussage

Wer eine Äußerung als Plattitüde bezeichnet, hält sie für banal und wenig gehaltvoll. Oft wird eine allgemein bekannte Einsicht feierlicher vorgetragen, als ihr Inhalt rechtfertigt.

„Auf die Frage nach dem Plan antwortete er mit der Plattitüde, man müsse nach vorn schauen.“

Die Kritik sollte sich auf die konkrete Aussage richten, nicht pauschal auf den Menschen.

Plattitüde: Synonyme und andere Wörter

Den geringen Gedankenwert betonen

Gemeinplatz · Banalität · Allgemeinplatz

Gemeinplatz und Allgemeinplatz stellen das schon allzu Bekannte heraus. Banalität kann über die einzelne Aussage hinaus auch einen insgesamt wenig anspruchsvollen Eindruck bezeichnen. Plattitüde richtet die Kritik meist auf eine abgegriffene Äußerung.

„Das ist eine Plattitüde“ → „Das ist ein Gemeinplatz“ verändert hauptsächlich den Ton; eine Begründung fehlt beiden Urteilen noch.

Nicht jede feste Formel ist leer

Floskel · leere Phrase · Allerweltsweisheit

Eine Floskel kann als Höflichkeitsformel eine sinnvolle Funktion haben. Bei Plattitüde wird gerade der mangelnde Erkenntniswert kritisiert. Eine sachliche Analyse sollte deshalb die Funktion des Satzes und die erwartete Information vergleichen.

„Vielen Dank für Ihre Nachricht“ ist formelhaft, aber nicht deshalb schon eine Plattitüde. „Jeder Anfang ist ein Anfang“ bietet als Erklärung dagegen kaum etwas.

Beispiele und Verwendung

„Die Bewerbung verliert durch Plattitüden wie „Ich gebe immer mein Bestes“ an Aussagekraft.“

Hilfreicher wird der Satz, wenn eine konkrete Aufgabe und das eigene Vorgehen folgen. Ein bloßer Austausch gegen ein ausgefalleneres Wort löst das Inhaltsproblem nicht.

„Die Rezension nennt den Schluss eine Plattitüde und begründet das am fehlenden neuen Gedanken.“

So bleibt das Urteil überprüfbar. Die anspruchsvolle Bezeichnung allein würde noch keine genaue Kritik liefern.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Plattitüde, Genitiv der Plattitüde, Plural Plattitüden. Die gebräuchliche Schreibung Plattitüde enthält zwei aufeinanderfolgende t. Eine Wortbildungsgrenze wird damit nicht behauptet. Die Varianten Platitude und die ältere Form Platitüde können in Texten begegnen; sie ändern nichts an der abwertenden Bedeutung.

Deklination von Plattitüde
FallSingularPlural
Nominativdie Plattitüdedie Plattitüden
Genitivder Plattitüdeder Plattitüden
Dativder Plattitüdeden Plattitüden
Akkusativdie Plattitüdedie Plattitüden