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Floskel

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Lemma
die Floskel
Wortart
Substantiv, Femininum
Worttrennung
Flos·kel
Genitiv
der Floskel
Plural und Gebrauch
die Floskeln; häufig kritisch für formelhafte, wenig konkrete Äußerungen.

Eine Floskel ist eine formelhafte Äußerung, die im jeweiligen Zusammenhang wenig konkrete Aussagekraft besitzt. Häufig wird damit kritisiert, dass eine erwartete Auskunft ausbleibt.

Bedeutungen

Formelhafte, wenig konkrete Äußerung

Wer eine Aussage als Floskel bezeichnet, bemängelt oft, dass sie allgemein bleibt und auf viele Situationen passen würde. Entscheidend ist, welche Information im Zusammenhang erwartet wird.

„Auf die Frage nach dem Reparaturtermin antwortete die Firma nur mit der Floskel: ‚Wir geben immer unser Bestes.‘“

Der Satz nennt keinen Termin. Er kann guten Willen ausdrücken, ersetzt aber die erbetene Auskunft nicht.

Floskel: Synonyme und andere Wörter

Leere Allgemeinplätze

Phrase · Allgemeinplatz · Redensart

Phrase kann ähnlich kritisch für eine inhaltsarme Wendung stehen. Allgemeinplatz bezeichnet besonders eine sehr allgemeine, weithin bekannte Aussage. Redensart ist weiter gefasst und wertet nicht jede feste Formulierung ab.

„Die Antwort bleibt eine Floskel.“ – „Die Antwort bleibt eine leere Phrase.“ Beide kritisieren fehlenden konkreten Gehalt.

Feste Form und fehlende Antwort

Grußformel · Wendung

Eine Grußformel hat eine soziale Funktion: Sie eröffnet oder beendet einen Kontakt höflich. Dass sie keine neue Sachinformation liefert, macht sie nicht automatisch zu einer misslungenen Antwort.

„Mit freundlichen Grüßen“ passt ans Ende eines Briefes. Als einzige Antwort auf eine konkrete Beschwerde würde dieselbe Formulierung das Anliegen offenlassen.

Beispiele und Verwendung

„Wir kümmern uns zeitnah.“ – „Wir melden uns bis Freitag mit dem Ergebnis.“ Die zweite Fassung liefert eine überprüfbare Zusage. Sie ist nur dann eine Verbesserung, wenn diese Frist tatsächlich zugesagt werden kann.

„Ihre Zufriedenheit liegt uns am Herzen.“ – „Wir erstatten den falsch berechneten Betrag.“ Der erste Satz kann Freundlichkeit vermitteln; der zweite nennt eine Handlung. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Bei einer Redeanalyse oder Textanalyse sollte deshalb die konkrete Erwartung benannt werden. Eine wiederholte Formulierung ist nicht allein wegen ihrer Wiederholung inhaltsleer.

Ein längerer und ein gekürzter Text

Der Vergleich zeigt, wie sich ein Text durch Kürzungen verändert. Die Markierungen heben die gestrichenen Ausdrücke hervor; sie erklären diese nicht automatisch für bedeutungslos.

Meiner Meinung nach und diese habe ich sehr lange abgewogen, besteht in diesem Fall die Chance, dass der Einsatz quasi ohne Gewalt durchgeführt werden könnte. Vom Grundsatz her sollte das nämlich immer das höchste Gebot sein, wenn wir Demonstrationen begleiten und unter Polizeischutz stellen. Gesetzt den Fall, dass es keine Ausschreitungen gibt, sollte also die Aktion friedlich verlaufen.

Eine kürzere Fassung lautet:

Es besteht die Chance, dass der Einsatz ohne Gewalt durchgeführt werden könnte. Das sollte immer das höchste Gebot sein, wenn wir Demonstrationen begleiten und unter Polizeischutz stellen. Wenn es keine Ausschreitungen gibt, sollte die Aktion friedlich verlaufen.

Die zweite Fassung führt rascher zur möglichen Durchführung des Einsatzes. Zugleich entfallen Hinweise auf die persönliche Einschätzung und die vorangegangene Abwägung. Ob diese Hinweise überflüssig sind, hängt vom Zweck der Äußerung ab. Kürzen ist deshalb keine mechanische Streichregel für jedes meiner Meinung nach.

Wann sind feste Formulierungen hilfreich?

Dennoch ist das Verwenden einer Floskel nicht unbedingt als Stilfehler oder schlechtes Deutsch zu werten. Eher ist der erhöhte Gebrauch solcher Phrasen stilistisch schlecht. Mitunter können Floskeln als höflich gelten und sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikation.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, Frau Bundeskanzlerin, es ist mir eine Freude, heute Abend zu Ihnen zu sprechen und diesen Preis zu erhalten, den ich dankend annehme [...]

Anrede und Dank gestalten hier die Beziehung zum Publikum. Sie müssen nicht dieselbe Aufgabe wie eine sachliche Auskunft erfüllen. Ob eine Formulierung im konkreten Zusammenhang nur ausweicht oder eine passende soziale Funktion übernimmt, ist gesondert zu prüfen.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist feminin: die Floskel, der Floskel. Im Plural steht in allen Fällen Floskeln; der Begleiter zeigt den Fall, etwa mit den Floskeln.

Floskel: die vier Fälle
Fall Singular Plural
Nominativ die Floskel die Floskeln
Genitiv der Floskel der Floskeln
Dativ der Floskel den Floskeln
Akkusativ die Floskel die Floskeln

Herkunft

Floskel geht auf lateinisch flosculus für „Blümchen“ zurück, eine Verkleinerung von flos für „Blume“. Im sprachlichen Gebrauch liegt darin die Vorstellung einer Redeblume, also eines schmückenden Ausdrucks.

Leere Floskeln und Höflichkeitsformeln

Eine leere Floskel verstärkt die kritische Bewertung: „Die Zusicherung blieb eine leere Floskel, denn niemand nannte eine Maßnahme.“ In Floskeln sprechen beschreibt eine Redeweise mit vielen allgemeinen Wendungen.

Höflichkeit muss beim Überarbeiten nicht verloren gehen. Eine passende Anrede kann bleiben, während die Antwort selbst genauer wird. Nicht jede Anrede ist deshalb pauschal als unnütze Floskel zu bewerten.