Quatscherei
Form & Grammatik
- Stichwort
- Quatscherei
- Worttrennung
- Quat·sche·rei
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Quatscherei
- Plural
- die Quatschereien
Gebrauch: Umgangssprachlich. Je nach Kontext kritisches Reden, lockerer Austausch oder Ausplaudern.
Definition · kurz erklärt
Quatscherei gehört zur Umgangssprache. Das Nomen kann ein Reden abwerten, aber auch einen ungezwungenen Austausch bezeichnen. Geht es um etwas Vertrauliches, kann das Weitererzählen gemeint sein. Diese Verwendungen lassen sich nicht durch ein einziges gleichbleibendes Ersatzwort erklären.
Bedeutungen
Viel oder törichtes Reden
Quatscherei kann Reden als unnötig, übermäßig oder wenig sinnvoll bewerten. Die Bezeichnung enthält dann eine Kritik. Welche Aussagen tatsächlich unzutreffend sind, bleibt ohne weitere Erläuterung offen.
„Der Werkstattleiter nennt die lange Debatte über die Farbe des Werkzeugkastens eine Quatscherei, weil die dringende Reparatur liegen bleibt.“
Die Szene nennt den Anlass seiner Kritik. Sie beweist nicht, dass Gestaltungsfragen unter allen Umständen unwichtig wären.
Ein ungezwungenes Gespräch
Im passenden Zusammenhang kann Quatscherei einen lockeren Austausch bezeichnen. Die Beteiligten müssen dabei nichts Falsches oder Bedeutungsarmes sagen. Der Ausdruck ist dennoch deutlich weniger förmlich als Gespräch.
„Beim gemeinsamen Brotteigkneten entsteht eine fröhliche Quatscherei über vergangene Ferien.“
Fröhlich und die gemeinsame Tätigkeit machen den vertrauten Ton erkennbar. Ein Vorwurf der Unwahrheit ist nicht gemeint.
Vertrauliches weitererzählen
Quatscherei kann außerdem das Ausplaudern von etwas bezeichnen, das geheim bleiben sollte. Hier betrifft die Beanstandung die Weitergabe einer Information und nicht bloß die Länge eines Gesprächs.
„Durch seine Quatscherei erfährt die ganze Gruppe von der noch geheimen Besetzungsentscheidung.“
Der unerwünschte Bekanntheitsgewinn erklärt den Vorwurf. Ob die weitergegebene Information stimmt, ist eine andere Frage.
Synonyme: andere Wörter für Quatscherei
Wenn das Reden abgewertet wird
Geschwätz · Gefasel · Gerede
Geschwätz und Gefasel sind deutlich abwertend. Gerede kann zusätzlich kursierende Behauptungen meinen. Wer Quatscherei für einen freundlichen Austausch verwendet, würde mit Geschwätz einen schärferen Ton einführen.
„Sie genießen die kleine Quatscherei beim Backen“ und „Sie leiden unter dem Geschwätz beim Backen“ beschreiben verschiedene Bewertungen.
Der Gesprächsgegenstand allein entscheidet nicht über den Ton.
Bei Unterhaltung oder Verrat
Plauderei · Gespräch · Ausplaudern · Verraten
Gespräch ist neutraler und weiter. Plauderei erhält den lockeren Ton. Ausplaudern und Verraten passen zur verletzten Vertraulichkeit; sie sind kein Ersatz für jede Unterhaltung.
„Die Quatscherei machte den Plan bekannt“ kann eine Indiskretion meinen. „Das Gespräch machte den Plan bekannt“ lässt den Grund der Bekanntgabe eher offen.
Für eine sachliche Darstellung ist oft entscheidend, ob die Weitergabe erlaubt oder unerwünscht war.
Beispiele und Verwendung
Die Bedeutung durch Zusätze klären
„Die Veranstalterin nennt es harmlose Quatscherei; ihr Kollege findet, dass dabei vertrauliche Absprachen bekannt werden.“
Die beiden Figuren bewerten denselben Vorgang verschieden. Die nähere Darstellung muss zeigen, welche Information tatsächlich weitergegeben wurde.
Nomen und Tätigkeit auseinanderhalten
„Die Quatscherei dauert an, während die beiden miteinander quatschen.“
Das Nomen benennt den Vorgang; das Verb bildet das Prädikat. Aus der Wortfamilie folgt nicht, dass jedes Reden gleich abwertend gemeint wäre.
Grammatik und Beugung
Das Substantiv ist feminin: die Quatscherei. Im Genitiv und Dativ Singular heißt es der Quatscherei; die Nomenform bleibt dabei unverändert.
Der Plural lautet die Quatschereien. Er kann mehrere einzelne Gesprächs- oder Redevorgänge zusammenfassen. Im Dativ Plural steht den Quatschereien; nach dem vorhandenen n kommt kein weiteres n hinzu.
Die gezeigten Formen gehören zum Nomen. Das verwandte Verb quatschen hat dagegen Personen- und Zeitformen. Die eigene Geräuschbedeutung des Verbs für eine nasse Masse wird nicht ohne Beleg als weitere Bedeutung des Nomens übernommen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Quatscherei | die Quatschereien |
| Genitiv | der Quatscherei | der Quatschereien |
| Dativ | der Quatscherei | den Quatschereien |
| Akkusativ | die Quatscherei | die Quatschereien |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Quat·sche·rei. Das Nomen wird großgeschrieben. Der Bestandteil sch bleibt in den gebeugten Formen erhalten: Quatscherei, Quatschereien. Ein Wechsel zu einem anderen Nomen wie Geschwätz ist ein Wortersatz, keine Beugung.
