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Quelle

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Quelle
Worttrennung
Quel·le
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Quelle
Plural
die Quellen

Gebrauch: Wasseraustritt, Ursprung, auswertbares Material oder unmittelbare Informations-/Bezugsstelle. Die gehobene verwandte Form der Quell wird getrennt gebeugt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Quelle kann der Austritt von Wasser, der Ursprung einer Sache oder die Herkunft einer Information sein. In wissenschaftlichen Arbeiten bezeichnet das Wort außerdem Material, das ausgewertet wird. Diese Bedeutungen hängen zusammen, sind aber nicht beliebig austauschbar.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Wasser tritt hervor

Eine Quelle ist ein Austritt von Wasser aus dem Untergrund. Sie kann den Ursprung eines Baches bilden. Wie sauber oder trinkbar das Wasser ist, folgt aus der Herkunftsbezeichnung allein nicht.

„Am Hang tritt Wasser aus einer Quelle und fließt in einen kleinen Bach.“

Der Satz beschreibt den Wasseraustritt und den anschließenden Verlauf. Das Wasser selbst kann Quellwasser heißen.

Bedeutung 2: Den Ursprung einer Wirkung nennen

Bildlich kann eine Quelle etwas sein, aus dem eine Wirkung entsteht. Das Bild betrifft die Herkunft, nicht notwendigerweise fließendes Wasser.

„Die gemeinsame Arbeit ist für sie eine Quelle neuer Ideen.“

Die Arbeit gibt Anregungen. Der Satz beschreibt keinen wirklichen Wasseraustritt.

Bedeutung 3: Material auswerten

Bei wissenschaftlicher Arbeit kann Quelle überliefertes oder anderes auswertbares Material meinen. Ein historischer Brief kann etwa eine Quelle für eine konkrete Forschungsfrage sein. Ob eine Angabe zuverlässig ist, verlangt zusätzliche Prüfung.

„Die Klasse wertet einen Brief als Quelle für die Reisebedingungen aus.“

Der Brief wird zu einer bestimmten Frage befragt. Er ist nicht automatisch für jede Frage gleich aussagekräftig.

Bedeutung 4: Informationen oder etwas Benötigtes erhalten

Quelle kann eine Person, Stelle oder Bezugsmöglichkeit sein, von der man Informationen oder andere Dinge unmittelbar erhält. Die Bezeichnung garantiert noch keine Zuverlässigkeit.

„Die Redaktion fragt nach der Quelle der überraschenden Nachricht.“

Gefragt wird nach der Herkunft der Information, nicht nach einem Bach.

Quelle: Synonyme und andere Wörter

Bei Ursprung und Material

Ursprung · Ausgangspunkt · Belegmaterial · Informationsgeber

Ursprung passt zum Entstehen einer Wirkung. Belegmaterial passt zur Auswertung, Informationsgeber zur Person. Ein Brunnen ist nicht in jedem Fall eine natürliche Quelle.

„Die Quelle des Gerüchts ist unklar.“ → „Der Ursprung des Gerüchts ist unklar.“ Die zweite Fassung erhält den Herkunftsbezug.

Die gehobene Form unterscheiden

Quell · Born

Quell kann gehoben eine Wasserquelle oder bildlich einen wertgeschätzten Ursprung meinen. Born ist eine dichterische Alternative. Der Quell ist nicht einfach der Singular von die Quellen.

„Musik ist ihr ein Quell der Freude.“ → „Musik ist für sie eine Quelle der Freude.“ Die zweite Fassung klingt schlichter.

Beispiele und Verwendung

Herkunft und Wahrheitsgehalt trennen

„Zwei Berichte gehen auf dieselbe Quelle zurück.“

Das sind nicht automatisch zwei voneinander unabhängige Bestätigungen. Für die Einordnung ist die gemeinsame Herkunft wichtig.

Eine Lesefrage präzisieren

„Was erfahren wir aus dem Brief über die Reise, und was erfahren wir nicht?“

Diese Frage hilft, den Wert und die Grenzen einer Quelle konkret zu benennen.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Quelle, Genitiv der Quelle, Plural die Quellen. Die Worttrennung lautet Quel·le.

Die gehobene verwandte Form der Quell bleibt ungetrennt. Ihre Genitive lauten des Quells und des Quelles, der seltene Plural die Quelle, Dativ den Quellen.

Die beiden Grundformen erhalten getrennte Tabellen. Die Quellen ist die gewöhnliche Mehrzahl von Quelle; die Quelle kann zugleich der seltene Nominativ-/Akkusativplural von Quell sein. Der Zusammenhang entscheidet.

Deklination von Quelle
FallSingularPlural
Nominativdie Quelledie Quellen
Genitivder Quelleder Quellen
Dativder Quelleden Quellen
Akkusativdie Quelledie Quellen
Deklination von der Quell: gehobene verwandte Grundform
FallSingularPlural
Nominativder Quelldie Quelle
Genitivdes Quells / des Quellesder Quelle
Dativdem Quellden Quellen
Akkusativden Quelldie Quelle

Redewendungen und feste Verbindungen

An der Quelle sitzen

Eine günstige unmittelbare Verbindung zu einer Person oder Bezugsstelle haben.

„Weil ihre Schwester beim Veranstalter arbeitet, sitzt sie für Programmneuigkeiten an der Quelle.“

Die umgangssprachliche Verbindung meint einen direkten Zugang. Sie ist kein allgemeiner Beweis für richtige oder vollständige Informationen.