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quellen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
quellen
Worttrennung
quel·len
Präsens
quillt (hervordringen/anschwellen); quellt (quellen lassen)
Präteritum
quoll / quellte nach Bedeutung
Partizip II
gequollen / gequellt nach Bedeutung
Perfekt
ist gequollen; hat etwas gequellt
Hilfsverb
sein beim Vorgang; haben beim Veranlassen/Garkochen
Infinitiv
quellen
Trennbarkeit
nicht trennbar; zu quellen
Kasus
schwach mit Akkusativobjekt: die Bohnen quellen

Gar kochen lassen ist landschaftlich. Das Nomen die Quellen ist eine andere Wortart.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Quellen kann ein dichtes Hervordringen oder das Anschwellen durch Feuchtigkeit bezeichnen: quillt, quoll, ist gequollen. Das schwache Verb quellen bedeutet dagegen, etwas quellen zu lassen; landschaftlich auch, etwas gar kochen zu lassen: quellt, quellte, hat gequellt. Quellen ist außerdem die Mehrzahl des Nomens Quelle.

Bedeutungen

1 Dicht hervordringen

Flüssigkeiten, Rauch oder andere Erscheinungen können aus einer Öffnung quellen. Das Wort lässt häufig eine dichte, drängende Bewegung vorstellen. Auch ein übertragener Gebrauch bei Klängen ist möglich.

„Nach dem Öffnen der Klappe quoll dichter Dampf aus dem Behälter.“

Der Dampf dringt hervor. Welche Temperatur oder Menge er hat, müsste gesondert angegeben werden.

2 Schwellend hervortreten

Quellen kann auch ein starkes Hervortreten beschreiben, etwa bei einer auffälligen bildhaften Beschreibung der Augen. Der konkrete Zusammenhang entscheidet, ob die Aussage wörtlich oder übertreibend gemeint ist.

„Im übertreibenden Comic quollen der Figur vor Staunen fast die Augen aus dem Kopf.“

Die übertriebene Zeichnung veranschaulicht Staunen. Das Beispiel ist keine Beschreibung eines medizinisch beurteilten Vorgangs.

3 Durch Feuchtigkeit aufgehen oder sich ausdehnen

Ein Material oder Lebensmittel kann Feuchtigkeit aufnehmen und dadurch an Volumen zunehmen. Das starke Verb beschreibt den Vorgang am betreffenden Stoff, nicht die Handlung einer Person, die ihn dazu bringt.

„Der hölzerne Rahmen ist durch die eingedrungene Feuchtigkeit gequollen.“

Der Rahmen hat sich verändert. Damit ist nicht schon gesagt, ob er beschädigt ist oder wie er behandelt werden sollte.

4 Etwas quellen lassen

Das schwache Verb bezeichnet das Veranlassen der Wasseraufnahme und Volumenzunahme. Das behandelte Lebensmittel oder Material kann als Akkusativobjekt stehen.

„Nach der angegebenen Anleitung hat sie die Hülsenfrüchte vor der weiteren Zubereitung gequellt.“

Die Person führt einen Zubereitungsschritt aus. Welche Dauer und welche weiteren Schritte erforderlich sind, muss die jeweilige Anleitung nennen.

5 Landschaftlich: gar kochen lassen

Landschaftlich kann das schwache quellen auch gar kochen lassen bedeuten. Diese Bedeutung ist von der bloßen Feuchtigkeitsaufnahme des starken Verbs zu unterscheiden.

„Das regionale Rezept verwendet Kartoffeln quellen im Sinn von Kartoffeln gar kochen lassen.“

Die heutige Erläuterung macht den regionalen Gebrauch verständlich. Es handelt sich nicht um ein nachgeahmtes historisches Zitat.

quellen: Synonyme und andere Wörter

Quellen oder herausfließen?

Herausfließen beschreibt die Bewegung einer Flüssigkeit nach außen. Quellen kann zusätzlich das dichte, drängende Hervortreten betonen und auch auf Rauch oder Musik übertragen werden.

Ein Ersatz muss zum Stoff passen. Rauch fließt im Alltag nicht in genau derselben Weise wie Wasser.

„Aus dem Spalt quillt Wasser“ und „aus dem Spalt fließt Wasser“ können denselben Vorgang beschreiben; die erste Fassung wirkt stärker verdichtet.

Quellen oder größer werden?

Sich ausdehnen oder anschwellen erklärt eine Zunahme des Volumens. Das starke quellen nennt in der hier behandelten Materialbedeutung besonders die Aufnahme von Feuchtigkeit.

Größer werden allein benennt die Ursache nicht. Auch biologisches Wachstum ist nicht einfach dasselbe wie das Quellen eines Werkstoffs.

„Das Holz ist gequollen“ ist genauer als „das Holz ist größer geworden“, wenn die Feuchtigkeit der entscheidende Zusammenhang ist.

Quellen, quellen lassen und Quelle

Das schwache Verb lässt sich durch quellen lassen erklären. Das verwandte Nomen Quelle bezeichnet unter anderem einen Wasseraustritt oder eine Informationsherkunft. Die Quellen kann seine Mehrzahl sein.

Die Großschreibung und der Satzbau helfen, die Wortarten zu unterscheiden. Ein Verweis auf Quellen in einem Aufsatz meint gewöhnlich keine Tätigkeit des Anschwellens.

„Die Quellen sind genannt“ enthält ein Nomen. „Die Bohnen quellen“ enthält dagegen eine Verbform.

Beispiele und Verwendung

Vorgang und veranlasste Handlung unterscheiden

„Die Bohnen sind gequollen.“ – „Sie hat die Bohnen gequellt.“

Im ersten Satz verändern sich die Bohnen. Im zweiten veranlasst eine Person den Vorgang. Das zeigt sich an der starken beziehungsweise schwachen Form und am Hilfsverb.

Eine Materialveränderung genauer beschreiben

„Der Rahmen ist nach dem Wassereintritt gequollen und lässt sich nun schwerer bewegen.“

Die zweite Satzhälfte ergänzt eine beobachtete Folge. Das Verb allein würde noch nicht sagen, ob sich etwas schlechter bewegen lässt.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet quel·len. Die Verben sind nicht trennbar; mit zu heißt es zu quellen. Beim Hervordringen und Anschwellen gilt die starke Reihe quillt – quoll – ist gequollen, mit Konjunktiv II quölle. In der zweiten Person steht du quillst.

Beim Veranlassen des Quellens und beim regionalen Garkochen gilt die schwache Reihe quellt – quellte – hat gequellt, mit Konjunktiv II quellte. Die zweite Person lautet du quellst. Das behandelte Objekt steht im Akkusativ: die Bohnen quellen. Die Form quellen lassen enthält dagegen das starke Verb als Infinitiv nach lassen.

Die Tabellen trennen die tatsächlich belegten sein- und haben-Reihen. Die Hilfsverben sind keine beliebigen Alternativen derselben Konstruktion. Die ebenfalls geschriebene Form Quellen des Nomens Quelle wird nach Fällen gebeugt und gehört nicht zu dieser Konjugation.

Hervordringen/anschwellen: stark mit sein – Indikativ Aktiv
PersonPräsensPräteritumPerfektPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich quelleich quollich bin gequollenich war gequollenich werde quellenich werde gequollen sein
dudu quillstdu quollstdu bist gequollendu warst gequollendu wirst quellendu wirst gequollen sein
er/sie/eser/sie/es quillter/sie/es quoller/sie/es ist gequollener/sie/es war gequollener/sie/es wird quellener/sie/es wird gequollen sein
wirwir quellenwir quollenwir sind gequollenwir waren gequollenwir werden quellenwir werden gequollen sein
ihrihr quelltihr quolltihr seid gequollenihr wart gequollenihr werdet quellenihr werdet gequollen sein
siesie quellensie quollensie sind gequollensie waren gequollensie werden quellensie werden gequollen sein
Hervordringen/anschwellen: stark mit sein – Konjunktiv I Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitFutur IFutur II
ichich quelleich sei gequollenich werde quellenich werde gequollen sein
dudu quellestdu seist gequollen / du seiest gequollendu werdest quellendu werdest gequollen sein
er/sie/eser/sie/es quelleer/sie/es sei gequollener/sie/es werde quellener/sie/es werde gequollen sein
wirwir quellenwir seien gequollenwir werden quellenwir werden gequollen sein
ihrihr quelletihr seiet gequollenihr werdet quellenihr werdet gequollen sein
siesie quellensie seien gequollensie werden quellensie werden gequollen sein
Hervordringen/anschwellen: stark mit sein – Konjunktiv II Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitwürde-Formwürde-Form der Vergangenheit
ichich quölleich wäre gequollenich würde quellenich würde gequollen sein
dudu quöllest / du quöllstdu wärst gequollen / du wärest gequollendu würdest quellendu würdest gequollen sein
er/sie/eser/sie/es quölleer/sie/es wäre gequollener/sie/es würde quellener/sie/es würde gequollen sein
wirwir quöllenwir wären gequollenwir würden quellenwir würden gequollen sein
ihrihr quöllet / ihr quölltihr wärt gequollen / ihr wäret gequollenihr würdet quellenihr würdet gequollen sein
siesie quöllensie wären gequollensie würden quellensie würden gequollen sein
Quellen lassen/Garkochen: schwach mit haben – Indikativ Aktiv
PersonPräsensPräteritumPerfektPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich quelleich quellteich habe gequelltich hatte gequelltich werde quellenich werde gequellt haben
dudu quellstdu quelltestdu hast gequelltdu hattest gequelltdu wirst quellendu wirst gequellt haben
er/sie/eser/sie/es quellter/sie/es quellteer/sie/es hat gequellter/sie/es hatte gequellter/sie/es wird quellener/sie/es wird gequellt haben
wirwir quellenwir quelltenwir haben gequelltwir hatten gequelltwir werden quellenwir werden gequellt haben
ihrihr quelltihr quelltetihr habt gequelltihr hattet gequelltihr werdet quellenihr werdet gequellt haben
siesie quellensie quelltensie haben gequelltsie hatten gequelltsie werden quellensie werden gequellt haben
Quellen lassen/Garkochen: schwach mit haben – Konjunktiv I Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitFutur IFutur II
ichich quelleich habe gequelltich werde quellenich werde gequellt haben
dudu quellestdu habest gequelltdu werdest quellendu werdest gequellt haben
er/sie/eser/sie/es quelleer/sie/es habe gequellter/sie/es werde quellener/sie/es werde gequellt haben
wirwir quellenwir haben gequelltwir werden quellenwir werden gequellt haben
ihrihr quelletihr habet gequelltihr werdet quellenihr werdet gequellt haben
siesie quellensie haben gequelltsie werden quellensie werden gequellt haben
Quellen lassen/Garkochen: schwach mit haben – Konjunktiv II Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitwürde-Formwürde-Form der Vergangenheit
ichich quellteich hätte gequelltich würde quellenich würde gequellt haben
dudu quelltestdu hättest gequelltdu würdest quellendu würdest gequellt haben
er/sie/eser/sie/es quellteer/sie/es hätte gequellter/sie/es würde quellener/sie/es würde gequellt haben
wirwir quelltenwir hätten gequelltwir würden quellenwir würden gequellt haben
ihrihr quelltetihr hättet gequelltihr würdet quellenihr würdet gequellt haben
siesie quelltensie hätten gequelltsie würden quellensie würden gequellt haben
Aufforderungsformen nach Bedeutung
Formtyp/AnredeForm
du: starker Vorgangquill!
du: schwache Handlungquell! / quelle!
ihr: beide Reihenquellt!
Sie: beide Reihenquellen Sie!
Infinitive und Partizipien nach Bedeutung
Formtyp/AnredeForm
Infinitivquellen
zu-Infinitivzu quellen
Partizip Iquellend
Partizip II: Vorganggequollen
Infinitiv Perfekt: Vorganggequollen sein
zu-Infinitiv Perfekt: Vorganggequollen zu sein
Partizip II: Veranlassengequellt
Infinitiv Perfekt: Veranlassengequellt haben
zu-Infinitiv Perfekt: Veranlassengequellt zu haben