Rosstäuscherin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Rosstäuscherin
- Worttrennung
- Ross·täu·sche·rin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Rosstäuscherin
- Plural
- die Rosstäuscherinnen
Gebrauch: Pferdehändlerin: veraltet. Daneben abwertender Vorwurf, mit Rosstäuschertricks zu arbeiten.
Definition · kurz erklärt
Eine Rosstäuscherin kann im veralteten Wortsinn eine Pferdehändlerin sein. Daneben bezeichnet das Wort eine Frau, die mit täuschenden Tricks arbeitet. Ein heutiger Pferdehandel ist deshalb nicht schon ein Beleg für die abwertende Bedeutung.
Bedeutungen
Veraltet eine Pferdehändlerin bezeichnen
In einem älteren Sprachzusammenhang kann Rosstäuscherin die Tätigkeit einer Händlerin mit Pferden benennen. Ob sie bei einem bestimmten Handel täuscht, muss der Text zusätzlich zeigen. Die veraltete Bezeichnung ist kein neutrales heutiges Berufswort für jeden Zusammenhang.
„Der historische Roman nennt Mara eine Rosstäuscherin: Sie sucht für einen Fuhrunternehmer geeignete Zugpferde und hält die vereinbarten Käufe in ihrem Kontobuch fest.“
Der Handel mit Pferden erklärt die ältere Berufsbezeichnung. Aus Kontobuch und Käufen folgt für sich noch kein betrügerischer Trick.
Einer Frau täuschende Tricks vorwerfen
Die abwertende Verwendung richtet sich auf eine Person, die etwas Nichtzutreffendes mit Tricks vortäuscht. Dafür müssen keine Pferde vorkommen. Eine bloße Fehlberechnung oder ein misslungenes Angebot beweist die behauptete Täuschungsabsicht noch nicht.
„In der Komödie nennt das Ensemble die Veranstalterin eine Rosstäuscherin: Sie zählt dieselben Reservierungen absichtlich mehrfach und täuscht den Beteiligten dadurch ausverkaufte Vorführungen vor.“
Die bewusst wiederholte Zählung erklärt den Vorwurf in dieser erfundenen Szene. Ein versehentlich doppelt erfasster Name wäre anders zu beurteilen.
Synonyme: andere Wörter für Rosstäuscherin
Handel und Täuschung unterscheiden
Pferdehändlerin · Betrügerin · Scharlatanin
Pferdehändlerin erklärt die veraltete Handelsbedeutung. Betrügerin ist ein starker allgemeiner Vorwurf; Scharlatanin kann besonders das Vorspiegeln von Kenntnissen oder Leistungen betreffen. Diese Wörter passen nicht ungeprüft zu jeder älteren Nennung einer Rosstäuscherin.
„Sie hat eine Reservierung versehentlich doppelt gezählt“ benennt einen Fehler. „Sie zählt dieselben Reservierungen absichtlich mehrfach, um volle Säle vorzutäuschen“ beschreibt dagegen den Täuschungsvorwurf.
Der verwandte Rosstäuscher zeigt dieselbe notwendige Trennung zwischen älterem Handel und abwertender Übertragung.
Beispiele und Verwendung
Den Erzählkontext beachten
„In Maras Kontobuch stehen die Namen der Käufer und die Preise; der Erzähler nennt sie weiterhin eine Rosstäuscherin.“
Das alte Wort kann hier die Tätigkeit bezeichnen. Eine Inhaltsangabe sollte keine im Text fehlende Betrugsszene ergänzen.
Eine Beschuldigung zuordnen
„Das Ensemble hält die Veranstalterin für eine Rosstäuscherin; eine spätere Szene legt die mehrfach gezählten Reservierungen offen.“
Die spätere Szene liefert innerhalb der Komödie einen Grund für den Vorwurf. Die Bezeichnung allein hätte diesen noch nicht bewiesen.
Grammatik und Beugung
Das Nomen ist feminin: die Rosstäuscherin. Der Genitiv Singular lautet der Rosstäuscherin.
Der Plural heißt die Rosstäuscherinnen, im Dativ den Rosstäuscherinnen. Ein weiteres n wird nicht angehängt. Beide Bedeutungen haben dieselben Kasusformen.
Rosstäuscher ist die verwandte maskuline Personenbezeichnung und keine Fallform des femininen Hauptlemmas. Rosstäuschertrick bezeichnet dagegen den Trick, nicht die Person.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Rosstäuscherin | die Rosstäuscherinnen |
| Genitiv | der Rosstäuscherin | der Rosstäuscherinnen |
| Dativ | der Rosstäuscherin | den Rosstäuscherinnen |
| Akkusativ | die Rosstäuscherin | die Rosstäuscherinnen |
Schreibweise und Worttrennung
Die heutige Schreibung lautet Rosstäuscherin mit ss und äu. Getrennt wird Ross·täu·sche·rin. Das Nomen wird großgeschrieben.
