Meine Wörter

Ruf

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Ruf
Worttrennung
Ruf
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Rufs; auch des Rufes
Plural
die Rufe; abhängig von der Bedeutung

Ansehen und abstrakte Forderung ohne Plural; Berufungsplural selten.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Ruf ist eine laute stimmliche Äußerung oder ein entsprechender Laut eines Tieres. Das Wort kann außerdem eine Aufforderung, eine Berufung an eine Hochschule oder das Ansehen einer Person oder Sache meinen. Besonders bei der Mehrzahl muss die Bedeutung beachtet werden.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Ein hörbarer Laut

Mit einem Ruf macht sich jemand hörbar, wendet sich an andere oder äußert etwas laut. Auch charakteristische Lautäußerungen bestimmter Tiere können so heißen. Ein Ruf muss nicht aus einem vollständigen Satz bestehen.

Ein kurzer Ruf vom Ufer macht die Rudernden auf das Hindernis aufmerksam.

Die Äußerung überbrückt eine Entfernung. Der Satz gibt ihren genauen Wortlaut noch nicht wieder.

Bedeutung 2: Eine Forderung oder Aufforderung

Übertragen kann ein Ruf den Wunsch oder die Forderung nach einer Veränderung ausdrücken. In dieser abstrakten Verwendung wird das Wort ohne Plural gebraucht. Die Formulierung muss kein tatsächlich gerufenes Wort meinen.

Nach dem Vorfall wird der Ruf nach einer verständlichen Erklärung lauter.

Viele wünschen oder verlangen eine Erklärung. Lauter werden ist hier ebenfalls eine bildliche Beschreibung.

Bedeutung 3: Berufung an eine Hochschule

Im Hochschulbereich bezeichnet Ruf das Angebot, eine Professur zu übernehmen. Er kann angenommen oder abgelehnt werden. Diese fachliche Bedeutung ist von einem gewöhnlichen Zuruf zu unterscheiden.

Die Wissenschaftlerin nimmt den Ruf an die Universität an.

Gemeint ist eine Berufung. Der Satz berichtet keine akustische Äußerung und sagt noch nichts über die genauen Vertragsbedingungen.

Bedeutung 4: Ansehen und allgemeines Urteil

Der Ruf einer Person, Einrichtung oder Sache ist das Bild, das andere von ihr haben; in diesem Zusammenhang ist Image eine nahe Alternative. In dieser Bedeutung wird das Wort ohne Plural verwendet. Ein guter oder schlechter Ruf kann auf Erfahrungen beruhen, muss aber nicht mit allen tatsächlichen Eigenschaften übereinstimmen.

Die Werkstatt hat den Ruf, besonders sorgfältig zu arbeiten.

Der Satz gibt eine verbreitete Einschätzung wieder. Ob sie in jedem Einzelfall zutrifft, wäre gesondert zu prüfen.

Synonyme: andere Wörter für Ruf

Zuruf, Forderung, Berufung oder Ansehen?

Zuruf · Laut · Forderung · Berufung · Ansehen

Ansehen passt zum gesellschaftlichen Urteil, Berufung zur Professur. Zuruf verlangt eine hörbare Äußerung. Diese Synonyme können den Sinn verdeutlichen, sind aber nicht quer durch die Bedeutungen austauschbar.

„Sie hört einen Ruf“ spricht von einem Laut. „Sie genießt einen guten Ruf“ spricht von ihrer Einschätzung durch andere.

Beispiele und Verwendung

Wahrnehmung und Bewertung trennen

Der Bericht zitiert den lauten Ruf der Zuschauer; die spätere Kritik betrifft den Ruf des Veranstalters.

Die gleiche Schreibung bezeichnet zwei verschiedene Sachverhalte.

Selbstbild und Fremdbild prüfen

Die Figur hält sich für zuverlässig, ihr Ruf unter den Nachbarn ist jedoch schlecht.

In einer Charakterisierung kann diese Spannung wichtig sein. Der Ruf ist ein Fremdurteil, kein sicherer Beweis für den gesamten Charakter.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Ruf, Genitiv des Rufs oder des Rufes. Die Wortschreibung Ruf bleibt ungetrennt.

Die Mehrzahl die Rufe, Dativ den Rufen, passt zu Lautäußerungen. Ansehen und abstrakte Forderung werden ohne Plural verwendet; bei Hochschulberufungen ist er möglich, aber selten. Selten kann Ruf außerdem kurz für Rufnummer stehen.

Ruf: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativder Rufdie Rufe
Genitivdes Rufsder Rufe
Dativdem Rufden Rufen
Akkusativden Rufdie Rufe

Redewendungen und feste Verbindungen

Besser als sein Ruf sein

Die Wendung sagt, dass die tatsächlichen Eigenschaften günstiger sind als die verbreitete Einschätzung.

Der lange als langweilig geltende Roman ist besser als sein Ruf.

Die Behauptung vergleicht Urteil und eigene Einschätzung. Eine Rezension sollte anschließend erklären, worauf sie diese Bewertung stützt.