Ruin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Ruin
- Worttrennung
- Ru·in
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Ruins
- Plural
- kein gebräuchlicher Plural
Starke Zusammenbruchsbezeichnung ohne gebräuchliche Mehrzahl.
Definition · kurz erklärt
Ruin bezeichnet einen Zustand weitgehenden oder vollständigen Zusammenbruchs. Meist ist der wirtschaftliche oder finanzielle Zusammenbruch gemeint. Das starke Wort kann auch auf andere Lebensbereiche übertragen werden.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein schwerer Zusammenbruch
Beim finanziellen Ruin sind die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend zerstört oder nicht mehr tragfähig. Das Wort ist wesentlich stärker als ein einzelner Verlust oder eine vorübergehende Schwierigkeit. Es ist eine allgemeine Beschreibung und nicht automatisch die genaue Bezeichnung eines rechtlichen Verfahrens.
Die unerwarteten Verluste treiben das Unternehmen an den Rand des Ruins.
An den Rand bezeichnet hier eine drohende Entwicklung. Der Satz sagt gerade noch nicht, dass der vollständige Zusammenbruch bereits eingetreten ist.
Bedeutung 2: Übertragung auf andere Bereiche
Ruin kann auch einen tiefgreifend zerstörten Zustand in gesundheitlicher, persönlicher oder moralischer Hinsicht meinen. Die Übertragung ist stark wertend und sollte aus dem Zusammenhang verständlich werden. Nicht jede einzelne Enttäuschung rechtfertigt diese Bezeichnung.
Der Erzähler beschreibt den moralischen Ruin einer Figur, die schließlich alle früheren Grundsätze preisgibt.
Gemeint ist ein schwerer Verfall ihrer Haltung. Die Aussage handelt nicht von einer Geldsumme.
Synonyme: andere Wörter für Ruin
Zusammenbruch, Verderben oder Verlust?
Zusammenbruch · wirtschaftlicher Untergang · Verderben
Verlust ist allgemeiner und kann begrenzt bleiben. Zusammenbruch erklärt die Stärke der Bezeichnung besser. Ein Unternehmen kann als bankrott beschrieben werden; für einen genauen Fachtext sind die tatsächlichen Verhältnisse und Begriffe gesondert zu klären.
„Der Betrieb macht Verlust“ beschreibt ein negatives Ergebnis. „Der Betrieb steht vor dem Ruin“ behauptet eine sehr viel weiter reichende Gefährdung.
Beispiele und Verwendung
Drohung und eingetretenen Zustand trennen
Die Figur fürchtet den Ruin, findet aber rechtzeitig eine tragfähige Lösung.
Die Befürchtung muss sich nicht verwirklichen. Bei einer Inhaltsangabe sollte die drohende Entwicklung nicht als bereits eingetretener Zustand wiedergegeben werden.
Ein ähnliches Wort unterscheiden
Das Haus ist eine Ruine; der frühere Besitzer spricht dagegen von seinem finanziellen Ruin.
Ruine bezeichnet das stark zerstörte Bauwerk. Ruin bezeichnet in diesem Satz die wirtschaftliche Lage einer Person. Die Wörter sind keine bloßen Beugungsvarianten.
Grammatik und Beugung
Das maskuline Nomen lautet der Ruin, Genitiv des Ruins. Es wird in den hier beschriebenen abstrakten Bedeutungen ohne gebräuchliche Mehrzahl verwendet. Die Worttrennung ist Ru·in.
Typische Verbindungen sind vor dem Ruin stehen, jemanden in den Ruin treiben und am Rand des Ruins. Die unterschiedlichen Fälle ergeben sich aus diesen jeweiligen Verbindungen; das Nomen behält außer im Genitiv die Grundform.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Ruin |
| Genitiv | des Ruins |
| Dativ | dem Ruin |
| Akkusativ | den Ruin |
