Saum
Form & Grammatik
- Stichwort
- Saum
- Worttrennung
- Saum
- Artikel
- der Saum
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Saums oder des Saumes
- Plural
- die Säume; Dativ: den Säumen
Gebrauch: Stoffrand; gehoben auch Rand einer Fläche. Davon getrennt: veraltetes gleich geschriebenes Wort für Last. Dativ dem Saume ist beim Randwort als ältere/gehobene Form belegt; die Last-Tabelle führt dem Saum.
Definition · kurz erklärt
Ein Saum ist ein bearbeiteter Rand eines Stoffstücks. Gehobener Sprachgebrauch nennt auch den Rand einer Landschaft oder Fläche so. Davon zu unterscheiden ist das veraltete Wort Saum für eine Last. Es heißt jeweils der Saum, des Saums oder des Saumes und im Plural die Säume.
Bedeutungen
Der bearbeitete Rand eines Stoffstücks
Bei Kleidung und Wäsche ist der Saum ein eingefasster oder umgeschlagener und befestigter Stoffrand. Er bildet einen Abschluss und soll das Ausfransen verhindern. Häufig wird der Stoff dafür nach innen gelegt und angenäht.
„Die Schneiderin schlägt den unteren Rand des Rocks nach innen und näht einen schmalen Saum.“
Hier entsteht ein bestimmter Abschluss des Stoffes. Nicht jede Naht mitten in einem Kleidungsstück ist deshalb ein Saum.
Gehoben: der Rand einer Fläche
In gehobener oder bildhafter Sprache kann Saum den Rand einer Fläche bezeichnen, etwa einer Wiese, eines Waldes oder eines Gewässers. Die Ergänzung macht deutlich, welche Fläche gemeint ist.
„Am Saum des Waldes stehen die ersten Birken im Licht.“
Gemeint ist der Waldrand. Ein Stoffstück und eine Naht werden nicht vorausgesetzt; die Randvorstellung wird auf die Landschaft übertragen.
Veraltet: eine Last
Ein anderes, heute veraltetes Wort mit derselben Schreibung bedeutet Last. Diese Bedeutung ist vom Stoff- und Flächenrand zu unterscheiden.
„In der historischen Erzählung lädt der Händler einen schweren Saum auf das Tragtier.“
Hier ist die zu tragende Last gemeint. Der Satz nennt weder ein genaues Gewicht noch eine bestimmte Maßeinheit; solche Angaben lassen sich nicht allein aus dem Wort ableiten.
Synonyme: andere Wörter für Saum
Beim Stoff: Einfassung oder umgenähter Rand
Einfassung · umgenähter Stoffrand
Umgenähter Stoffrand beschreibt eine typische Herstellung. Einfassung ist weiter: Ein Rand kann auch mit einem zusätzlichen Material eingefasst werden.
„Der Saum am Rock ist schief.“ → „Der umgenähte Rand am Rock ist schief.“
Bei dem entsprechend genähten Rock bezeichnen beide Sätze denselben Bereich. Die Beschreibung ist keine allgemeine Bezeichnung für jede beliebige Naht.
Bei Landschaften: Rand oder Ufer
Rand · Waldrand · Ufer
Rand ist gegenüber Saum neutraler. Waldrand nennt die Fläche ausdrücklich. Am Gewässer ist Ufer eine genauere Bezeichnung für den angrenzenden Landbereich.
„Die Wanderer rasten am Saum des Waldes.“ → „Die Wanderer rasten am Waldrand.“
Der Ort bleibt gleich, die zweite Fassung wirkt alltäglicher. Am Wald wäre Ufer ohne einen zusätzlichen Gewässerbezug unpassend.
Beim veralteten Wort: Last
Last
Last ist die heutige verständliche Entsprechung des getrennten historischen Wortes. Bei Stoffkanten wäre dieser Austausch falsch.
„Der Händler lädt den Saum auf das Tier.“ → „Der Händler lädt die Last auf das Tier.“
In diesem historischen Zusammenhang bleibt der gemeinte Gegenstand gleich. Ein genauer Zahlenwert ist in keinem der beiden Wörter enthalten.
Beispiele und Verwendung
Einen Saum schmücken
„Mit rotem Samt verbrämt die Schneiderin den Saum des Bühnenkleids.“
Verbrämen bezeichnet hier das schmückende Einfassen eines Randes. Der Samt ist ein hinzugefügtes Material; er ist nicht mit dem Saum selbst gleichzusetzen.
Eine bildhafte Randbeschreibung
„Ein heller Saum umgibt die dunkle Wolke.“
Der Satz beschreibt den sichtbaren Rand. Er verwendet das Wort anschaulich und behauptet nicht, die Wolke sei aus Stoff gemacht.
Umlaut und Dativendung im Plural
„An den Säumen der Vorhänge lösen sich einzelne Fäden.“
Die Mehrzahl lautet Säume. Im Dativ steht Säumen; zusätzlich zum Umlaut und der Pluralendung kommt n hinzu.
Grammatik und Beugung
Beide gleich geschriebenen Wörter sind maskulin und haben die Genitive des Saums und des Saumes. Der Plural lautet Säume, im Dativ Säumen. Beim Wort für den Rand ist neben dem gewöhnlichen dem Saum die ältere oder gehobene Dativform dem Saume belegt. Für das veraltete Last-Wort wird hier die gesondert belegte Reihe mit dem Saum gezeigt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Saum | die Säume |
| Genitiv | des Saums / des Saumes | der Säume |
| Dativ | dem Saum; älter/gehoben: dem Saume | den Säumen |
| Akkusativ | den Saum | die Säume |
| Fall | Singular, veraltet | Plural, veraltet |
|---|---|---|
| Nominativ | der Saum | die Säume |
| Genitiv | des Saums / des Saumes | der Säume |
| Dativ | dem Saum | den Säumen |
| Akkusativ | den Saum | die Säume |
Schreibweise und Worttrennung
Saum ist einsilbig und wird nicht getrennt. Der Plural des Randwortes wird Säu·me getrennt. Im Plural verändert sich au zu äu.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Kleidersaum, Rocksaum und Saumnaht gehören zum Stoffrand. Waldsaum und Küstensaum bezeichnen landschaftliche Randbereiche. Bei historisch verwendeten Wörtern wie Säumer ist die konkrete Bedeutung gesondert zu prüfen.
