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Ufer

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Ufer
Worttrennung
Ufer
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Ufers
Plural
die Ufer; Dativ: den Ufern

Gebrauch: Singular und Plural haben überwiegend dieselbe Wortform.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Das Ufer ist der Randbereich zwischen einem Gewässer und dem angrenzenden Land. Ein Ufer kann flach oder steil, bewachsen oder befestigt sein. Das Wort ist besonders bei Flüssen und Seen gebräuchlich, kann aber auch an anderen Gewässern verwendet werden.

Bedeutungen

Der Übergang vom Wasser zum Land

Ufer bezeichnet den Bereich, in dem das Gewässer an Land grenzt. Es ist keine Aussage über eine bestimmte Oberfläche: Ein Ufer kann sandig, steinig oder von Pflanzen bedeckt sein. Ebenso wenig muss es zum Baden zugänglich sein.

„Am gegenüberliegenden Ufer führt ein schmaler Weg zwischen den Bäumen entlang.“

Der Satz benennt die andere Seite des Gewässers. Er sagt nichts darüber, ob man dort gefahrlos ins Wasser gehen kann oder wem das Gelände gehört.

Synonyme: andere Wörter für Ufer

An Meer, Fluss oder See

Gewässerrand · Küste · Strand

Gewässerrand ist eine allgemeine Umschreibung. Küste wird besonders für den Übergang von Land und Meer verwendet. Strand bezeichnet einen flachen Uferstreifen, häufig aus Sand oder Kies. Nicht jedes Ufer ist deshalb ein Strand.

„Wir gehen am Ufer entlang.“ – „Wir gehen am Strand entlang.“

Der zweite Satz lässt eine bestimmte Art des Uferbereichs erwarten. An einem steilen befestigten Flussufer wäre er möglicherweise unpassend.

In gehobener Sprache

Gestade · Saum

Gestade ist eine dichterische Bezeichnung für ein Ufer oder einen Küstenbereich. Saum meint allgemein einen Rand und braucht meist eine Ergänzung. Ufer ist die neutrale, im Alltag eindeutige Bezeichnung am Wasser.

„Das Boot erreicht das Ufer.“ – „Das Boot erreicht das Gestade.“

Die räumliche Aussage kann gleich bleiben, doch der zweite Satz klingt literarischer. Er passt nicht in jeden nüchternen Bericht.

Beispiele und Verwendung

Ort und Bewegung unterscheiden

„Das Boot liegt am Ufer und wird später ans andere Ufer gebracht.“

Am Ufer nennt einen Ort, ans Ufer das Ziel einer Bewegung. Das Nomen selbst hat im Singular in Dativ und Akkusativ dieselbe Wortform.

Ein Ufer ist nicht automatisch ein Strand

„Das steile Ufer ist mit großen Steinen befestigt.“

Die Beschreibung zeigt eine mögliche Uferform. Das Wort Ufer setzt keine Sandfläche und keinen Erholungsort voraus.

Die Richtung braucht einen Bezugspunkt

„Der Wind weht vom Ufer hinaus auf das Wasser.“

Für eine solche Richtung kann ablandig passen. Der Ausdruck bezieht sich auf die örtliche Lage von Land und Wasser, nicht auf eine feste Himmelsrichtung.

Grammatik und Beugung

Ufer ist ein Neutrum. Die Form Ufer steht im Nominativ, Dativ und Akkusativ Singular sowie in den meisten Pluralfällen. Der Genitiv Singular lautet des Ufers, der Dativ Plural den Ufern. Das -er ist bereits Teil des Singulars und kein zusätzliches Pluralzeichen. In die Ufer des Sees bezeichnet der Plural unterschiedliche Uferbereiche, ohne dass daraus eine feste Zahl von Seiten für jedes Gewässer folgt.

Ufer: Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativdas Uferdie Ufer
Genitivdes Ufersder Ufer
Dativdem Uferden Ufern
Akkusativdas Uferdie Ufer

Schreibweise und Worttrennung

Ufer wird beim Zeilenumbruch nicht getrennt. Das Nomen wird großgeschrieben. Die Schreibweise am Ufer enthält die Zusammenziehung aus an dem Ufer; die Endung des Nomens ändert sich dabei nicht.

Redewendungen und feste Verbindungen

Zu neuen Ufern aufbrechen

Die Verbindung beschreibt bildhaft, dass jemand neue Ziele verfolgt oder einen neuen Lebensabschnitt beginnt.

„Nach vielen Jahren im gleichen Beruf bricht sie zu neuen Ufern auf und beginnt eine Ausbildung.“

Es geht um eine Veränderung, nicht notwendig um eine Reise über Wasser. Welche neuen Ziele gemeint sind, sollte der Zusammenhang erkennen lassen.

Über die Ufer treten

Ein Gewässer überschreitet seine gewöhnliche Begrenzung und überflutet angrenzendes Land.

„Nach dem lang anhaltenden Regen trat der Fluss über die Ufer.“

Die Verbindung beschreibt das Überfluten. Sie nennt weder die genaue Ursache noch das Ausmaß des Schadens allein durch die Wortwahl.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Uferweg, Uferbefestigung und Uferböschung bezeichnen Einrichtungen oder Formen am Gewässerrand. Uferlos und ausufern können die räumliche Begrenzung bildhaft auf einen Umfang oder eine Entwicklung übertragen.