Stadtstreicher
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Stadtstreicher
- Worttrennung
- Stadt·strei·cher
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Stadtstreichers
- Plural
- die Stadtstreicher
Definition · kurz erklärt
Ein Stadtstreicher ist nach älterem oder wertendem Sprachgebrauch ein Mensch ohne festen Wohnsitz, der in einer Stadt umherzieht. Die Bezeichnung kann abwertend wirken und sollte nicht unbesehen als neutrale Beschreibung übernommen werden.
Bedeutungen
Eine sozial wertende Personenbezeichnung
Das Wort verbindet fehlenden festen Wohnsitz mit dem Bild des Umherstreifens. Es begegnet etwa in älteren Erzählungen und in einer pauschalisierenden Beschreibung von Menschen am Rand der Gesellschaft. Über die tatsächlichen Lebensumstände sagt dieses Etikett nur wenig aus.
„Im alten Roman wird die Nebenfigur als Stadtstreicher bezeichnet.“
Der Satz berichtet über den Wortgebrauch des Romans. Er macht sich die abwertende Sicht nicht automatisch zu eigen.
Stadtstreicher: Synonyme und andere Wörter
Sachlicher über die Wohnsituation sprechen
obdachloser Mensch · wohnungsloser Mensch
Diese Ausdrücke rücken die Wohnsituation in den Mittelpunkt. Stadtstreicher enthält darüber hinaus das Bild des Umherziehens und oft eine soziale Wertung. Die Begriffe sind deshalb keine inhaltlich völlig gleichen Ersatzwörter.
„Sie unterstützt wohnungslose Menschen“ ist sachlicher als eine pauschale Rede von Stadtstreichern.
Bei älteren Figurenbeschreibungen
Landstreicher · Vagabund
Landstreicher und Vagabund betonen ein unstetes Umherziehen. Beim Stadtstreicher ist der städtische Raum ausdrücklich mitgenannt. Alle diese Bezeichnungen können ein literarisches Rollenbild transportieren.
„Die Figur zieht als Vagabund durchs Land“ passt nicht zu jedem Menschen ohne Wohnung in einer Stadt.
Beispiele und Verwendung
„Die Erzählerin nennt den Fremden einen Stadtstreicher.“
In einer Analyse kann gefragt werden, wessen Sicht und Wertung die Benennung ausdrückt. Ein Etikett ist kein vollständiges Figurenporträt.
„Die Stadtstreicherin erhält im Gedicht keinen eigenen Namen.“
Die weibliche Bezeichnung gehört zur selben Wortfamilie. Im Text lässt sich untersuchen, ob sie eine Person individualisiert oder vor allem eine soziale Rolle festschreibt.
Grammatik und Beugung
Der Genitiv lautet des Stadtstreichers, der Plural die Stadtstreicher und der Dativ Plural den Stadtstreichern. Die weibliche Form ist Stadtstreicherin mit dem Plural Stadtstreicherinnen. Beide Wörter bezeichnen Personen; ihr grammatisches Genus ist von der jeweiligen Satzfunktion zu unterscheiden. Ein Stadtstreicher kann im Satz sowohl Subjekt als auch Objekt sein.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Stadtstreicher | die Stadtstreicher |
| Genitiv | des Stadtstreichers | der Stadtstreicher |
| Dativ | dem Stadtstreicher | den Stadtstreichern |
| Akkusativ | den Stadtstreicher | die Stadtstreicher |
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Stadtstreicherin | die Stadtstreicherinnen |
| Genitiv | der Stadtstreicherin | der Stadtstreicherinnen |
| Dativ | der Stadtstreicherin | den Stadtstreicherinnen |
| Akkusativ | die Stadtstreicherin | die Stadtstreicherinnen |
