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Teer

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Teer
Worttrennung
Teer
Artikel
der Teer; historisch, zuweilen noch österreichisch: das Teer
Geschlecht
maskulin; neutrum historisch und zuweilen noch in Österreich
Genitiv
des Teers oder des Teeres
Plural
Arten: die Teere

Gebrauch: Zähflüssiger brauner bis tiefschwarzer Stoff. Das neutrale Genus ist historisch und zuweilen österreichisch belegt. Dativ dem Teer, seltener dem Teere; Plural den Teeren.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Teer bezeichnet einen braunen bis tiefschwarzen, zähflüssigen Stoff mit stechendem Geruch, der bei der Verarbeitung organischer Substanzen entsteht. Die gewöhnliche Form heißt der Teer; historisch und zuweilen noch in Österreich ist auch das Teer belegt. Verschiedene Arten heißen Teere.

Bedeutungen

Ein zähflüssiger dunkler Stoff

Teer bezeichnet einen zähflüssigen, braunen bis tiefschwarzen Stoff mit stechendem Geruch. Er kann etwa bei Schwelung, Verkokung oder Vergasung organischer Substanzen wie Kohle oder Holz entstehen.

„Die technische Sammlung bezeichnet den Inhalt eines historischen Gebindes als Holzteer.“

Die genauere Benennung nennt eine Herkunft des Materials. Das einfache Wort Teer legt weder eine vollständige Zusammensetzung noch die Eignung für einen bestimmten Zweck fest.

Synonyme: andere Wörter für Teer

Allgemeiner oder genauer benennen

Stoff · Material · Holzteer · Steinkohlenteer

Stoff und Material sind viel allgemeiner. Holzteer und Steinkohlenteer benennen bestimmte Arten und sind deshalb nicht beliebige Ersatzwörter für jeden Teer.

„Die Notiz nennt Teer als Material.“ → bei entsprechender Bestimmung: „Die Notiz nennt Holzteer als Material.“

Die Präzisierung setzt die tatsächliche Materialbestimmung voraus. Aus der dunklen Farbe allein lässt sich diese Art nicht erschließen.

Stoffname und Eigenschaft trennen

zähflüssig · dunkel · stechend riechend

Diese Beschreibungen nennen Eigenschaften, keine gleichbedeutenden Stoffnamen. Viele andere Materialien können ebenfalls dunkel oder zähflüssig sein.

„Das Gebinde enthält Teer.“ → „Das Gebinde enthält einen dunklen, zähflüssigen Stoff.“

Die zweite Fassung verliert die konkrete Stoffzuordnung. Sie erklärt nicht, dass jede entsprechende Masse Teer wäre.

Beispiele und Verwendung

Arten statt Behälter zählen

„Die Vergleichsliste führt zwei Teere unterschiedlicher Herkunft auf.“

Der Plural unterscheidet Materialarten. Zwei Behälter desselben Stoffs wären deshalb nicht automatisch zwei verschiedene Teere.

Geruch und Wertung auseinanderhalten

„Die Erzählerin beschreibt einen stechenden Geruch nach Teer am alten Bootsschuppen.“

Geruch nennt die Wahrnehmung; stechend beschreibt sie genauer. Eine solche Beschreibung erklärt allein keine vollständige Zusammensetzung des wahrgenommenen Materials.

Die neutrale Form im älteren Text erkennen

„In der historischen Materialnotiz steht ‚das Teer‘, während die heutige Erläuterung ‚der Teer‘ verwendet.“

Das unterschiedliche Genus ist hier eine Sprachvariante und kein Beweis für zwei verschiedene Stoffe. Die neutrale Form ist historisch und zuweilen noch in Österreich belegt.

Grammatik und Beugung

Die gewöhnliche Reihe ist maskulin: der Teer. Daneben ist die neutrale Reihe das Teer historisch und zuweilen noch in Österreich belegt. Beide haben die Genitive des Teers und des Teeres sowie den Dativ dem Teer, seltener dem Teere. Der Artenplural heißt Teere, im Dativ Teeren. Die Tabellen trennen die beiden Genusreihen und bewahren ihre Gebrauchseinschränkungen.

Der Teer: maskuline Reihe, Plural für Arten
FallSingularPlural: Arten
Nominativder Teerdie Teere
Genitivdes Teers / des Teeresder Teere
Dativdem Teer; seltener dem Teereden Teeren
Akkusativden Teerdie Teere
Das Teer: historisch, zuweilen noch österreichisch; Plural für Arten
FallSingularPlural: Arten
Nominativdas Teerdie Teere
Genitivdes Teers / des Teeresder Teere
Dativdem Teer; seltener dem Teereden Teeren
Akkusativdas Teerdie Teere

Schreibweise und Worttrennung

Teer ist einsilbig und wird nicht getrennt. Die Mehrzahl wird Tee·re getrennt. Das doppelte e bleibt in den Formen erhalten. Der Dativ Plural Teeren enthält ein zusätzliches n.

Redewendungen und feste Verbindungen

Im Teer sitzen

Die bildliche Wendung bedeutet, sich in Verlegenheit zu befinden.

„Ohne die zugesagten Unterlagen sitzt die Figur im Teer und weiß nicht, wie sie die Besprechung beginnen soll.“

Die fehlenden Unterlagen erklären ihre Verlegenheit. Der Satz beschreibt keinen wirklichen Kontakt mit dem Stoff.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Holzteer und Steinkohlenteer grenzen Arten des Stoffs ein; Teerfass und Teerfleck benennen einen Behälter oder Rückstand. Die Eigenschaft zähflüssig ist keine vollständige Stoffbestimmung.