Unglück
Form & Grammatik
- Stichwort
- Unglück
- Worttrennung
- Un·glück
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Unglücks / des Unglückes
- Plural
- die Unglücke
Plural bei einzelnen Ereignissen; leidvolle Lage und fehlendes Glück ohne Plural.
Definition · kurz erklärt
Unglück kann ein schweres, schädliches Ereignis, eine leidvolle Lage oder fehlendes Glück bezeichnen. Nur einzelne Ereignisse werden als Unglücke gezählt. Bei Pech oder einem Zustand des Leids steht das Wort ohne Plural.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein schlimmes Ereignis
Ein Unglück ist ein Ereignis mit schweren, oft tragischen Folgen. Im Zusammenhang kann ein Unfall oder ein anderes großes Missgeschick gemeint sein. Solche einzelnen Ereignisse lassen sich zählen.
Die Chronik berichtet von zwei Unglücken, die das Dorf innerhalb eines Jahres trafen.
Zwei bezeichnet verschiedene Ereignisse. Was geschah und welche Folgen eintraten, muss die Chronik genauer erklären.
Bedeutung 2: Eine leidvolle Lage
Unglück kann auch den Zustand eines Menschen oder einer Gemeinschaft bezeichnen, der von Leid geprägt ist. Hier geht es nicht um die Zahl einzelner Vorfälle; diese Bedeutung hat keinen Plural.
Die Erzählung zeigt ihr Unglück durch den Verlust des vertrauten Zuhauses.
Die Lage der Figur wird beschrieben. Ein einzelner äußerer Eindruck erklärt noch nicht ihr gesamtes inneres Erleben.
Bedeutung 3: Fehlendes Glück oder Pech
Wer Unglück bei einem Versuch hat, erlebt einen ungünstigen Verlauf oder Ausgang. Die Formulierung richtet den Blick auf mangelndes Glück, ohne jeden Grund des Scheiterns genau zu benennen. Auch diese Bedeutung steht ohne Plural.
Er hatte das Unglück, genau während der kurzen Schließzeit anzukommen.
Das ungünstige Zusammentreffen ist gemeint. Der Satz behauptet keine dauerhafte Eigenschaft oder Schuld der Person.
Unglück: Synonyme und andere Wörter
Beim Ereignis und bei der Lage
schwerer Unfall · Katastrophe · Elend
Unfall passt nur zu einem entsprechenden Vorfall. Katastrophe betont das besonders große Ausmaß. Elend bezeichnet eher eine schlechte Lage. Die Wörter lassen sich deshalb nicht in allen drei Bedeutungen austauschen.
„Das Unglück ereignete sich am Morgen“ nennt einen Vorfall. „Sie lebte im Unglück“ beschreibt dagegen einen Zustand.
Beim ungünstigen Zufall
Pech · Missgeschick
Pech ist die naheliegende Alternative bei fehlendem Glück. Ein Missgeschick ist häufig ein begrenzter, kleinerer Vorfall. Ein schweres Unglück so zu nennen, könnte dessen Folgen unangemessen verharmlosen.
„Er hatte Unglück mit dem Wetter“ lässt sich als „Er hatte Pech mit dem Wetter“ ausdrücken. Bei einem schweren Unfall wäre diese Umschreibung oft zu beiläufig.
Beispiele und Verwendung
Ereignis und Gefühl trennen
Nach dem Unglück berichten die Figuren sehr unterschiedlich über das Erlebte.
Dasselbe Ereignis führt nicht automatisch zu denselben Gefühlen oder Erzählungen. Der Text muss die einzelnen Perspektiven zeigen.
Eine Steigerung im Ablauf erklären
Zu allem Unglück war inzwischen auch das Ersatzrad beschädigt.
Die Verbindung fügt zu einer schon ungünstigen Lage einen weiteren Nachteil hinzu. Sie ist stärker wertend als die bloße zeitliche Ergänzung außerdem.
Grammatik und Beugung
Unglück ist sächlich. Die Genitive lauten des Unglücks oder des Unglückes. Die Tabelle zeigt den zählbaren Ereignisgebrauch mit die Unglücke und den Unglücken. Leidvolle Lage und fehlendes Glück werden ohne Plural verwendet.
Die Worttrennung lautet Un·glück. Ins Unglück geraten bezeichnet ein Hineingeraten in eine schlechte Lage. Dabei wird Unglück als Substantiv großgeschrieben.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Unglück | die Unglücke |
| Genitiv | des Unglücks / des Unglückes | der Unglücke |
| Dativ | dem Unglück | den Unglücken |
| Akkusativ | das Unglück | die Unglücke |
Redewendungen und feste Verbindungen
Ein Unglück kommt selten allein
Das Sprichwort kommentiert, dass zu einem schlechten Ereignis weitere Schwierigkeiten hinzukommen. Es drückt eine Erfahrung oder resignierte Einschätzung aus.
Erst platzte die Verabredung, dann fiel der Zug aus: Ein Unglück kommt selten allein.
Der Satz ist ein eigener umgangssprachlicher Kommentar. Das Sprichwort ist keine nachgewiesene Regel über die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse.
