Würdigung
Form & Grammatik
- Stichwort
- Würdigung
- Worttrennung
- Wür·di·gung
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Würdigung
- Plural
- die Würdigungen (Texte oder Ehrungen)
Gebrauch: Anerkennung und Abwägen im Singular; einzelne Texte/Ehrungen sind zählbar.
Definition · kurz erklärt
Würdigung bedeutet, den Wert oder die Bedeutung von etwas zu berücksichtigen. Gemeint sein können die Anerkennung einer Leistung, eine sorgfältige Beurteilung oder ein Text beziehungsweise eine Ehrung, die solche Anerkennung ausdrückt.
Bedeutungen
Eine Leistung anerkennen
Bei dieser Bedeutung wird der Beitrag einer Person wahrgenommen und wertgeschätzt. Die Anerkennung kann sich etwa auf eine einzelne Arbeit oder ein Lebenswerk beziehen. Würdigung ist dann der Vorgang oder die Haltung des Anerkennens.
„In Würdigung ihrer langjährigen Arbeit dankte der Verein der ehrenamtlichen Organisatorin.“
Die Leistung wird ausdrücklich zum Grund des Dankes gemacht. Eine bestimmte Auszeichnung ist damit noch nicht genannt.
Gründe oder Umstände sorgfältig abwägen
Würdigung kann eine sachliche Betrachtung sein, bei der die Bedeutung verschiedener Umstände berücksichtigt wird. Diese Lesart muss kein Lob enthalten. Ein Ergebnis kann auch kritisch ausfallen.
„Nach eingehender Würdigung beider Vorschläge entschied sich die Gruppe für eine dritte Lösung.“
Die Vorschläge wurden abgewogen. Dass keiner übernommen wird, widerspricht einer sorgfältigen Würdigung nicht.
Ein Text oder eine Ehrung drückt Anerkennung aus
Eine Würdigung kann auch ein konkreter Beitrag über eine Person oder Leistung sein. Ebenso können einzelne Ehrenerweisungen so heißen. In dieser zählbaren Bedeutung sind mehrere Würdigungen möglich.
„Zum Jubiläum erschienen drei Würdigungen ihres schriftstellerischen Werks.“
Hier werden einzelne Beiträge gezählt. Die Zahl sagt noch nichts darüber, wie ausführlich oder kritisch diese Texte sind.
Synonyme: andere Wörter für Würdigung
Anerkennung oder Wertschätzung
Anerkennung · Wertschätzung · Ehrung
Anerkennung ist eine nahe Alternative beim positiven Wahrnehmen einer Leistung. Ehrung betont eine konkrete bekundete Anerkennung. Das sorgfältige Abwägen eines Sachverhalts muss dagegen keine Ehrung sein.
„Die Arbeit verdient Würdigung.“ → „Die Arbeit verdient Anerkennung.“
Hier bleibt der positive Sinn erhalten. Für die Prüfung widersprüchlicher Angaben wäre Anerkennung keine gleichwertige Umschreibung.
Beurteilung oder ein würdigender Beitrag
Beurteilung · Abwägung · würdigender Artikel
Beurteilung passt zur sachlichen Prüfung, ein würdigender Artikel zum konkreten Text. Wer alles durch Lob ersetzt, verliert die abwägende Lesart.
„Die Würdigung der Gründe dauerte lange.“ → „Die Abwägung der Gründe dauerte lange.“
Das Beispiel beschreibt eine Prüfung. Es geht nicht darum, die Gründe feierlich auszuzeichnen.
Beispiele und Verwendung
Den Gegenstand nennen
„Die Rede enthält eine Würdigung ihrer Forschungsarbeit und nennt zwei konkrete Beiträge.“
Der Bezug macht das Lob nachvollziehbar. Ein pauschaler Ehrenname allein würde die Leistung nicht erklären.
Kritisch bedeutet nicht geringschätzig
„Die kritische Würdigung hebt gelungene Gedanken hervor und benennt zugleich offene Fragen.“
Kritisch meint hier prüfend und unterscheidend. Der Ausdruck muss kein vollständiges Verwerfen des Werks bedeuten.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Würdigung, der Würdigung und bei einzelnen Texten oder Ehrungen die Würdigungen. Die abstrakten Bedeutungen Anerkennung und Abwägen stehen im Singular.
Die Pluralspalte gilt für einzelne würdigende Beiträge oder Ehrungen. Ein Genitiv nennt den Gegenstand: die Würdigung des Werks. Eine genaue Ergänzung hilft, Anerkennen und Abwägen auseinanderzuhalten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Würdigung | die Würdigungen |
| Genitiv | der Würdigung | der Würdigungen |
| Dativ | der Würdigung | den Würdigungen |
| Akkusativ | die Würdigung | die Würdigungen |
Schreibweise und Worttrennung
Das Substantiv wird großgeschrieben. Die Worttrennung lautet Wür·di·gung.
