Xanthippe
Form & Grammatik
- Stichwort
- Xanthippe
- Worttrennung
- Xan·thip·pe
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Xanthippe
- Plural
- die Xanthippen
Abwertende Personenbezeichnung; vom gleichlautenden Eigennamen unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Eine Xanthippe ist eine Frau, die jemand abwertend als zänkisch oder streitsüchtig bezeichnet. Das Wort enthält eine historische Anspielung und eine deutliche Wertung; es ist keine neutrale Beschreibung.
Bedeutungen
1 Abwertende Bezeichnung für eine streitsüchtige Frau
Wer eine Frau Xanthippe nennt, stellt sie als unerträglich streitlustig dar. Die Bezeichnung bewertet also eine Person und lässt zugleich erkennen, wie der Sprecher auf sie blickt. Ein begründeter Widerspruch allein rechtfertigt diese Bewertung nicht.
„Der Erzähler nennt die Nachbarin eine Xanthippe, obwohl sie nur auf die falsche Abrechnung hinweist.“
Der Satz unterscheidet die Bezeichnung des Erzählers vom tatsächlich gezeigten Verhalten. Für eine Figurenanalyse ist gerade diese mögliche Verzerrung aufschlussreich.
Xanthippe: Synonyme und andere Wörter
Streitsüchtige Frau oder Xanthippe?
Die Umschreibung streitsüchtige Frau macht die behauptete Eigenschaft unmittelbar verständlich. Xanthippe fügt die Anspielung auf die antike Frauenfigur hinzu und wirkt stärker etikettierend.
„Er beschreibt sie als streitsüchtig.“ – „Er beschimpft sie als Xanthippe.“
Im zweiten Satz steht die herabsetzende Benennung im Vordergrund. Frau allein ist kein bedeutungsgleiches Ersatzwort: Es enthält weder den Streitvorwurf noch die Abwertung.
Das verwandte Adjektiv xanthippisch
Xanthippisch bezeichnet eine als zänkisch bewertete Art. Es ist mit dem Nomen verwandt, gehört aber einer anderen Wortart an.
„Die Figur gilt ihm als Xanthippe.“ – „Er unterstellt ihr eine xanthippische Art.“
Beide Sätze geben dieselbe wertende Perspektive wieder. Ein bloßer Austausch funktioniert grammatisch nicht: Ein Nomen bezeichnet hier eine Person, das Adjektiv eine zugeschriebene Eigenschaft.
Beispiele und Verwendung
„In der Rezension wird die Mutterfigur als Xanthippe abgetan.“
Abgetan macht deutlich, dass die Rezension eine pauschale negative Einordnung vornimmt. Die Analyse sollte zeigen, welche Textstellen diese Einordnung tatsächlich stützen.
„Aus einer sachlichen Beschwerde macht der Erzähler das Gezänk einer Xanthippe.“
Hier gehört die problematische Bewertung selbst zum Gegenstand der Untersuchung. In einer eigenen sachlichen Beschreibung ist es genauer, die konkrete Beschwerde zu benennen.
Die Wortherkunft verweist auf Xanthippe, die Ehefrau des Sokrates. Ihr später überliefertes Bild ist von der Frage zu trennen, wie die historische Person tatsächlich war. Der Eigenname und die abwertende Gattungsbezeichnung sind deshalb nicht einfach dieselbe Bedeutung.
Grammatik und Beugung
Das Nomen wird großgeschrieben und feminin verwendet: die Xanthippe. Im Singular bleibt die Wortform in allen vier Fällen gleich; die Unterscheidung zeigt der Artikel. Im Plural erhält das Nomen die Endung -n.
Die Tabelle gilt für die Personenbezeichnung. Bei der historischen Person handelt es sich dagegen um einen Eigennamen; beispielsweise ist Xanthippes Leben eine andere Konstruktion als der Vorwurf einer Xanthippe.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Xanthippe | die Xanthippen |
| Genitiv | der Xanthippe | der Xanthippen |
| Dativ | der Xanthippe | den Xanthippen |
| Akkusativ | die Xanthippe | die Xanthippen |
