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Zeit

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Zeit
Worttrennung
Zeit
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Zeit
Plural
die Zeiten

Zeit als allgemeiner Ablauf wird ohne Plural gebraucht. Zeiten bezeichnet etwa Abschnitte, Epochen, gemessene Leistungen oder grammatische Zeitformen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zeit bezeichnet den Ablauf von Augenblicken und Ereignissen. Je nach Zusammenhang kann das Wort auch einen Zeitpunkt, eine Dauer, eine geschichtliche Epoche oder eine grammatische Zeitform meinen. Diese Bedeutungen sind nicht mit einem einzigen Ersatzwort abzudecken.

Bedeutungen

1 Der Ablauf von Ereignissen

Zeit kann das Nacheinander von Augenblicken und Vorgängen bezeichnen. In dieser allgemeinen Bedeutung wird das Wort ohne Plural verwendet. Aussagen wie die Zeit vergeht beschreiben den Ablauf, nicht eine bestimmte Uhrzeit.

„Während des Wartens scheint die Zeit für die Romanfigur langsamer zu vergehen.“

Scheint kennzeichnet ihre Wahrnehmung. Eine Veränderung der gemessenen Zeit ist damit nicht als Tatsache behauptet.

2 Ein Zeitpunkt oder eine Uhrzeit

Zeit kann eine Stelle im zeitlichen Ablauf meinen. Bei einer Verabredung oder der Frage nach der Zeit geht es häufig um eine Uhrzeit. Der Bezug kann aber auch durch ein Ereignis festgelegt werden.

„Wir vereinbaren eine feste Zeit für die nächste Probe.“

Ein Termin wird bestimmt. Wie lange die Probe dauert, sagt die Angabe des Beginns allein noch nicht.

3 Eine Dauer oder verfügbare Zeitspanne

Das Wort kann einen Abschnitt zwischen Anfang und Ende bezeichnen. Bei Zeit haben oder Zeit brauchen steht die für eine Tätigkeit verfügbare beziehungsweise benötigte Dauer im Mittelpunkt. Im Sport kann eine gemessene Zeit eine Leistung beziffern.

„Für die Vorbereitung bleiben der Gruppe dreißig Minuten Zeit.“

Die verfügbare Dauer ist ausdrücklich angegeben. Dass alle Aufgaben in diesem Abschnitt tatsächlich erledigt werden, wird nicht zugesichert.

4 Ein geschichtlicher oder persönlicher Abschnitt

Zeit kann eine Epoche oder eine Lebensphase einschließlich ihrer Verhältnisse nennen. Solche Abschnitte können kurz oder lang sein und unterschiedlich genau begrenzt werden.

„Die Briefe stammen aus ihrer Zeit als Lehrerin.“

Die berufliche Phase grenzt den Zeitraum ein. Ein bestimmtes Kalenderjahr muss zusätzlich belegt werden.

5 Eine grammatische Zeitform

In der Grammatik kann Zeit für Tempus beziehungsweise Zeitform stehen, etwa Präsens, Präteritum oder Perfekt. Die grammatische Form ist nicht in jedem Satz mit derselben Zeitstufe des gemeinten Geschehens gleichzusetzen.

„Die Aufgabe verlangt, das Verb in die angegebene Zeit zu setzen.“

Hier geht es um eine grammatische Form. Die Bearbeitungsdauer oder eine Uhrzeit ist nicht gemeint.

Zeit: Synonyme und andere Wörter

Zeit, Zeitpunkt oder Zeitspanne?

Zeitspanne bezeichnet einen Abschnitt mit Ausdehnung; Zeitpunkt eine Stelle darin. Dauer hebt hervor, wie lange etwas besteht. Epoche passt zu bestimmten geschichtlichen Abschnitten, Tempus zur grammatischen Bedeutung.

„Die Vorbereitung braucht Zeit.“ – „Für die Probe vereinbaren wir eine Zeit.“

Der erste Satz nennt eine benötigte Dauer. Der zweite bestimmt einen Termin. Dauer und Zeitpunkt dürfen deshalb nicht unverändert gegeneinander ausgetauscht werden.

Beispiele und Verwendung

„Der Roman überspringt zehn Jahre und erzählt die letzte Stunde sehr ausführlich.“

Die Länge des dargestellten Abschnitts und der Raum, den das Erzählen einnimmt, können stark auseinanderliegen. Das allgemeine Nomen ersetzt nicht die genaueren Begriffe einer Erzählanalyse: erzählte Zeit für den dargestellten Zeitraum und Erzählzeit für den Umfang beziehungsweise die Dauer des Erzählens oder Lesens.

„Die Läuferin verbessert ihre Zeit im zweiten Versuch.“

Im sportlichen Kontext ist eine gemessene Dauer gemeint. Ob eine kleinere oder größere Zeit als Verbesserung gilt, bestimmt die jeweilige Aufgabe.

„Zur Zeit des Umbaus war der Lesesaal geschlossen.“

Der ausdrücklich genannte Umbau bestimmt den Zeitraum. Das zusammengeschriebene Adverb zurzeit würde dagegen den betrachteten gegenwärtigen Stand nennen.

Grammatik und Beugung

Zeit ist feminin: die Zeit, der Zeit. Die Mehrzahl lautet Zeiten, im Dativ den Zeiten. Im Singular verändert sich das Nomen zwischen den vier Fällen nicht. Der allgemeine Zeitablauf hat keinen Plural; die Tabelle zeigt auch die zählbaren Verwendungen. Das einsilbige Wort wird nicht getrennt. Zurzeit bedeutet gegenwärtig und wird zusammengeschrieben. Zur Zeit mit einem näheren Zeitbezug ist eine Wortgruppe mit großgeschriebenem Nomen, etwa zur Zeit des Umbaus.

Deklination von Zeit
FallSingularPlural
Nominativdie Zeitdie Zeiten
Genitivder Zeitder Zeiten
Dativder Zeitden Zeiten
Akkusativdie Zeitdie Zeiten

Redewendungen und feste Verbindungen

Sich Zeit nehmen

Die Verbindung bedeutet, eine Tätigkeit ohne Überstürzung anzugehen oder jemandem Aufmerksamkeit zu widmen. „Nora nimmt sich Zeit für die Fragen der neuen Mitschülerin.“ Die Zuwendung wird hervorgehoben; ihre genaue Dauer bleibt offen.

Mit der Zeit gehen

Damit ist gemeint, sich an neuere Entwicklungen anzupassen. „Der Verein will mit der Zeit gehen und bietet auch digitale Treffen an.“ Die Wendung bewertet den Anschluss an Entwicklungen. Dass jede neue Lösung besser ist, folgt daraus nicht.

Von Zeit zu Zeit

Die Verbindung bedeutet gelegentlich. „Von Zeit zu Zeit liest die Gruppe ihre alten Texte noch einmal.“ Ein fester Rhythmus ist damit nicht vereinbart; wöchentlich wäre eine genauere Angabe.