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Zeug

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Zeug
Worttrennung
Zeug
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Zeugs / des Zeuges
Plural
Zeuge (ältere/Fachverwendungen); Sachen und Unsinn ohne Plural

Sachen/Unsinn umgangssprachlich, oft abwertend. Stoff und Arbeitsgerät veraltet; Kleidung veraltend; Takelage seemännisch. Nicht mit dem maskulinen Personenwort Zeuge verwechseln.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zeug fasst umgangssprachlich Dinge oder Material zusammen und kann dabei abwerten. Dummes Zeug meint Unsinn. In älteren Texten und in Fachsprache kann das Wort außerdem Stoff, Kleidung oder bestimmte Ausrüstungen bezeichnen.

Bedeutungen

1 Dinge oder Material ungenau zusammenfassen

Zeug kann unterschiedliche Gegenstände oder Stoffe meinen, ohne sie genauer zu benennen. Häufig klingt dabei geringe Wertschätzung mit; der Satz kann aber auch nur nachlässig oder ungeduldig formuliert sein.

„Die Gruppe räumt ihr Zeug vom Basteltisch, damit dort gelesen werden kann.“

Der Tisch und die vorherige Arbeit klären den Bezug. Dass die Dinge wertlos oder unbrauchbar wären, folgt daraus nicht.

2 Äußerungen oder Handlungen als Unsinn abwerten

Dummes, albernes oder wirres Zeug kann eine Aussage oder Tätigkeit als unsinnig bewerten. Der Ausdruck liefert noch keine sachliche Widerlegung und steht in dieser Bedeutung ohne Plural.

„Die Figur nennt die Erklärung dummes Zeug, beantwortet aber keine ihrer Begründungen.“

Das Beispiel zeigt eine Ablehnung. Ob die Erklärung tatsächlich falsch ist, bleibt ohne weitere Prüfung offen.

3 Veraltet: Gewebe oder Stoff

In älteren Texten kann Zeug einen Stoff beziehungsweise ein Gewebe bezeichnen. Angaben wie fein, grob oder fest beschreiben dann das Material.

„In der historischen Beschreibung besteht der Mantel aus grobem Zeug.“

Gemeint ist ein Gewebe. Die Formulierung allein bestimmt noch keine genaue Faserart oder Herstellungsweise.

4 Veraltend: Kleidung oder Wäsche

Zeug kann veraltend auch die Kleidung oder Wäsche einer Person zusammenfassen. Warme Sachen erklärt einen solchen Satz häufig verständlicher.

„Im älteren Dialog ermahnt die Mutter das Kind, bei der Kälte sein dickes Zeug anzuziehen.“

Der Gesprächszusammenhang legt Kleidung nahe. Hier geht es nicht um das Einpacken beliebiger Geräte.

5 Veraltet: Arbeitsgeräte

Zeug kann in älterer Sprache Arbeitsgerät und Werkzeug meinen. Welche Geräte dazugehören, bestimmt die beschriebene Tätigkeit.

„Der Handwerker holt in der Erzählung sein Zeug aus der Werkstatt.“

Die Werkstatt stützt den Gerätebezug. Eine vollständige Liste bestimmter Werkzeuge wird damit nicht genannt.

6 In der Seemannssprache: Takelage

In einem seemännischen Text kann Zeug die Takelage eines Schiffs meinen. Diese Fachverwendung muss von der allgemeinen Bezeichnung für irgendwelche Sachen unterschieden werden.

„Das historische Seefahrtsglossar erklärt den Ausdruck mit vollem Zeug segeln.“

Der Segelzusammenhang grenzt die Bedeutung ein. Der Ausdruck ist keine beliebige Aussage über voll beladene Räume.

7 Veraltet: Geschirr der Zugtiere

Zeug kann veraltet das Geschirr bezeichnen, mit dem ein Zugtier mit einem Fahrzeug oder Gerät verbunden ist. Diese Vorstellung steckt auch hinter heute noch verwendeten bildlichen Wendungen.

„Die Erzählung beschreibt das Anlegen des Zeugs vor der Wagenfahrt.“

Das Geschirr ist gemeint. Der Satz sagt nicht, dass mit Zeug das Tier selbst bezeichnet wird.

Zeug: Synonyme und andere Wörter

Zeug, Sachen oder Kram?

Sachen ist eine allgemeinere, neutralere Bezeichnung für Gegenstände. Kram klingt ebenfalls umgangssprachlich und kann Dinge oder Angelegenheiten zusammenfassen.

Ein Austausch kann den Ton und die Grammatik verändern. Gerümpel würde meist stärker den vermeintlich schlechten Zustand oder die störende Ansammlung betonen.

„Pack dein Zeug in die Tasche.“ – „Pack deine Sachen in die Tasche.“ Die zweite Fassung benennt weiterhin unbestimmte Gegenstände, wertet aber weniger leicht ab.

Unsinn oder eine genaue Beschreibung?

Bei einer Äußerung können Unsinn oder Geschwätz zur abwertenden Lesart passen. Sie erklären aber nicht, warum die Aussage als falsch oder inhaltsarm beurteilt wird.

Für eine sachliche Kritik ist der konkrete Fehler nützlicher. Falsche Jahreszahlen benennt etwas anderes und Genaueres als bloß dummes Zeug.

„Der Bericht enthält dummes Zeug“ ist ein pauschales Urteil. „Der Bericht verwechselt zwei Jahreszahlen“ nennt einen überprüfbaren Einwand.

Beispiele und Verwendung

Die gemeinten Dinge nennen

„Mit dem Zeug meint die Figur ihre Stifte, Papierstücke und Kleberollen.“

Die Aufzählung löst die ungenaue Sammelbezeichnung auf. Sie sagt nichts über Wert oder Qualität der Gegenstände aus.

Eine Form nicht mit einem anderen Nomen verwechseln

„Das Verzeichnis nennt alte Zeuge.“ – „Der Zeuge beantwortet eine Frage.“

Im ersten passenden Material- oder Ausrüstungskontext kann Zeuge ein seltener älterer Plural dieses Sachworts sein. Der maskuline Zeuge im zweiten Satz ist dagegen ein anderes Wort für eine Person.

Grammatik und Beugung

Das Sachwort ist neutral und einsilbig: das Zeug. Die Genitive lauten des Zeugs und des Zeuges. Im Dativ Singular ist neben dem gewöhnlichen dem Zeug die ältere Form dem Zeuge belegt. Das Wort wird nicht getrennt.

Bei der umgangssprachlichen Sammelbezeichnung für Sachen oder Unsinn wird kein Plural verwendet. Die überlieferten Formen Zeuge und Zeugen gehören zu zählbaren älteren beziehungsweise fachlichen Stoff-/Ausrüstungsverwendungen. Die Tabelle darf deshalb nicht als allgemeine Aufforderung verstanden werden, verschiedene Alltagsgegenstände Zeuge zu nennen.

Der Zeuge für eine aussagende Person ist ein eigenes maskulines Nomen. Dessen Form des Zeugen ist nicht der Genitiv von das Zeug. Auch wenn Zeugen in beiden Reihen vorkommen kann, entscheidet die ganze Artikel- und Satzkonstruktion über die Zuordnung.

Zeug: Singular und auf alte/Fachbedeutungen begrenzter Plural
FallSingularPlural eingeschränkt
Nominativdas Zeugdie Zeuge
Genitivdes Zeugs / des Zeugesder Zeuge
Dativdem Zeug / älter dem Zeugeden Zeugen
Akkusativdas Zeugdie Zeuge

Was bedeutet sich ins Zeug legen?

Die umgangssprachliche Wendung bedeutet, sich kräftig anzustrengen. Sich für jemanden ins Zeug legen heißt, sich besonders für diese Person einzusetzen. „Für die gemeinsame Aufführung legte sich die Gruppe ins Zeug und probte zusätzlich.“ Das beschreibt ihren Einsatz, garantiert aber kein bestimmtes Ergebnis.

Das Zeug zu etwas haben

Wer das Zeug zu etwas hat, besitzt nach dieser Einschätzung die nötigen Fähigkeiten oder Anlagen. „Die Trainerin meint, das Team habe das Zeug zum Finale.“ Gemeint ist eine zugetraute Möglichkeit, kein bereits erreichtes Finale.

Was das Zeug hält

Die umgangssprachliche Verbindung verstärkt eine Tätigkeit im Sinn von kräftig oder intensiv. „Beim Finale sang das Publikum, was das Zeug hielt.“ Damit wird die Intensität hervorgehoben, nicht die musikalische Qualität beurteilt.