Zeugs
Form & Grammatik
- Stichwort
- Zeugs
- Worttrennung
- Zeugs
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Zeugs
- Plural
- kein Plural
Umgangssprachlich, oft abwertend. Das s gehört hier zur Grundform; von der Genitivform des Wortes Zeug unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Zeugs nennt man umgangssprachlich Dinge oder Material, die man nicht genauer bezeichnet. Häufig schwingt Ablehnung mit: Die Sachen erscheinen dem Sprecher lästig, unwichtig oder wertlos.
Bedeutungen
1 Ungenau benannte, oft abgewertete Dinge
Das Wort fasst Sachen oder Material zusammen, ohne ihre genaue Art zu nennen. Entscheidend ist häufig die Haltung des Sprechers, nicht der tatsächliche Wert der Gegenstände. Was jemand als Zeugs bezeichnet, kann für einen anderen wichtig sein.
„Nenn meine alten Briefe bitte nicht Zeugs; ich möchte sie aufbewahren.“
Die Briefe werden nicht plötzlich wertlos. Der Satz wehrt sich gegen eine achtlose oder geringschätzige Benennung.
Zeugs: Synonyme und andere Wörter
Kram oder Gegenstände?
Kram ist ein ähnliches umgangssprachliches Sammelwort. Gegenstände und Sachen klingen sachlicher und lassen die Bewertung eher offen.
„Pack das Zeugs in die Kiste.“ – „Pack die Gegenstände in die Kiste.“
Im zweiten Satz fehlt der mögliche genervte Unterton. Die Benennung ist aber noch immer ungenau: Wenn Klarheit wichtig ist, helfen konkrete Wörter wie Werkzeuge oder Unterlagen.
Zeugs ist nicht immer Unsinn
Bei abgelehnten Äußerungen kann die Umgebung eine Nähe zu Unsinn herstellen. Der materielle Gebrauch ist davon zu unterscheiden.
„Auf dem Tisch liegt noch Zeugs.“ – „Er erzählt seltsames Zeugs.“
Im ersten Satz sind Sachen gemeint, im zweiten wird das Gesagte wenig genau und womöglich abwertend bezeichnet. Unsinn würde zusätzlich behaupten, dass die Aussage unvernünftig oder falsch sei.
Beispiele und Verwendung
„Vor dem Streichen räumten wir das ganze Zeugs vom Boden.“
Die Sammelbezeichnung erspart eine Aufzählung. Der Satz allein sagt noch nicht, ob die Dinge später entsorgt oder wieder benutzt werden.
„Die Sammlerin ärgerte sich, als jemand ihre Stücke als Zeugs bezeichnete.“
Die Reaktion zeigt die soziale Wirkung der Wortwahl. Für eine höfliche Bitte wäre deine Sammlung eine deutlich passendere Benennung.
In förmlichen E-Mails und genauen Beschreibungen ist Zeugs oft zu vage. Bitte senden Sie mir die Unterlagen sagt dem Empfänger mehr als eine Bitte um das Zeugs. In einem Dialog kann die saloppe Wortwahl dagegen die Haltung einer Figur sichtbar machen.
Grammatik und Beugung
Das selbstständige Nomen heißt das Zeugs. Es wird in dieser Sammelbedeutung nur im Singular verwendet. Das auslautende s steht bereits im Nominativ und verschwindet in den anderen Fällen nicht.
Daneben kann Zeugs grammatisch eine Genitivform zu Zeug sein, etwa in die Farbe des Zeugs. Deshalb entscheidet die Satzkonstruktion darüber, welches Lemma vorliegt. Diese Form ist keine neue Bedeutung des selbstständigen Sammelwortes.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | das Zeugs |
| Genitiv | des Zeugs |
| Dativ | dem Zeugs |
| Akkusativ | das Zeugs |
