Unsinn
Form & Grammatik
- Stichwort
- Unsinn
- Worttrennung
- Un·sinn
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Unsinns oder des Unsinnes
- Plural
- ohne Plural
Wertende Bezeichnung für fehlenden Sinn, etwas Unvernünftiges oder Unfug. Die Bewertung allein ersetzt keine Begründung.
Definition · kurz erklärt
Unsinn bezeichnet fehlenden Sinn oder etwas, das als unvernünftig beurteilt wird. In Unsinn machen kann auch albernes oder unüberlegtes Verhalten gemeint sein.
Bedeutungen
Wenn ein sinnvoller Zusammenhang fehlt
Unsinn kann das Fehlen eines nachvollziehbaren Sinns bezeichnen. Ob eine Aussage so bewertet werden sollte, hängt von ihrem Inhalt und den Maßstäben der Beurteilung ab. Ein ungewohnter Gedanke ist nicht schon deshalb unsinnig, weil man ihn zunächst nicht versteht.
„Die Prüferin erläutert den Unsinn der Rechnung: Sie addiert hier Zahlen mit nicht vergleichbaren Einheiten.“
Die Erklärung nennt einen konkreten Fehler. Ein bloßes „Das ist Unsinn“ würde denselben Nachweis noch nicht liefern.
Eine Idee oder Handlung als unvernünftig bewerten
Auch ein bestimmter Vorschlag oder Vorgang kann Unsinn genannt werden. Die sprechende Person verwirft ihn als sinnlos oder töricht. Dabei kann es um Zweckmäßigkeit gehen, nicht nur um einen logischen Widerspruch.
„Die Fahrt ohne die benötigten Unterlagen hielt sie für Unsinn.“
Das Urteil bezieht sich auf den erwarteten Nutzen der Fahrt. Es ist genauer, den fehlenden Nutzen zu nennen, als nur das Vorhaben abzuwerten.
Unfug und ausgelassenes Verhalten
Wer Unsinn macht, kann albern oder unüberlegt handeln. Je nach Ton ist das eine milde Beschreibung eines Spaßes oder eine deutliche Ermahnung. Die konkrete Handlung entscheidet, ob etwas nur spielerisch oder tatsächlich störend ist.
„In der Pause machten die Freunde Unsinn und erfanden absurde Reimwörter.“
Das Beispiel beschreibt spielerisches Verhalten. Daraus folgt noch keine schädliche oder gefährliche Handlung.
Unsinn: Synonyme und andere Wörter
Bei Aussagen und Gedanken
Blödsinn · unvernünftige Behauptung
Blödsinn klingt meist salopper. Eine begründete Umschreibung ist für einen sachlichen Text oft genauer. Falschheit und Sinnlosigkeit sind zudem nicht identisch: Eine verständliche Behauptung kann falsch sein.
„Die Behauptung stimmt nicht, weil der Beleg das Gegenteil zeigt“ erklärt eine Kritik genauer als „Das ist alles Unsinn“.
Bei einer Handlung
Unfug · Albernheit
Unfug passt zum unvernünftigen Tun. Albernheit betont mangelnden Ernst und muss kein schwerer Vorwurf sein. Bei einer literarischen Gestaltung ist Nonsens außerdem ein eigener Gattungs- und Gestaltungsbegriff.
Ein absichtlich widersprüchliches Gedicht ist nicht einfach ein misslungener Sachtext. Die Unterscheidung zwischen Spiel und sachlichem Anspruch ist für die Bewertung entscheidend.
Beispiele und Verwendung
Eine Kritik erläutern
„Ich halte den zusätzlichen Weg für Unsinn, weil beide Stellen dieselben Unterlagen verlangen.“
Der Nachsatz macht das Urteil überprüfbar. Ob es zutrifft, hängt unter anderem davon ab, ob die beiden Stellen wirklich dieselbe Aufgabe erfüllen.
Eine Figurenstimme einordnen
„Der Vater nennt den Plan Unsinn; die Tochter begründet ihn später ausführlich.“
Das Wort gehört zunächst zur ablehnenden Perspektive des Vaters. Eine Analyse sollte seine Reaktion nicht ohne Prüfung zum Urteil des ganzen Textes machen.
Grammatik und Beugung
Unsinn ist maskulin und wird ohne Plural gebraucht. Im Genitiv sind des Unsinns und des Unsinnes möglich. Für mehrere einzelne Vorgänge eignen sich zum Beispiel unsinnige Handlungen; dafür wird kein künstlicher Plural des Nomens benötigt.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Unsinn |
| Genitiv | des Unsinns / des Unsinnes |
| Dativ | dem Unsinn |
| Akkusativ | den Unsinn |
Die Form mit dem Unsinn steht im Dativ. Das abgeleitete Adjektiv lautet unsinnig. Worttrennung: Un·sinn.
Was bedeutet Unsinn im Kopf haben?
Die umgangssprachliche Verbindung wirft jemandem vor, an unvernünftige oder alberne Dinge zu denken. „Die Gruppe hat vor der Probe nur Unsinn im Kopf und hört der Erklärung nicht zu“ nennt ein konkretes Verhalten. Die Wendung ist eine wertende Beschreibung, keine Aussage über eine Erkrankung.
