Zitat
Form & Grammatik
- Stichwort
- Zitat
- Worttrennung
- Zi·tat
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Zitats / des Zitates
- Plural
- die Zitate
Definition · kurz erklärt
Ein Zitat ist eine wörtlich übernommene Textstelle oder Äußerung. Das Wort kann außerdem einen bekannten Ausspruch bezeichnen. Der Wortlaut ist von einer eigenen Zusammenfassung oder Deutung zu unterscheiden.
Bedeutungen
Wörtlich wiedergegebene Stelle
Ein Zitat übernimmt den Wortlaut einer Äußerung oder eines Textes. In einer Analyse kann es als Beleg dienen: Die Leser können nachvollziehen, auf welche Formulierung sich eine Deutung stützt. Eine bloße Zusammenfassung gibt dagegen den Inhalt mit anderen Worten wieder.
„Im Ausgangstext steht: ‚Der Zug fährt um acht Uhr ab.‘ Diesen Satz übernimmt die Analyse als Zitat.“
Der wiedergegebene Satz ist hier ein eigenes Übungsbeispiel. Aus dem Wortlaut allein folgt noch nicht, ob der Zug tatsächlich pünktlich abfährt; eine Deutung benötigt weiteren Kontext.
Bekannter Ausspruch
Zitat kann auch einen Ausspruch bezeichnen, der als überlieferte Formulierung verwendet wird. Der Satz muss dann nicht eigens als Beleg einer Analyse dienen. Wichtig bleibt, dass seine Zuordnung und sein Wortlaut überprüfbar sind.
„Für die Einladung suchte sie ein passendes Zitat aus einem Gedicht.“
Gemeint ist eine übernommene Formulierung, nicht ein selbst erfundener Spruch. Eine bekannte Zeile sollte nicht allein deshalb einer berühmten Person zugeschrieben werden, weil sie passend klingt.
Zitat: Synonyme und andere Wörter
Wörtliche Übernahme oder Beleg?
Anführung · Textstelle · Ausspruch · Beleg
Anführung betont das Wiedergeben, Textstelle die Stelle im Ausgangstext. Ausspruch passt zu einer prägnanten Äußerung. Beleg beschreibt dagegen eine Funktion: Auch eine Beobachtung kann ein Beleg sein, ohne ein Zitat zu bilden. Ein Diktum ist eine bildungssprachliche Bezeichnung für eine pointierte Aussage; es muss nicht in jedem Zusammenhang ein Zitat sein.
„Die Textstelle nennt eine Abfahrtszeit“ benennt den Gegenstand. „Das Zitat belegt die Wortwahl“ erklärt, wozu die genaue Übernahme dient.
Beispiele und Verwendung
Zitat und Paraphrase unterscheiden
Original: „Der Zug fährt um acht Uhr ab.“ Zitat: „Der Zug fährt um acht Uhr ab.“ Umschreibung: Die Abfahrt des Zuges ist für acht Uhr vorgesehen.
Nur die wörtliche Übernahme entspricht hier dem direkten Zitat. Die Umschreibung verändert die Formulierung; sie gehört nicht als angeblich unveränderter Wortlaut in Anführungszeichen.
Einen Beleg auswerten
„Der Zug fährt um acht Uhr ab“ kann als Beleg für die im Text genannte Abfahrtszeit dienen. „Die Figur freut sich auf die Reise“ ist bereits eine zusätzliche Deutung.
Wer zitiert, sollte deshalb erklären, was die angeführte Stelle tatsächlich zeigt und welche Schlussfolgerung erst durch andere Textstellen gestützt werden müsste.
Grammatik und Beugung
Zitat ist ein sächliches Substantiv: das Zitat. Beide Genitive sind möglich, des Zitats und des Zitates. Im Plural lautet die Grundform Zitate, im Dativ Plural Zitaten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Zitat | die Zitate |
| Genitiv | des Zitats / des Zitates | der Zitate |
| Dativ | dem Zitat | den Zitaten |
| Akkusativ | das Zitat | die Zitate |
„Die Länge des Zitats“ enthält einen Genitiv Singular; „mit zwei Zitaten“ steht im Dativ Plural. Das Substantiv wird großgeschrieben, das Verb zitieren klein. Bei der Worttrennung gilt Zi·tat.
Zitat und zitieren
Das Substantiv benennt die übernommene Stelle; zitieren beschreibt das Anführen. Diese beiden Wortarten haben unterschiedliche Formen. Eine Wiedergabe kann ein Zitat enthalten, ohne dass dadurch jede anschließende Behauptung bereits belegt wäre.
