abgewinnen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- abgewinnen
- Worttrennung
- ab·ge·win·nen
- Präsens
- ich gewinne ab · du gewinnst ab · er gewinnt ab
- Präteritum
- ich gewann ab · wir gewannen ab
- Partizip II
- abgewonnen
- Perfekt
- hat abgewonnen
- Hilfsverb
- haben
Abgewinnen ist ein starkes, trennbares Verb mit dem Hilfsverb haben. Die Stammformen lauten gewinnt ab – gewann ab – hat abgewonnen. Das Partizip heißt nicht abgegewonnen: Die Form gewonnen erhält durch die Partikel kein zweites ge.
Abgewinnen bedeutet, jemandem etwas im Spiel zu gewinnen, eine Reaktion hervorzurufen oder an einer Sache etwas Positives beziehungsweise Interessantes zu finden. Typisch ist die Wendung einer Sache etwas abgewinnen können.
Was bedeutet abgewinnen?
Beim Spiel bezeichnet abgewinnen einen Gewinn, der zulasten der anderen beteiligten Person erzielt wird. Wer jemandem einen Einsatz abgewinnt, erhält ihn aufgrund des Spielergebnisses. Das Verb besagt nicht, dass dabei betrogen oder etwas gestohlen wurde. Solche zusätzlichen Bewertungen benötigen eigene Informationen.
Bei einer Reaktion ist die Bedeutung übertragen. Wer jemandem ein Lächeln abgewinnt, bringt ihn zum Lächeln, häufig trotz einer zuvor ernsten oder zurückhaltenden Haltung. Das Lächeln wird nicht wie ein Gegenstand weggenommen. Die Formulierung richtet den Blick darauf, dass eine bestimmte Reaktion erreicht wird.
Besonders geläufig ist einer Sache etwas abgewinnen. Gemeint ist, darin einen Reiz, einen Nutzen oder einen positiven Gesichtspunkt zu erkennen. Das kann auch bei etwas zunächst Unangenehmem geschehen: Einer Wartezeit lässt sich vielleicht die Gelegenheit zu einem ruhigen Gespräch abgewinnen. Damit wird die Verzögerung nicht insgesamt für gut erklärt.
Wer einer Sache nichts abgewinnen kann, findet daran keinen für sich überzeugenden oder erfreulichen Aspekt. Das ist zunächst eine persönliche Bewertung. Der Satz „Ich kann diesem Spiel nichts abgewinnen“ bedeutet nicht automatisch, dass das Spiel keinen Wert besitzt oder niemandem Freude machen dürfte.
Synonyme für abgewinnen
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| einen Einsatz gewinnen | Einem Spiel um einen vereinbarten Einsatz | Die gegnerische Person muss zusätzlich genannt werden, wenn sie wichtig ist. |
| entlocken | Einer Reaktion wie einem Lächeln | Betont das Hervorrufen einer zunächst ausbleibenden Reaktion. |
| etwas Positives erkennen | Einer Erfahrung oder Lage | Formuliert die wertende Lesart ausdrücklich. |
| Gefallen finden | Einer Beschäftigung oder einem Werk | Richtet den Blick auf Freude und Interesse; verlangt an statt eines bloßen Dativs. |
Zwei eigene Satzpaare mit Erklärung
Einen Aspekt schätzen
Ausgangssatz: „Mina konnte dem unerwarteten freien Nachmittag etwas abgewinnen: Sie hatte endlich Zeit zum Lesen.“
Alternative: „Mina erkannte an dem unerwarteten freien Nachmittag etwas Positives: Sie hatte endlich Zeit zum Lesen.“
Beide Sätze nennen einen konkreten Vorteil. Ob der ausgefallene Termin trotzdem wichtig gewesen wäre, bleibt offen. Eine Umschreibung wie „Mina fand den Ausfall großartig“ wäre stärker und würde die begrenzte Bewertung durch ein pauschales Urteil ersetzen.
Eine Reaktion hervorrufen
Ausgangssatz: „Mit seiner Zeichnung gewann Emil der sonst ernsten Besucherin ein Lächeln ab.“
Alternative: „Mit seiner Zeichnung entlockte Emil der sonst ernsten Besucherin ein Lächeln.“
Entlocken macht die kleine Veränderung ihrer Reaktion anschaulich. Daraus folgt nicht, dass Emil ihre gesamte Haltung verändert oder ihre Zustimmung zu einem anderen Anliegen erreicht hat. Das Beispiel berichtet nur von diesem einen Lächeln.
Konjugation und richtige Ergänzungen
Abgewinnen ist ein starkes, trennbares Verb mit dem Hilfsverb haben. Die Stammformen lauten gewinnt ab – gewann ab – hat abgewonnen. Das Partizip heißt nicht abgegewonnen: Die Form gewonnen erhält durch die Partikel kein zweites ge.
Abgewinnen ist ein starkes, trennbares Verb mit dem Hilfsverb haben. Die Stammformen lauten gewinnt ab – gewann ab – hat abgewonnen. Das Partizip heißt nicht abgegewonnen: Die Form gewonnen erhält durch die Partikel kein zweites ge.
Konjugation von abgewinnenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gewinne ab | gewann ab | gewinne ab | gewänne ab / gewönne ab |
| du | gewinnst ab | gewannst ab | gewinnest ab | gewännest ab / gewännst ab / gewönnest ab / gewönnst ab |
| er/sie/es | gewinnt ab | gewann ab | gewinne ab | gewänne ab / gewönne ab |
| wir | gewinnen ab | gewannen ab | gewinnen ab | gewännen ab / gewönnen ab |
| ihr | gewinnt ab | gewannt ab | gewinnet ab | gewännet ab / gewännt ab / gewönnet ab / gewönnt ab |
| sie/Sie | gewinnen ab | gewannen ab | gewinnen ab | gewännen ab / gewönnen ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich gewinne ab · du gewinnst ab · er gewinnt ab |
| Präteritum | ich gewann ab · wir gewannen ab |
| Perfekt | hat abgewonnen |
| Infinitiv mit zu | abzugewinnen |
| Imperativ | Gewinne ab! · Gewinnt ab! |
Die Person oder Sache, der etwas abgewonnen wird, steht im Dativ: dem Spiel etwas abgewinnen, der Besucherin ein Lächeln abgewinnen. Das Gewonnene steht im Akkusativ. Bei der Alternative Gefallen finden ändert sich der Bau: an dem Spiel Gefallen finden.
Eine Bewertung nachvollziehbar machen
Die Aussage „Dem Vorschlag kann ich nichts abgewinnen“ lässt die Gründe offen. Hilfreicher ist ein anschließender Satz, der etwa den Aufwand, fehlende Informationen oder einen ungelösten Einwand benennt. Umgekehrt erklärt „Ich kann der Idee etwas abgewinnen“ noch keine vorbehaltlose Zustimmung. Nenne den überzeugenden Teil, damit der Umfang der Zustimmung klar bleibt.
Weitere mehrdeutige Tätigkeitswörter und ihre Satzmuster findest du im Wörterbuch der Verben.
