abreiben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- abreiben
- Worttrennung
- ab·rei·ben
- Präsens
- reibt ab
- Präteritum
- rieb ab
- Partizip II
- abgerieben
- Perfekt
- hat abgerieben
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich abreiben (Akkusativ); sich die Hände abreiben mit Dativpronomen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas abreiben; etwas mit einem Tuch von einer Fläche abreiben (mit/von + Dativ)
Das Perfekt lautet hat abgerieben, auch reflexiv. Die Stämme reib- und rieb- wechseln. In ich reibe mir die Hände ab ist mir Dativ und die Hände Akkusativ.
Abreiben bedeutet, etwas durch Reibung zu entfernen oder eine Oberfläche beziehungsweise einen Körper reibend zu reinigen, zu trocknen oder zu bearbeiten. Entscheidend ist die Bewegung über eine Fläche.
Was wird beim Abreiben entfernt?
In den Schmutz vom Rahmen abreiben bezeichnet das Objekt den Stoff, der verschwinden soll. Die Reibung löst ihn von seinem Untergrund. Das kann mit einem Tuch, einer Bürste oder einem anderen geeigneten Hilfsmittel geschehen. Welches Werkzeug verwendet wird, sagt das Verb nicht von selbst.
Anders ist der Satz den Rahmen mit einem Tuch abreiben aufgebaut. Hier steht der behandelte Gegenstand im Akkusativ. Der Rahmen soll normalerweise erhalten bleiben; entfernt werden beispielsweise Staub oder Feuchtigkeit. Diese beiden Satzmuster beschreiben also eine ähnliche Handlung aus unterschiedlichen Blickrichtungen.
Nach einem Bad kann man sich mit einem Handtuch abreiben. Gemeint ist dann das reibende Trocknen des Körpers. Im Gegensatz zu bloßem abtupfen werden Handtuch und Haut gegeneinander bewegt. Das Wort benennt die Bewegung; eine bestimmte Stärke, Dauer oder gesundheitliche Wirkung sollte daraus nicht abgeleitet werden.
Auch in der Küche wird etwas abgerieben, etwa ein Teil der äußeren Zitronenschale. Hier ist das entfernte Material nicht unerwünschter Schmutz, sondern eine Zutat. Allgemeiner kann Material durch wiederholte Reibung verloren gehen. Dann beschreibt abreiben einen Verschleiß und nicht unbedingt eine beabsichtigte Reinigung.
Synonyme und Unterschiede
| Alternative | Passend, wenn … | Unterschied |
|---|---|---|
| abwischen | Staub oder Feuchtigkeit mit einer Wischbewegung entfernt wird. | Betont weniger die wiederholte Reibung. |
| abtrocknen | Feuchtigkeit aufgenommen wird. | Nennt das Ziel; auch Tupfen kann zum Trocknen dienen. |
| abscheuern | Eine Fläche durch kräftiges Reiben bearbeitet wird. | Klingt intensiver und kann eine rauere Behandlung bezeichnen. |
| abnutzen | Material durch Gebrauch verloren geht. | Beschreibt den Verschleiß allgemeiner, nicht ausschließlich Reibung. |
Zwei eigene Satzpaare
Reinigung einer Oberfläche
Ausgangssatz: „Mara reibt den staubigen Holzrahmen mit einem weichen Tuch ab.“
Alternative: „Mara wischt den staubigen Holzrahmen mit einem weichen Tuch ab.“
Beide Sätze lassen eine Reinigung erkennen. Abreiben lenkt die Aufmerksamkeit stärker auf den Kontakt und die reibende Bewegung. Der weiche Stoff macht deutlich, dass im Beispiel keine grobe Behandlung gemeint ist.
Feuchtigkeit entfernen
Ausgangssatz: „Nach dem Regenschauer reibt Ben seine nassen Arme mit einem Handtuch ab.“
Alternative: „Nach dem Regenschauer trocknet Ben seine nassen Arme mit einem Handtuch ab.“
Abtrocknen hebt das Ergebnis hervor; abreiben beschreibt das Vorgehen genauer. Beide Fassungen bleiben bei einer Alltagshandlung. Sie behaupten keine besondere Wirkung auf Gesundheit oder Kreislauf.
Grammatik und Konjugation
Abreiben ist ein starkes, trennbares Verb. Der Stammvokal wechselt im Präteritum und Partizip: reiben – rieb – gerieben. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Das gilt auch reflexiv: Sie hat sich abgerieben.
Konjugation von abreibenGeprüfte Wortformen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | reibe ab | rieb ab | reibe ab | riebe ab |
| du | reibst ab | riebst ab | reibest ab | riebest ab |
| er/sie/es | reibt ab | rieb ab | reibe ab | riebe ab |
| wir | reiben ab | rieben ab | reiben ab | rieben ab |
| ihr | reibt ab | riebt ab | reibet ab | riebet ab |
| sie/Sie | reiben ab | rieben ab | reiben ab | rieben ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich reibe ab · du reibst ab · sie reibt ab |
| Präteritum | sie rieb ab |
| Perfekt | sie hat abgerieben |
| Infinitiv mit zu | abzureiben |
| Imperativ | Reib ab! · Reibt ab! |
Das Hilfsmittel steht oft nach mit, der Untergrund nach von: die Reste mit einem Tuch von der Platte abreiben. Beide Präpositionen verlangen hier den Dativ. In Ich reibe mir die Hände ab ist mir Dativ, während die Hände das Akkusativobjekt bildet.
Das Nomen Abreibung kann diese Behandlung bezeichnen, hat daneben aber übertragene Bedeutungen wie eine heftige Rüge.
Schreibweise und Wortwahl
Man schreibt abreiben, abgerieben, abzureiben, aber sie reibt die Platte ab. Das substantivierte Verb lautet das Abreiben. Für eine verständliche Anleitung sollten Gegenstand, Hilfsmittel und Zweck genannt werden. Ein pauschales gründlich abreiben lässt sonst offen, ob gereinigt, getrocknet oder Material entfernt werden soll.
Auch abgerieben kann ein Ergebnis beschreiben: Eine abgeriebene Beschriftung ist durch Reibung undeutlich geworden. Dagegen kann ein abgeriebener Tisch gerade gereinigt worden sein. Das Bezugswort verhindert, dass man beide Zustände gleichsetzt.
