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Handtuch

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Handtuch
Worttrennung
Hand·tuch
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Handtuches / des Handtuchs
Plural
die Handtücher; Dativ den Handtüchern

Schmale Fläche: umgangssprachlich veraltend. Schmaler Raum: umgangssprachlich veraltet. Schmales Handtuch für einen Menschen ist umgangssprachlich scherzhaft.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Handtuch ist ein Tuch zum Abtrocknen. In älterem umgangssprachlichem Gebrauch kann das Wort außerdem eine auffallend schmale Fläche oder einen schmalen Raum meinen. Beim übertragenen Handtuch werfen geht es dagegen um das Aufgeben.

Bedeutungen

1 Ein Tuch zum Abtrocknen

Das Handtuch nimmt beim Abtrocknen Feuchtigkeit auf. Häufig besteht es etwa aus Baumwollstoff, Frottee oder Halbleinen. Seine genaue Größe und sein Material müssen bei Bedarf zusätzlich beschrieben werden.

„Nach dem Händewaschen trocknet Lea ihre Hände mit dem blauen Handtuch ab.“

Der Satz beschreibt die Verwendung eines Tuchs. Die Farbe ist eine zusätzliche Eigenschaft und keine eigene Wortbedeutung.

2 Veraltend eine sehr schmale Fläche

Umgangssprachlich veraltend kann Handtuch eine Fläche meinen, die im Verhältnis zu ihrer Länge sehr schmal ist. Der Ausdruck wirkt bildhaft und ersetzt keine genaue Maßangabe.

„In der älteren Beschreibung heißt der lange, schmale Gartenstreifen ein Handtuch.“

Der Vergleich betrifft die Form des Grundstücks. Ein tatsächlich auf dem Boden liegendes Tuch ist nicht gemeint.

3 Veraltet ein langer, schmaler Raum

In einem umgangssprachlich veralteten Gebrauch kann das Bild auch einen Raum bezeichnen, dessen Breite gegenüber seiner Länge gering ist.

„Der alte Wohnungsbericht nennt die schmale Kammer ein Handtuch.“

Die Umgebung bestimmt die Raumlesart. Für einen heutigen sachlichen Grundriss sind Maße und Raumbezeichnung eindeutiger.

Handtuch: Synonyme und andere Wörter

Handtuch, Badetuch oder Tuch?

Tuch ist weiter gefasst. Badetuch nennt einen bestimmteren Gebrauch und legt ein entsprechend größeres Abtrockentuch nahe. Nicht jedes kleine Handtuch ist deshalb ein Badetuch.

„Sie trocknet die Hände mit einem Handtuch“ enthält mehr Zweckinformation als „sie benutzt ein Tuch“.

Eine allgemeine Tuchbezeichnung kann auch einen anderen Gegenstand meinen. Das Verb abreiben beschreibt eine mögliche Bewegung, nicht den Namen des Hilfsmittels.

Ein schmaler Streifen oder ein Handtuch?

Bei der älteren Flächenlesart sind schmaler Streifen oder langes schmales Grundstück verständliche Umschreibungen. Bei einem Zimmer muss dagegen der Raumbezug erhalten bleiben.

„Die Kammer ist lang und sehr schmal“ erklärt das ältere Bild vom Handtuch ohne zusätzlichen Vergleich.

Die Umschreibung beschreibt die Form. Sie sagt noch nicht, ob der Raum für einen bestimmten Zweck nutzbar ist.

Beispiele und Verwendung

„Auf der Leine hängen drei Handtücher.“

Die Zahl und die Pluralform zählen drei Tücher. Der Umlaut gehört zur tatsächlichen Mehrzahl.

„Sie reibt die nassen Arme mit einem weichen Handtuch ab.“

Abreiben beschreibt die Bewegung, Handtuch das verwendete Hilfsmittel. Eine besondere gesundheitliche Wirkung folgt daraus nicht.

„Im Schrank liegt ein frisch gefaltetes Handtuch.“

Das Tuch muss nicht gerade benutzt werden, um so zu heißen. Gefaltet nennt seinen augenblicklichen Zustand.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Handtuch, im Genitiv des Handtuchs oder des Handtuches. Beide Genitive gehören zum gleichen neutralen Nomen.

Die Mehrzahl lautet die Handtücher, im Dativ den Handtüchern. Der Umlaut und die tatsächlichen Endungen er beziehungsweise ern gehören zur Pluralbildung.

Die Worttrennung lautet Hand·tuch. Das Wort wird zusammengeschrieben. Seine übertragenen Lesarten ändern die Grundformen nicht.

Handtuch: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Handtuchdie Handtücher
Genitivdes Handtuches / des Handtuchsder Handtücher
Dativdem Handtuchden Handtüchern
Akkusativdas Handtuchdie Handtücher

Was bedeutet das Handtuch werfen?

Im Boxzusammenhang signalisiert das Handtuchwerfen durch den Sekundanten die Aufgabe des Kampfes. Umgangssprachlich übertragen bedeutet es, resignierend aufzugeben.

„Nach mehreren erfolglosen Proben wollte die Gruppe das Handtuch werfen, versuchte es nach einer Pause aber noch einmal.“

Der Text nennt zuerst die Absicht aufzugeben. Weil die Gruppe weiterarbeitet, behauptet er kein endgültiges Ende.

Ein schmales Handtuch

Umgangssprachlich scherzhaft kann eine sehr schmale, schlanke Person als schmales Handtuch bezeichnet werden. Das Bild kann von der angesprochenen Person als abwertend empfunden werden.

„Im Dialog nennt die Figur den hochgewachsenen, sehr schmalen Besucher ein schmales Handtuch.“

Die Wendung schildert eine wertende Figurenrede. Sie erklärt weder Gesundheit noch Kraft oder Charakter des Besuchers.