anerkennen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anerkennen
- Worttrennung
- an·er·ken·nen
- Präsens
- erkennt an
- Präteritum
- erkannte an
- Partizip II
- anerkannt
- Hilfsverb
- haben
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt die getrennte Hauptsatzstellung; ungetrennte Formen sind besonders in der Schweiz üblich.
Anerkennen heißt, etwas als gültig, berechtigt oder zutreffend gelten zu lassen. Es kann außerdem bedeuten, die Leistung oder den Beitrag eines Menschen zu würdigen. Ob eine förmliche Entscheidung oder persönliche Wertschätzung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Geltung bestätigen und Leistungen würdigen
Eine Einrichtung kann einen Nachweis anerkennen. Damit gilt er für einen bestimmten Zweck als ausreichend oder gültig. Welche Wirkung das hat, hängt von der jeweiligen Regelung ab. Die Aussage „Der Nachweis wird anerkannt“ sollte deshalb möglichst ergänzen, von wem und wofür.
Wer eine Leistung anerkennt, nimmt ihren Wert wahr und macht diese Wertschätzung gegebenenfalls sichtbar. Dafür braucht es nicht immer eine Urkunde oder ein ausgesprochenes Lob. Auch die korrekte Zuordnung eines Beitrags kann Anerkennung zeigen.
Eine dritte Verwendung betrifft Tatsachen oder Gründe: „Sie erkennt an, dass die Aufgabe schwieriger war als erwartet.“ Hier wird ein Sachverhalt eingeräumt. Etwas anzuerkennen bedeutet nicht, jeden damit verbundenen Wunsch zu erfüllen. Man kann die Leistung einer Person würdigen und dennoch einen Vorschlag ablehnen.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| gelten lassen | Einen Nachweis, Grund oder Anspruch akzeptieren | Betont die zugestandene Geltung; eine besondere Würdigung ist nicht notwendig. |
| würdigen | Eine Leistung ihrem Wert entsprechend beachten | Passt zur Wertschätzung, nicht ohne Weiteres zu formalen Nachweisen. |
| einräumen | Eine Tatsache oder einen berechtigten Punkt zugestehen | Kann einen vorherigen Zweifel oder Widerstand mitschwingen lassen. |
| bestätigen | Die Richtigkeit oder Gültigkeit ausdrücklich bekräftigen | Nicht jede Bestätigung verleiht denselben Status wie eine förmliche Anerkennung. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine Leistung
Ausgangssatz: Die Leiterin erkennt den sorgfältigen Entwurf ausdrücklich an.
Alternative: Die Leiterin würdigt den sorgfältigen Entwurf ausdrücklich.
Beide Sätze heben den Wert der Arbeit hervor. Sie sagen noch nicht, dass der Entwurf umgesetzt wird. „Genehmigt“ wäre eine zusätzliche Entscheidung, die nicht automatisch im Lob enthalten ist.
Beispielpaar 2: Ein berechtigter Einwand
Ausgangssatz: Jonas erkennt an, dass sein Zeitplan zu knapp war.
Alternative: Jonas räumt ein, dass sein Zeitplan zu knapp war.
Einräumen betont das Zugeständnis, etwa nach Kritik. Anerkennen lässt stärker offen, ob Jonas zuvor widersprochen hat. Beide Sätze behandeln eine Einschätzung und keinen amtlichen Status.
Erkennt an, erkannte an, hat anerkannt
Anerkennen ist trennbar und folgt in der Vergangenheit erkennen. Es verbindet einen Stammwechsel mit der Endung -te; diese Bildung wird als gemischt bezeichnet. Die anerkannte Sache steht häufig im Akkusativ: einen Abschluss, den Anspruch, ihre Leistung anerkennen.
Konjugation von anerkennen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | erkenne an | erkannte an | erkenne an | erkennte an |
| du | erkennst an | erkanntest an | erkennest an | erkenntest an |
| er/sie/es | erkennt an | erkannte an | erkenne an | erkennte an |
| wir | erkennen an | erkannten an | erkennen an | erkennten an |
| ihr | erkennt an | erkanntet an | erkennet an | erkenntet an |
| sie/Sie | erkennen an | erkannten an | erkennen an | erkennten an |
Das Perfekt lautet hat anerkannt, nicht „hat angeerkannt“. Die Grundbildung erkennen bildet erkannt ohne ge-; auch das zusammengesetzte Verb erhält hier kein zusätzliches ge-. Weitere Ergänzungen sind möglich: jemanden als Fachkraft anerkennen oder anerkennen, dass ein Fehler vorliegt.
Anzuerkennen wird zusammengeschrieben
Im Hauptsatz steht an getrennt: „Die Gruppe erkennt ihren Beitrag an.“ Im Nebensatz wird zusammengeschrieben: „weil die Gruppe ihren Beitrag anerkennt“. Der Infinitiv mit zu lautet anzuerkennen. Das verwandte Nomen Anerkennung wird großgeschrieben und enthält wie anerkennen zwei n im Wortstamm.
Anerkennung präzise formulieren
„Ich erkenne deine Leistung an“ bleibt recht allgemein. Konkreter wäre: „Dein Entwurf hat die schwierige Wegführung verständlich gemacht.“ Solche Angaben zeigen, was tatsächlich gewürdigt wird. Ein wertschätzender Umgang schließt sachliche Kritik dabei nicht aus.
In Berichten über förmliche Entscheidungen sollte die Reichweite klar sein. Die Anerkennung für einen bestimmten Zweck bedeutet nicht automatisch eine uneingeschränkte Gleichstellung in jeder anderen Situation. Für einen verständlichen Satz helfen die Fragen: Wer erkennt was, in welcher Funktion und wofür an? Bei einer Figur kann dagegen interessant sein, ob sie fremde Leistungen ehrlich würdigt oder erst unter Druck zugesteht.
Weitere Formen und Bedeutungen findest du im Wörterbuch der Verben.
