anfliegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anfliegen
- Worttrennung
- an·flie·gen
- Präsens
- fliegt an
- Präteritum
- flog an
- Partizip II
- angeflogen
- Hilfsverb
- haben beim Ansteuern eines Ziels; sein bei intransitiver Annäherung
Mit einem direkt genannten Ziel im Akkusativ wird das Perfekt mit haben gebildet: „Die Maschine hat den kleinen Flughafen angeflogen.“ Bei der intransitiven Annäherung steht sein. Besonders geläufig ist die Verbindung „Der Vogel ist angeflogen gekommen“; angeflogen beschreibt hier die Art des Kommens.
Anfliegen bedeutet, sich fliegend einem Ziel zu nähern oder dieses mit einem Flugzeug aufzusuchen. Ohne genanntes Ziel kann es auch das Herankommen durch die Luft bezeichnen, besonders in „angeflogen kommen“. Das tatsächliche Landen ist nicht in jedem Satz mitgemeint.
Ein Ziel erreichen wollen oder herankommen
„Die Maschine fliegt den Flugplatz an“ beschreibt dessen Rolle als Ziel. Ob die Maschine schon gelandet ist, ergibt sich daraus noch nicht. Auch ein regelmäßig angebotenes Flugziel kann gemeint sein: Eine Fluggesellschaft fliegt bestimmte Städte an.
Bei einem Vogel beschreibt „Er kommt angeflogen“ die Art der Annäherung. Anders als „Er fliegt einen Ort an“ ist dabei kein direktes Akkusativobjekt erforderlich. Der Blick richtet sich auf das Herankommen zur betrachteten Stelle.
In gehobener oder poetischer Sprache kann anfliegen außerdem ein plötzliches inneres Berührtwerden ausdrücken. Diese Verwendung wirkt heute markiert und sollte nicht mit der alltäglichen Flugbewegung verwechselt werden. Für klare Gebrauchstexte sind die konkrete Flughandlung und ihr Ziel meist die wichtigsten Angaben.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| fliegend ansteuern | Einen Ort als Flugziel aufsuchen | Erklärt die Zielrichtung, ohne eine schon abgeschlossene Landung zu behaupten. |
| sich im Flug nähern | Die Entfernung zu einem Ziel verringern | Betont den Annäherungsvorgang, nicht unbedingt einen planmäßigen Flugdienst. |
| heranfliegen | Durch die Luft näherkommen | Passt zu Vögeln oder Flugobjekten aus der Sicht eines betrachteten Orts. |
| überkommen | Ein Gefühl erfasst jemanden | Nur für die seltene übertragene Lesart geeignet; kein Ersatz für einen tatsächlichen Flug. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Das Flugziel
Ausgangssatz: Der Hubschrauber fliegt den vorbereiteten Landeplatz an.
Alternative: Der Hubschrauber steuert im Flug den vorbereiteten Landeplatz an.
Beide Sätze beschreiben die Zielrichtung. „Der Hubschrauber landet“ wäre ein weiterer Schritt. Das Anfliegen kann einem Landevorgang vorausgehen, ist aber nicht dasselbe.
Beispielpaar 2: Die Annäherung eines Vogels
Ausgangssatz: Kurz danach kommt ein zweiter Vogel angeflogen.
Alternative: Kurz danach fliegt ein zweiter Vogel heran.
Die zweite Fassung macht die Annäherung als eigenes Verb sichtbar. Ob der Vogel sich hinsetzt, vorbeifliegt oder wieder entfernt, bleibt in beiden Sätzen offen.
Flog an und angeflogen
Anfliegen ist ein starkes, trennbares Verb. Die Formen folgen fliegen: flog und geflogen. Im Präsens gibt es keinen zusätzlichen Umlaut.
Konjugation von anfliegen
Mit einem direkt genannten Ziel im Akkusativ wird das Perfekt mit haben gebildet: „Die Maschine hat den kleinen Flughafen angeflogen.“ Bei der intransitiven Annäherung steht sein. Besonders geläufig ist die Verbindung „Der Vogel ist angeflogen gekommen“; angeflogen beschreibt hier die Art des Kommens.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | fliege an | flog an | fliege an | flöge an |
| du | fliegst an | flogst an | fliegest an | flögest an / flögst an |
| er/sie/es | fliegt an | flog an | fliege an | flöge an |
| wir | fliegen an | flogen an | fliegen an | flögen an |
| ihr | fliegt an | flogt an | flieget an | flöget an / flögt an |
| sie/Sie | fliegen an | flogen an | fliegen an | flögen an |
Mit einem direkt genannten Ziel im Akkusativ wird das Perfekt mit haben gebildet: „Die Maschine hat den kleinen Flughafen angeflogen.“ Bei der intransitiven Annäherung steht sein. Besonders geläufig ist die Verbindung „Der Vogel ist angeflogen gekommen“; angeflogen beschreibt hier die Art des Kommens.
In der poetischen Verwendung steht die betroffene Person im Akkusativ. Diese seltene Bildsprache verlangt einen entsprechenden literarischen Zusammenhang und gehört nicht in jede nüchterne Beschreibung einer Stimmung.
Anzufliegen und angeflogen
Der Infinitiv lautet anfliegen, mit zu anzufliegen. Im Hauptsatz trennt sich an: „Die Maschine fliegt die Insel an.“ Im Nebensatz steht „weil die Maschine die Insel anfliegt“. Das Partizip angeflogen hat o statt ie. Das verwandte Nomen Anflug wird großgeschrieben.
Annäherung und Ankunft nicht vermischen
Ein Satz über einen Flug wird genauer, wenn er Zeitpunkt, Ziel oder Perspektive nennt. „Die Maschine wurde beim Anflug gesehen“ sagt nicht dasselbe wie „Die Maschine ist gelandet“. Auch ein plötzliches Auftauchen beschreibt den wahrgenommenen Beginn; der Flug kann vorher schon lange gedauert haben. In einer Erzählung kann dieser Unterschied zwischen Wahrnehmung und tatsächlichem Ablauf wichtig sein.
Weitere Bewegungsverben und Formen findest du im Wörterbuch der Verben.
