anlegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anlegen
- Worttrennung
- an·le·gen
- Präsens
- legt an
- Präteritum
- legte an
- Partizip II
- angelegt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- in sich mit jemandem anlegen: Reflexivpronomen im Akkusativ, mit + Dativ
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas anlegen (Akkusativ); es auf etwas anlegen (auf + Akkusativ)
Das Perfekt lautet hat angelegt, auch beim Schiff. Sich mit jemandem anlegen ist eine eigene Verbindung für eine Auseinandersetzung.
Anlegen kann heißen, etwas an eine andere Sache zu legen, etwas neu einzurichten oder Geld für einen bestimmten Zweck einzusetzen. Auch ein Schiff legt an. Wer sich mit jemandem anlegt, beginnt dagegen eine Auseinandersetzung.
Einrichten, verbinden und einen Ort erreichen
Eine Liste anlegen bedeutet, sie zu erstellen und mit den benötigten Angaben zu beginnen. Einen Garten anlegen heißt, ihn zu gestalten oder einzurichten. Die beiden Handlungen unterscheiden sich, teilen aber die Vorstellung eines planvollen Aufbaus.
Ein Lineal legt man an eine Kante an. Ein Kleidungsstück oder eine Ausrüstung kann man anlegen, also anziehen beziehungsweise am Körper befestigen. In solchen Sätzen hilft die benannte Sache, die konkrete Handlung zu verstehen.
Ein Schiff legt am Ufer oder an einem Steg an. Geld anlegen meint dagegen, es für einen wirtschaftlichen Zweck einzusetzen; das Verb verspricht keinen Gewinn. Es auf etwas anlegen bezeichnet eine Absicht, sich mit jemandem anlegen eine begonnene Konfrontation. Diese festen Verbindungen sind keine Beschreibungen des Anziehens.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| erstellen | Eine Liste, Datei oder Übersicht anlegen | Betont das Herstellen des neuen Bestands. |
| einrichten | Einen Garten oder eine Arbeitsstruktur anlegen | Betont Gestaltung und Vorbereitung für einen Zweck. |
| anbringen | Eine Ausrüstung oder einen Gegenstand anlegen | Passt bei einer Befestigung, nicht zu jeder neu erstellten Liste. |
| Streit beginnen mit | Sich mit jemandem anlegen | Erklärt die Konfrontation; sagt noch nichts darüber, wer inhaltlich recht hat. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein neuer Bestand
Ausgangssatz: Für die Ausleihe legt Ina eine Liste an.
Alternative: Für die Ausleihe erstellt Ina eine Liste.
Die Alternative benennt das Herstellen der Übersicht. Ob bereits alle benötigten Angaben eingetragen sind, bleibt offen. „Ina ergänzt die Liste“ würde dagegen einen schon vorhandenen Bestand voraussetzen.
Beispielpaar 2: Eine Auseinandersetzung
Ausgangssatz: In der erfundenen Szene legt sich der Besucher mit der Wirtin an.
Alternative: In der erfundenen Szene beginnt der Besucher Streit mit der Wirtin.
Die Umschreibung macht die Konfliktlesart deutlich. Über die Berechtigung der Standpunkte oder die spätere Stärke des Streits entscheidet keiner der Sätze.
Legt an, legte an, hat angelegt
Anlegen ist ein schwaches, trennbares Verb. Das Perfekt lautet hat angelegt, auch beim Schiff: „Die Fähre hat am Steg angelegt.“ Das Verb ist deshalb nicht allein wegen dieses Bewegungsbezugs mit sein zu bilden.
Konjugation von anlegen
Das Perfekt lautet hat angelegt, auch beim Schiff. Sich mit jemandem anlegen ist eine eigene Verbindung für eine Auseinandersetzung.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | lege an | legte an | lege an | legte an |
| du | legst an | legtest an | legest an | legtest an |
| er/sie/es | legt an | legte an | lege an | legte an |
| wir | legen an | legten an | legen an | legten an |
| ihr | legt an | legtet an | leget an | legtet an |
| sie/Sie | legen an | legten an | legen an | legten an |
Eine erstellte oder angelegte Sache steht im Akkusativ: eine Liste anlegen. In sich mit jemandem anlegen steht das Reflexivpronomen im Akkusativ und nach mit folgt Dativ. Bei es auf einen Streit anlegen verlangt auf Akkusativ; das es gehört zur festen Verbindung.
Anzulegen und angelegt
Im Hauptsatz wird getrennt: „Sie legt eine Übersicht an.“ Im Nebensatz heißt es „weil sie eine Übersicht anlegt“. Der Infinitiv mit zu lautet anzulegen, das Partizip angelegt. Das Nomen Anlage gehört zur Wortfamilie und besitzt ebenfalls mehrere Bedeutungen.
Die konkrete Handlung nennen
Bei Gegenständen kann anbringen genauer erklären, dass etwas befestigt wird. Bei einer Datei sollte dagegen deutlich sein, ob sie neu erstellt, nur geöffnet oder bereits ausgefüllt wird. Anlegen bezeichnet nicht automatisch alle diese Schritte.
In einer Charakterisierung ist „Er legt sich mit allen an“ eine weitreichende Zusammenfassung. Einzelne Szenen müssen zeigen, mit wem die Figur tatsächlich in Konflikt gerät und wie sie sich verhält. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
