anmachen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anmachen
- Worttrennung
- an·ma·chen
- Präsens
- macht an
- Präteritum
- machte an
- Partizip II
- angemacht
- Hilfsverb
- haben
Anmachen bedeutet je nach Zusammenhang einschalten, befestigen, durch Mischen zubereiten oder jemanden auf bestimmte Weise ansprechen. Viele Verwendungen sind umgangssprachlich. Besonders bei Menschen sollte deutlich werden, ob Interesse, Provokation oder Belästigung gemeint ist.
Licht, Salat und Gespräch sind verschiedene Fälle
„Das Licht anmachen“ heißt es einschalten. „Ein Schild anmachen“ meint dagegen, es zu befestigen. Derselbe kurze Ausdruck kann also eine elektrische Funktion oder eine handwerkliche Handlung beschreiben. In einer Anleitung ist das genauere Verb oft leichter verständlich.
In der Küche wird ein Salat mit einer vorbereiteten Mischung angemacht. Bei Baustoffen wie Mörtel bezeichnet anmachen das gebrauchsfertige Mischen. Das heißt nicht bloß, dass ein fertiger Stoff irgendwo angebracht wird; gemeint ist seine Zubereitung.
„Jemanden anmachen“ kann ein offensives Zeigen romantischen oder sexuellen Interesses meinen. Die Wendung kann aber auch ein unfreundliches Ansprechen oder Beschimpfen bezeichnen. „Sie macht ihn an“ erklärt ohne Kontext noch nicht, was zwischen den Personen geschieht. Der Zusatz „wegen seiner Kleidung“ legt etwa eher eine abwertende Ansprache nahe.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| einschalten | Ein elektrisches Gerät oder Licht anmachen | Sachlich genaue Alternative; nicht für Salat oder Gesprächskontakt. |
| befestigen | Ein Schild oder einen anderen Gegenstand anmachen | Benennt das Verbinden mit einem Träger; die Methode bleibt offen. |
| zubereiten | Salat oder eine Mischung anmachen | Weiterer Begriff; kann mehr Arbeitsschritte als das eigentliche Mischen umfassen. |
| unfreundlich ansprechen | Jemanden in feindseligem Ton anmachen | Erklärt eine negative Gesprächslesart, nicht jede Kontaktaufnahme. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Gerät bedienen
Ausgangssatz: Vor dem Lesen macht Ben die Tischlampe an.
Alternative: Vor dem Lesen schaltet Ben die Tischlampe ein.
Die zweite Fassung klingt sachlicher, ohne den Inhalt wesentlich zu verändern. „Ben befestigt die Lampe“ würde dagegen eine andere Handlung beschreiben.
Beispielpaar 2: Der Ton im Gespräch
Ausgangssatz: Im erfundenen Dialog macht der Gast den Helfer wegen der Wartezeit an.
Alternative: Im erfundenen Dialog spricht der Gast den Helfer wegen der Wartezeit unfreundlich an.
Die Umschreibung verdeutlicht die gemeinte Lesart. Sie enthält keine Behauptung romantischen Interesses. Für eine genaue Analyse sollte ergänzt werden, welche Äußerung oder welcher Ton die Bewertung trägt.
Macht an, machte an, hat angemacht
Anmachen ist ein schwaches, trennbares Verb. Die betroffene Sache oder Person steht im Akkusativ: die Lampe, den Salat, einen Besucher anmachen. Die unterschiedliche Bedeutung ändert diese Grundform nicht.
Konjugation von anmachen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | mache an | machte an | mache an | machte an |
| du | machst an | machtest an | machest an | machtest an |
| er/sie/es | macht an | machte an | mache an | machte an |
| wir | machen an | machten an | machen an | machten an |
| ihr | macht an | machtet an | machet an | machtet an |
| sie/Sie | machen an | machten an | machen an | machten an |
Das Perfekt lautet hat angemacht. Bei Zutaten kann mit + Dativ folgen: mit einer Kräutermischung anmachen. Bei einer Befestigung erklärt eine Ortsangabe, wo etwas angebracht wird. Die Aufforderung lautet Mach an! oder mit Objekt Mach die Lampe an!.
Anzumachen wird zusammengeschrieben
Im Hauptsatz trennt sich an ab. Im Nebensatz heißt es dagegen „weil sie das Gerät anmacht“. Der Infinitiv mit zu lautet anzumachen, das Partizip angemacht. Diese Formen behalten den Stamm mach-.
Die nötige Genauigkeit richtet sich nach dem Text
Im Gespräch ist anmachen oft völlig verständlich. Ein sachlicher Arbeitsauftrag kann mit einschalten, mischen oder anbringen genauer sein. In einer Figurenrede kann die lockere Wortwahl hingegen bewusst erhalten bleiben.
Bei Kontaktversuchen ist aufdringlich keine automatische Folge jedes Ansprechens. Für diese Bewertung sind missachtete Grenzen und die Reaktion des Gegenübers wichtig. Weitere Bedeutungen findest du im Verbenwörterbuch.
