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anscheißen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anscheißen
Worttrennung
an·schei·ßen
Präsens
scheißt an
Präteritum
schiss an
Partizip II
angeschissen
Hilfsverb
haben

Das Perfekt lautet hat angeschissen. Die Form „ist angeschissen worden“ ist dagegen Passiv: Sie stellt die betroffene Person in den Mittelpunkt. Das Hilfsverb ist gehört dort zur Passivbildung und verändert nicht das aktive Perfekt.

Formen und Verwendung im Detail

Anscheißen ist ein derber bis vulgärer Ausdruck für heftig beschimpfen oder scharf zurechtweisen. Je nach Zusammenhang kann er auch betrügen oder stark verärgern bedeuten. Für sachliche Texte sind genauere und weniger grobe Wörter meist geeigneter.

Derber Vorwurf mit verschiedenen Lesarten

Wenn eine Person eine andere anscheißt, kann eine heftige Rüge gemeint sein. Das Verb transportiert dabei selbst einen groben Ton. Es nennt weder den genauen Inhalt noch beweist es, dass der Vorwurf berechtigt ist.

In anderen Zusammenhängen bezeichnet es ein Übervorteilen oder Betrügen. „Bei dem Geschäft wurde er angeschissen“ meint dann eine Täuschung zum Nachteil der betroffenen Person. Der Satz beschreibt nicht notwendig eine laute Auseinandersetzung.

Eine Sache kann jemanden außerdem im Sinn von stark verärgern oder anöden anscheißen. Diese Verwendung bleibt ebenfalls derb. Die passende sachliche Umschreibung ergibt sich erst aus dem ganzen Satz. „Beschimpfen“ und „betrügen“ sind verschiedene Handlungen und dürfen nicht willkürlich vertauscht werden.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
heftig beschimpfenEine grobe verbale Attacke gegen eine PersonBenennt die Äußerung sachlicher, ohne das derbe Verb selbst zu übernehmen.
scharf zurechtweisenJemandem ein Verhalten nachdrücklich vorwerfenKann ohne Beschimpfung erfolgen und deshalb weniger grob sein.
betrügenJemanden gezielt zu seinem Nachteil täuschenNur für die Täuschungslesart; ein bloßer Streit genügt nicht.
stark verärgernEine Sache löst heftigen Unmut ausPasst zur Ärgerlesart; enthält keine Behauptung einer Rüge.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Den Ton sachlich wiedergeben

Ausgangssatz: In der erfundenen Szene scheißt der Leiter den Helfer vor der Gruppe an.

Alternative: In der erfundenen Szene beschimpft der Leiter den Helfer vor der Gruppe heftig.

Die Alternative erklärt die verbale Attacke ohne das derbe Ausdrucksmittel. Für eine Analyse wäre der konkrete Wortlaut hilfreich. Der Satz sagt noch nicht, wie die übrigen Personen reagieren.

Beispielpaar 2: Eine behauptete Täuschung

Ausgangssatz: Die Figur sagt, sie sei bei dem Verkauf angeschissen worden.

Alternative: Die Figur sagt, sie sei bei dem Verkauf betrogen worden.

Die Umschreibung passt zur Täuschungslesart. Beide Fassungen geben zunächst eine Aussage der Figur wieder. Sie bestätigen nicht unabhängig, dass der behauptete Betrug tatsächlich vorliegt.

Scheißt an, schiss an, hat angeschissen

Anscheißen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präteritum und im Partizip wechselt ei zu kurzem i. Das betroffene Gegenüber steht im Akkusativ: jemanden anscheißen.

Konjugation von anscheißen

Das Perfekt lautet hat angeschissen. Die Form „ist angeschissen worden“ ist dagegen Passiv: Sie stellt die betroffene Person in den Mittelpunkt. Das Hilfsverb ist gehört dort zur Passivbildung und verändert nicht das aktive Perfekt.

anscheißen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichscheiße anschiss anscheiße anschisse an
duscheißt anschissest an / schisst anscheißest anschissest an
er/sie/esscheißt anschiss anscheiße anschisse an
wirscheißen anschissen anscheißen anschissen an
ihrscheißt anschisst anscheißet anschisset an
sie/Siescheißen anschissen anscheißen anschissen an

Das Perfekt lautet hat angeschissen. Die Form „ist angeschissen worden“ ist dagegen Passiv: Sie stellt die betroffene Person in den Mittelpunkt. Das Hilfsverb ist gehört dort zur Passivbildung und verändert nicht das aktive Perfekt.

Im Infinitiv ß, in schiss ss

Nach dem Doppellaut ei steht im deutschen und österreichischen Standard ß: anscheißen. Nach kurzem i schreibt man ss: schiss, angeschissen. In der Schweizer Standardschreibung wird auch im Infinitiv ss verwendet. Der zu-Infinitiv lautet anzuscheißen.

Sprachliche Wirkung bewusst beschreiben

In einer literarischen Figurenrede kann das Wort grobe Vertrautheit, Wut oder eine bestimmte Gesprächssituation kennzeichnen. Eine Analyse sollte diese Wirkung beschreiben, statt die Ausdrucksweise unbemerkt selbst zu übernehmen. Ein sachlicher Bericht nennt besser Handlung, Anlass und Beteiligte.

Anranzen ist ebenfalls salopp, aber nicht in gleicher Weise vulgär. Für die Täuschungslesart erläutert betrügerisch den Unterschied zwischen Absicht und bloßem Irrtum. Weitere Wörter stehen im Verbenwörterbuch.