anstellen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anstellen
- Worttrennung
- an·stel·len
- Präsens
- stellt an
- Präteritum
- stellte an
- Partizip II
- angestellt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich anstellen (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas oder jemanden anstellen (Akkusativ)
Das Perfekt lautet hat angestellt, auch bei hat sich angestellt. Das Pronomen richtet sich nach der Person: mich, dich, sich, uns, euch, sich.
Anstellen bedeutet je nach Zusammenhang einschalten, jemanden beschäftigen oder etwas unternehmen. Reflexiv heißt es auch, sich in eine Warteschlange einzureihen oder sich auf bestimmte Weise zu verhalten. Ein angestelltes Gerät und eine angestellte Person sind deshalb verschieden zu verstehen.
Einschalten, beschäftigen oder sich einreihen
Wer einen Ventilator anstellt, setzt ihn in Betrieb. Wer eine Mitarbeiterin anstellt, nimmt sie dagegen in ein Beschäftigungsverhältnis auf. Der Gegenstand oder die Person hilft, die passende Lesart zu erkennen. Ein Mensch wird nicht wie eine Maschine eingeschaltet.
Bei Überlegungen, Untersuchungen und Berechnungen hat anstellen eine allgemeinere Bedeutung: Die betreffende Tätigkeit wird vorgenommen. Häufig lässt sich die Verbindung durch ein einzelnes Verb ausdrücken. Aus Überlegungen anstellen kann überlegen werden, ohne dass damit automatisch weniger gründliches Nachdenken gemeint ist.
„Sich hinten anstellen“ bezeichnet das Einreihen unter Wartende. „Sich geschickt anstellen“ bewertet hingegen das Vorgehen. Umgangssprachlich kann „Was hast du angestellt?“ nach einer unerwünschten Handlung fragen. Auch das Anlehnen eines Gegenstands ist möglich, etwa einer Leiter. Ob Verhalten, Beschäftigung oder räumliches Stellen gemeint ist, zeigt erst die Ergänzung.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| einschalten | Ein Gerät anstellen | Bezeichnet die Inbetriebnahme; passt nicht zum Beschäftigen einer Person. |
| beschäftigen | Jemanden beruflich anstellen | Kann ein bestehendes Arbeitsverhältnis meinen, während anstellen dessen Beginn hervorheben kann. |
| vornehmen | Eine Untersuchung anstellen | Sachliche Alternative für eine geplante Tätigkeit; nicht für das Warten in einer Reihe. |
| sich einreihen | Sich an einer Warteschlange anstellen | Erklärt die räumlich-soziale Ordnung, nicht die Qualität des eigenen Handelns. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Gerät in Betrieb nehmen
Ausgangssatz: Nele stellt vor der Probe den Ventilator an.
Alternative: Nele schaltet vor der Probe den Ventilator ein.
Der Vorgang bleibt gleich. Ob das Gerät anschließend den Raum ausreichend kühlt, sagt keine Fassung. Ein Einschalten ist noch kein Nachweis für die gewünschte Wirkung.
Beispielpaar 2: Einen Gedankengang kürzer ausdrücken
Ausgangssatz: Die Gruppe stellt Überlegungen zur Reihenfolge an.
Alternative: Die Gruppe überlegt, welche Reihenfolge geeignet ist.
Die zweite Fassung macht den gedanklichen Inhalt direkt zum Satz. Sie behauptet noch keine fertige Entscheidung. „Die Gruppe legt die Reihenfolge fest“ wäre ein weiterer Schritt.
Stellt an, stellte an, hat angestellt
Anstellen ist ein schwaches, trennbares Verb. Die Formen bleiben regelmäßig. Bei reflexiver Verwendung kommt das passende Pronomen hinzu: ich stelle mich an, du stellst dich an.
Konjugation von anstellen
Das Perfekt lautet hat angestellt, auch bei hat sich angestellt. Das Pronomen richtet sich nach der Person: mich, dich, sich, uns, euch, sich.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | stelle an | stellte an | stelle an | stellte an |
| du | stellst an | stelltest an | stellest an | stelltest an |
| er/sie/es | stellt an | stellte an | stelle an | stellte an |
| wir | stellen an | stellten an | stellen an | stellten an |
| ihr | stellt an | stelltet an | stellet an | stelltet an |
| sie/Sie | stellen an | stellten an | stellen an | stellten an |
Das Perfekt lautet hat angestellt, auch bei der Warteschlange: „Sie hat sich angestellt.“ Eine beschäftigte Person oder ein eingeschaltetes Gerät steht im Akkusativ. In sich anstellen ist das Reflexivpronomen ebenfalls Akkusativ: mich, dich, sich, uns, euch, sich.
Anzustellen und angestellt
Man schreibt anstellen mit ll. Der zu-Infinitiv lautet anzustellen. Im Hauptsatz wird getrennt: „Sie stellt die Heizung an.“ Im Nebensatz bleibt es zusammen: „weil sie die Heizung anstellt“. Das Substantiv die Angestellte wird großgeschrieben.
Verhalten genau beschreiben
Die Aufforderung „Stell dich nicht so an!“ wertet eine Reaktion ab, ohne ihren Grund zu erklären. Für eine sachliche Rückmeldung ist die konkrete Schwierigkeit hilfreicher. Auch sich ungeschickt anstellen beschreibt zunächst eine Ausführung und beweist keine allgemeine Unfähigkeit. Weitere Formen bietet das Verbenwörterbuch.
