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aufbringen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
aufbringen
Worttrennung
auf·brin·gen
Präsens
bringt auf
Präteritum
brachte auf
Partizip II
aufgebracht
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
etwas oder jemanden aufbringen (Akkusativ); etwas auf eine Fläche aufbringen (auf + Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Aufbringen bedeutet benötigtes Geld, Kraft oder Mut verfügbar machen, eine Schicht auf eine Fläche tragen oder jemanden stark verärgern. Auch eine Behauptung oder neue Ausdrucksweise kann aufgebracht werden. Welche Bedeutung gemeint ist, zeigt vor allem das Objekt.

Mittel, Schichten und Ärger

Wer Geld für ein Vorhaben aufbringt, sorgt dafür, dass der erforderliche Betrag bereitsteht. Ob das Geld angespart, gemeinsam gesammelt oder anders beschafft wurde, bleibt zunächst offen. Das Verb bezeichnet keine bestimmte Finanzierungsform.

Bei Mut, Geduld oder Kraft geht es um einen inneren Einsatz. Man überwindet beispielsweise eine Hemmung oder hält eine schwierige Aufgabe durch. Mut aufzubringen bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Auch eine unsichere Person kann die nötige Entschlossenheit für eine konkrete Handlung finden.

Eine Schutzschicht aufzubringen ist dagegen ein praktischer Auftrag auf eine Oberfläche. „Die Bemerkung bringt ihn auf“ beschreibt starken Ärger. Etwas aufbringen und jemanden aufbringen haben andere Ergänzungen und Ziele. Ein aufgebrachtes Gerücht ist wiederum in Umlauf gebracht worden; seine Wahrheit ist damit nicht bestätigt.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
beschaffenGeld für ein Vorhaben aufbringenBetont die Bereitstellung; benennt keine bestimmte Geldquelle.
aufwendenKraft oder Geduld aufbringenRückt den Einsatz der verfügbaren Mittel in den Vordergrund.
auftragenEine Schutzschicht aufbringenPasst zur Oberfläche, nicht zu einer aufgebrachten Person.
erzürnenEine Person durch etwas aufbringenDeutlich gehobener; bezeichnet ebenfalls starke Verärgerung, keine Materialschicht.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine innere Hürde überwinden

Ausgangssatz: Mila bringt den Mut auf, ihre abweichende Meinung zu erklären.

Alternative: Mila findet den Mut, ihre abweichende Meinung zu erklären.

Beide Sätze zeigen eine überwundene Hemmung. Sie behaupten weder Angstfreiheit noch die Richtigkeit der Meinung. Die Begründung muss unabhängig vom Mut beurteilt werden.

Beispielpaar 2: Eine Oberfläche bearbeiten

Ausgangssatz: Das Team bringt eine dünne Schutzschicht auf das Holz auf.

Alternative: Das Team trägt eine dünne Schutzschicht auf das Holz auf.

Hier ist auftragen ein naher Ersatz. Die beiden Vorkommen von auf im ersten Satz erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Eines gehört zur Ortsangabe, das andere zum trennbaren Verb.

Bringt auf, brachte auf, hat aufgebracht

Aufbringen ist ein gemischtes, trennbares Verb. Wie bringen verändert es den Stammvokal und bildet zugleich das Präteritum mit -te. Der betroffene Gegenstand oder Mensch steht im Akkusativ.

Konjugation von aufbringen
aufbringen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbringe aufbrachte aufbringe aufbrächte auf
dubringst aufbrachtest aufbringest aufbrächtest auf
er/sie/esbringt aufbrachte aufbringe aufbrächte auf
wirbringen aufbrachten aufbringen aufbrächten auf
ihrbringt aufbrachtet aufbringet aufbrächtet auf
sie/Siebringen aufbrachten aufbringen aufbrächten auf

Das Perfekt lautet hat aufgebracht. Bei der Flächenangabe steht auf + Akkusativ: eine Schicht auf das Holz aufbringen. In „Die Beschuldigung bringt ihn auf“ ist ihn dagegen das direkte Akkusativobjekt. Das Partizip kann auch einen ärgerlichen Zustand beschreiben: ein aufgebrachter Besucher.

Aufzubringen ohne zusätzliches ge

Der zu-Infinitiv lautet aufzubringen, das Partizip aufgebracht. „Aufgebringt“ ist falsch. Im Nebensatz bleibt der Verbteil zusammen: „weil sie den Betrag aufbringt“. Die Vergangenheitsform hat ach: brachte.

Ergebnis und Bewertung trennen

„Die Äußerung hat viele Menschen aufgebracht“ berichtet eine Wirkung. Ob die Äußerung falsch oder die Verärgerung angemessen war, muss eigens geprüft werden. Reaktion und sachliche Bewertung sind verschiedene Aussagen.

Mutig erklärt die Grenze zwischen Mut und Angstfreiheit. Aufbrausen beschreibt dagegen die plötzlich sichtbare Ärgerreaktion selbst. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.