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auffressen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
auffressen
Worttrennung
auf·fres·sen
Präsens
frisst auf
Präteritum
fraß auf
Partizip II
aufgefressen
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Auffressen bedeutet Nahrung vollständig fressen oder übertragen einen Vorrat, Gewinn oder eine verfügbare Menge aufbrauchen. Bei Tieren ist die körperliche Verwendung gewöhnlich. Auf Menschen bezogen kann das Wort derb, abwertend oder scherzhaft klingen.

Vollständiger Verzehr und aufgebrauchte Mittel

Frisst ein Tier seine Portion auf, bleibt von dieser Portion nichts übrig. Das auf hebt den Abschluss des Fressens hervor. „Der Hund frisst“ beschreibt dagegen zunächst nur die Tätigkeit und sagt nichts darüber, ob er alles verzehrt.

Bei Menschen ist aufessen die neutralere Wahl. Auffressen kann Gier oder mangelnde Rücksicht unterstellen, aber auch vertraut scherzhaft verwendet werden. Ob ein Scherz passend ankommt, hängt von Beziehung und Situation ab; die mögliche Derbheit verschwindet nicht durch die bloße Absicht des Sprechers.

Übertragen können zusätzliche Ausgaben eine Rücklage auffressen oder eine Aufgabe die gesamte freie Zeit auffressen. Das Bild betont einen starken oder vollständigen Verbrauch. Wenn nur ein Teil gemeint ist, sollte die Formulierung das ausdrücklich sagen. Das Wort allein erklärt nicht, weshalb der Verbrauch entsteht.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
vollständig fressenEin Tier frisst seine Portion aufErklärt den Abschluss, ohne eine zusätzliche Wertung über das Tier.
aufessenEin Mensch frisst eine Mahlzeit aufNeutraler; eine derbe oder vorwurfsvolle Wirkung wird abgeschwächt.
aufbrauchenKosten fressen einen Vorrat aufSachlicher bei verfügbaren Mitteln; das Verzehrbild entfällt.
verschlingenEine Tätigkeit frisst viel Zeit aufBildhaft ähnlich stark; kann sehr großen Verbrauch auch ohne vollständiges Aufbrauchen meinen.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine Portion wird vollständig gefressen

Ausgangssatz: Der Hund frisst die bereitgestellte Portion auf.

Alternative: Der Hund frisst die bereitgestellte Portion vollständig.

Beide Fassungen nennen den Abschluss. „Der Hund frisst von der Portion“ wäre schwächer und ließe einen Rest offen. Über die passende Ernährung oder die Menge sagen die Sätze nichts aus.

Beispielpaar 2: Zeit geht vollständig in einer Aufgabe auf

Ausgangssatz: Die ungeplante Nacharbeit frisst Leas gesamten freien Nachmittag auf.

Alternative: Die ungeplante Nacharbeit beansprucht Leas gesamten freien Nachmittag.

Die zweite Fassung klingt nüchterner. Das Wort gesamten erhält die Aussage über den Umfang. Ohne diese Ergänzung könnte beanspruchen auch einen kleineren Teil des Nachmittags bezeichnen.

Frisst auf, fraß auf, hat aufgefressen

Auffressen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er/sie/es zu i. Das Präteritum hat a und ß, das Partizip e und ss.

Konjugation von auffressen
Sechs Personen im Aktiv: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Die Tabelle zeigt finite Formen; Ergänzungen und Hilfsverb richten sich nach der jeweiligen Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichfresse auffraß auffresse auffräße auf
dufrisst auffraßest auf / fraßt auffressest auffräßest auf
er/sie/esfrisst auffraß auffresse auffräße auf
wirfressen auffraßen auffressen auffräßen auf
ihrfresst auffraßt auffresset auffräßet auf
sie/Siefressen auffraßen auffressen auffräßen auf

Das Perfekt lautet hat aufgefressen. Das Verzehrte oder Verbrauchte steht im Akkusativ. Es kann im Zusammenhang fehlen: „Der Hund hat schon aufgefressen.“ Das ändert nicht die starke Bildung des Verbs. Der Imperativ Singular lautet Friss auf!

Aufzufressen, nicht aufgefrisst

Der zu-Infinitiv lautet aufzufressen. Das richtige Partizip ist aufgefressen; „aufgefrisst“ ist falsch. In „die Kosten fressen alles auf“ steht auf getrennt, im Nebensatz „weil die Kosten alles auffressen“ zusammen.

Eine starke Wertung dosieren

„Die Gebühren fressen den Ertrag auf“ ist eine anschauliche, aber weitreichende Aussage. Ein genauer Text sollte zeigen, ob tatsächlich der gesamte Ertrag oder nur ein Teil verbraucht wird. Das Bild darf die Größenverhältnisse nicht ersetzen.

Auffangen beschreibt im Gegensatz dazu das Abmildern einer Belastung. Ein Puffer kann Kosten auffangen, während dieselben Kosten den Puffer allmählich aufbrauchen. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.