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aufreiben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
aufreiben
Worttrennung
auf·rei·ben
Präsens
reibt auf
Präteritum
rieb auf
Partizip II
aufgerieben
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
sich aufreiben (Akkusativ); sich die Hände aufreiben mit Dativpronomen
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas aufreiben (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Aufreiben bedeutet durch Reibung eine Oberfläche oder Hautstelle verletzen und übertragen Kräfte stark verbrauchen. Sich aufzureiben heißt sich durch eine anhaltende Belastung zu erschöpfen. In militärischen Beschreibungen kann das Wort die Zerschlagung einer Einheit bezeichnen.

Wund reiben oder Kräfte verbrauchen

Eine Kante oder ein Riemen kann die Haut aufreiben. Dabei entsteht die Verletzung durch wiederholte Reibung. Das ist nicht dieselbe Handlung wie ein Gegenstand, der einmal schneidet oder sticht.

Eine zermürbende Aufgabe kann eine Person aufreiben. Übertragen wird die Beanspruchung so beschrieben, als würden ihre Kräfte durch ständige Reibung nach und nach abgetragen. Das Wort betont eine erhebliche Belastung und ist stärker als das neutrale beanspruchen.

Bei sich aufreiben steht die Person im Mittelpunkt, die viel Kraft einsetzt und dabei erschöpft wird. Die reflexive Form bedeutet nicht, dass die Person an ihrer Belastung selbst schuld ist. Arbeitsumfang, Umstände und fehlende Unterstützung können wesentlich sein. Militärisches Aufreiben ist eine eigenständige Verwendung und sollte nicht unbedacht als Bild für gewöhnliche Auseinandersetzungen dienen.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
wund reibenEin Riemen reibt die Haut aufPasst zur konkreten Reibungsverletzung.
zermürbenStändige Konflikte reiben jemanden aufBetont die anhaltende, oft auch seelische Beanspruchung.
erschöpfenEine Belastung reibt die Kräfte aufRückt das Ergebnis in den Vordergrund; die Dauer oder Art der Belastung bleibt weniger deutlich.
sich verausgabenSich bei vielen Aufgaben aufreibenBetont den starken Krafteinsatz; aufreiben kann den zermürbenden Verlauf stärker hervorheben.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine Belastung darstellen

Ausgangssatz: Die immer neuen kurzfristigen Änderungen reiben das kleine Team auf.

Alternative: Die immer neuen kurzfristigen Änderungen zermürben das kleine Team.

Beide Fassungen beschreiben mehr als eine einzelne unangenehme Nachricht. Sie legen einen belastenden Verlauf nahe. Eine sachliche Darstellung ergänzt, welche Arbeit dadurch wiederholt werden muss und woran die Erschöpfung erkennbar ist.

Beispielpaar 2: Eine Reibung beschreiben

Ausgangssatz: Der harte Rand des Rucksacks reibt die Haut an der Schulter auf.

Alternative: Der harte Rand des Rucksacks reibt die Haut an der Schulter wund.

Die Alternative benennt die konkrete Verletzungsart. Erschöpfen würde hier die Bedeutung verändern: Es beschreibt keine Reibungsverletzung an dieser Stelle.

Reibt auf, rieb auf, hat aufgerieben

Aufreiben ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum hat ie statt ei. Das Partizip aufgerieben behält ebenfalls ie.

Konjugation von aufreiben
aufreiben: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichreibe aufrieb aufreibe aufriebe auf
dureibst aufriebst aufreibest aufriebest auf
er/sie/esreibt aufrieb aufreibe aufriebe auf
wirreiben aufrieben aufreiben aufrieben auf
ihrreibt aufriebt aufreibet aufriebet auf
sie/Siereiben aufrieben aufreiben aufrieben auf

Das Perfekt lautet hat aufgerieben. In „Ich reibe mich auf“ steht ein reflexiver Akkusativ. In „Ich reibe mir die Hände auf“ ist mir dagegen Dativ, weil die Hände bereits das Akkusativobjekt sind. Diese beiden Konstruktionen dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Aufzureiben mit ei, aufgerieben mit ie

Der zu-Infinitiv lautet aufzureiben. Im Hauptsatz heißt es „Die Aufgabe reibt sie auf“, im Nebensatz „weil die Aufgabe sie aufreibt“. Das Partizip endet auf -en, nicht auf -t.

Belastung nicht zur Eigenschaft machen

Erschöpft beschreibt einen Zustand. Anstrengen kann auch eine begrenzte, bewältigbare Mühe bezeichnen. Aufreiben ist deshalb nicht für jede anstrengende Tätigkeit der passende Ersatz. Weitere Formen findest du im Verbenwörterbuch.