auftun
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- auftun
- Worttrennung
- auf·tun
- Präsens
- tut auf
- Präteritum
- tat auf
- Partizip II
- aufgetan
- Hilfsverb
- haben
Auftun ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Die Formen richten sich nach tun. Reflexiv werden die passenden Pronomen ergänzt.
Auftun bedeutet öffnen. Sich auftun kann heißen sich öffnen, sichtbar werden oder als neue Möglichkeit entstehen. Umgangssprachlich kann jemand außerdem etwas auftun, also nach einer Suche finden; Essen aufzutun heißt es auf einen Teller zu geben.
Eine Öffnung oder eine neue Möglichkeit
Eine Tür aufzutun ist eine eher gehobene oder regional vertraute Art, ihr Öffnen zu beschreiben. Tut sich vor jemandem ein weiter Blick auf, wird etwas sichtbar. Ein tatsächlicher Gegenstand muss dabei nicht geöffnet werden.
Bei einer neuen Möglichkeit ist die Verwendung bildlich. Eine veränderte Situation bietet nun eine Gelegenheit, die vorher nicht bestand oder nicht erkannt wurde. Dass sie sich auftut, bedeutet nicht, dass sie bereits genutzt wird.
Wer einen geeigneten Raum auftut, findet ihn. Im Alltag kann das überraschenden Erfolg nach einer Suche hervorheben. Eine Gelegenheit zu erkennen und sie umzusetzen sind zwei verschiedene Schritte. Für einen klaren Bericht sollte deshalb folgen, was die Beteiligten anschließend entscheiden oder tun.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| öffnen | Eine Tür auftun | Im heutigen Alltag meist die neutralere Form. |
| sich eröffnen | Eine Möglichkeit tut sich auf | Passt zum Entstehen einer Gelegenheit; nicht zu jeder räumlichen Öffnung. |
| finden | Einen geeigneten Raum auftun | Sachlicher; die beiläufige oder überraschende Färbung entfällt. |
| auf den Teller geben | Jemandem Essen auftun | Erklärt die konkrete Portionierung; bedeutet nicht das Zubereiten. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine Gelegenheit erkennen
Ausgangssatz: Durch den freien Raum tut sich für die Gruppe eine neue Möglichkeit auf.
Alternative: Durch den freien Raum eröffnet sich für die Gruppe eine neue Möglichkeit.
Beide Sätze beschreiben eine veränderte Ausgangslage. Sie sagen noch nicht, ob der Raum genutzt werden darf oder ob die Gruppe sich dafür entscheidet. Der folgende Text sollte die Möglichkeit daher konkretisieren.
Beispielpaar 2: Etwas Passendes finden
Ausgangssatz: Für die Probe hat Jona einen ruhigen Raum im Nachbargebäude aufgetan.
Alternative: Für die Probe hat Jona einen ruhigen Raum im Nachbargebäude gefunden.
Die Alternative klingt neutraler. Aufgetan kann die erfolgreiche Suche lebhafter darstellen. Keine der beiden Fassungen behauptet, Jona habe den Raum gebaut oder bereits verbindlich reserviert.
Tut auf, tat auf, hat aufgetan
Auftun ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Die Formen richten sich nach tun. Reflexiv werden die passenden Pronomen ergänzt.
Konjugation von auftun
Auftun ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Die Formen richten sich nach tun. Reflexiv werden die passenden Pronomen ergänzt.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | tue auf | tat auf | tue auf | täte auf |
| du | tust auf | tatest auf / tatst auf | tuest auf | tätest auf |
| er/sie/es | tut auf | tat auf | tue auf | täte auf |
| wir | tun auf | taten auf | tuen auf | täten auf |
| ihr | tut auf | tatet auf | tuet auf | tätet auf |
| sie/Sie | tun auf | taten auf | tuen auf | täten auf |
Das Perfekt lautet hat aufgetan, reflexiv hat sich aufgetan. In „Ich tue dir etwas auf“ steht dir im Dativ und etwas als direktes Objekt im Akkusativ. Gemeint ist im passenden Essenszusammenhang das Portionieren.
Aufzutun und aufgetan
Der zu-Infinitiv lautet aufzutun. Das Partizip heißt aufgetan, nicht „aufgetut“. Im Nebensatz steht die Vorsilbe am Verb: „weil sich eine Möglichkeit auftut“.
Den passenden Ton wählen
Aufmachen ist beim Öffnen meist alltäglicher. Auftreiben kann das Finden und Beschaffen eines benötigten Gegenstands ausdrücken. Auftauchen beschreibt dagegen eher das Erscheinen selbst. Weitere Bedeutungsunterschiede findest du im Verbenwörterbuch.
