ausbilden
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausbilden
- Worttrennung
- aus·bil·den
- Präsens
- bildet aus
- Präteritum
- bildete aus
- Partizip II
- ausgebildet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich ausbilden (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden ausbilden (Akkusativ); zu/in + Dativ für Ziel oder Bereich
Das Perfekt lautet hat ausgebildet, auch reflexiv. Die Person wird etwa zur Fachkraft ausgebildet; das d bleibt in ausgebildet erhalten.
ausbilden: Ausbilden bedeutet, Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Tätigkeit zu vermitteln oder Fähigkeiten zu entwickeln. Daneben kann etwas Formen oder Merkmale hervorbringen; reflexiv heißt sich ausbilden entstehen oder Gestalt annehmen.
Lernen ermöglichen oder eine Form entwickeln?
Wer jemanden ausbildet, führt ihn schrittweise an Kenntnisse und Fertigkeiten heran. Dazu können Erklären, Vormachen, Üben und Rückmeldung gehören. Eine kurze Auskunft ist deshalb nicht automatisch eine Ausbildung. Welche Fähigkeiten erworben werden sollen, muss aus der Tätigkeit oder einer Ergänzung hervorgehen.
Auch Tiere können für bestimmte Aufgaben ausgebildet werden. Bei Fähigkeiten liegt der Blick stärker auf ihrer Entwicklung: Wer seine Stimme ausbildet, arbeitet an ihren Möglichkeiten. Das Verb selbst nennt weder Dauer noch Abschluss und verspricht keine fehlerlose Beherrschung.
Eine andere Lesart betrifft die Entstehung von Formen. Pflanzen bilden Wurzeln aus; in einer Gruppe können sich feste Gewohnheiten ausbilden. Hier ist kein Unterricht gemeint. In technischen Beschreibungen kann ausbilden außerdem eine bestimmte Gestaltung bezeichnen. Eine Person ausbilden und eine Form ausbilden sind unterschiedliche Vorgänge.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Wann passend? | Unterschied |
|---|---|---|
| schulen | Menschen für eine Tätigkeit ausbilden | Kann auch auf einen begrenzten Lernbereich zielen; muss keine umfassende Ausbildung sein. |
| auf eine Tätigkeit vorbereiten | Den Zweck einer Ausbildung beschreiben | Erklärt das Ziel; die konkreten Lernschritte bleiben offen. |
| entwickeln | Eine Fähigkeit oder ein Merkmal ausbilden | Breiter und je nach Satz auch ohne gezielte Schulung möglich. |
| entstehen | Ein Muster bildet sich aus | Passt zur reflexiven Entwicklungslesart und ändert den Satzbau. |
Eigener Beispielsatz: „Der Verein bildet die neuen Begleitpersonen für die Museumsführungen aus.“
Zum Vergleich: „Der Verein bereitet die neuen Begleitpersonen auf die Museumsführungen vor.“
Die Alternative nennt das Ziel, kann aber auch eine kurze organisatorische Vorbereitung meinen. Ausbilden legt stärker den Erwerb nötiger Fähigkeiten nahe. Im Text könnte zusätzlich stehen, dass die Personen üben, Fragen beantworten und Rückmeldungen erhalten.
Eigener Beispielsatz: „Im Verlauf des Projekts bildet sich eine feste Gesprächsreihenfolge aus.“
Zum Vergleich: „Im Verlauf des Projekts entsteht eine feste Gesprächsreihenfolge.“
Beide Sätze beschreiben eine Entwicklung. Es bleibt offen, ob jemand die Reihenfolge ausdrücklich festgelegt hat. „Die Leitung unterrichtet die Reihenfolge“ wäre kein passender Ersatz: Die Aussage handelt nicht von Unterricht.
Bildet aus, bildete aus, hat ausgebildet
Ausbilden ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Beim Lernen steht die ausgebildete Person im Akkusativ. Die Tätigkeit lässt sich mit zu + Dativ nennen: „jemanden zur Fachkraft ausbilden“. Auch in + Dativ kann einen Lernbereich angeben.
Konjugation von ausbilden
Das Perfekt lautet hat ausgebildet, auch reflexiv. Die Person wird etwa zur Fachkraft ausgebildet; das d bleibt in ausgebildet erhalten.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bilde aus | bildete aus | bilde aus | bildete aus |
| du | bildest aus | bildetest aus | bildest aus | bildetest aus |
| er/sie/es | bildet aus | bildete aus | bilde aus | bildete aus |
| wir | bilden aus | bildeten aus | bilden aus | bildeten aus |
| ihr | bildet aus | bildetet aus | bildet aus | bildetet aus |
| sie/Sie | bilden aus | bildeten aus | bilden aus | bildeten aus |
Das Perfekt ist hat ausgebildet, auch reflexiv: „Die Gewohnheit hat sich ausgebildet.“ Bei Personen ist „sich ausbilden lassen“ eine häufige Verbindung. Der zu-Infinitiv lautet auszubilden. Das d des Stamms bleibt erhalten; es heißt ausgebildet, nicht „ausgebiltet“.
Den erworbenen Bereich genau nennen
„Gut ausgebildet“ ist ohne Ergänzung sehr allgemein. Eine Figur kann fachlich erfahren sein und in einer anderen Aufgabe noch Anleitung benötigen. Aussagekräftiger ist beispielsweise: „Sie wurde für die Archivarbeit ausgebildet und kann die Fundstücke nun selbstständig zuordnen.“ Auch hier sollte nicht von einer Fähigkeit auf jede andere geschlossen werden.
Das Nomen Ausbildung bezeichnet den Lern- oder Entwicklungsprozess und in vielen Zusammenhängen einen entsprechenden Bildungsgang. Sich Wissen aneignen stellt dagegen die Tätigkeit der lernenden Person in den Vordergrund. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.
