ausmerzen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausmerzen
- Worttrennung
- aus·mer·zen
- Präsens
- merzt aus
- Präteritum
- merzte aus
- Partizip II
- ausgemerzt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas ausmerzen (Akkusativ)
Ausmerzen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Objekt steht im Akkusativ: den Fehler, die Wiederholung, einen Mangel ausmerzen. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
Ausmerzen bedeutet, etwas als unerwünscht oder fehlerhaft vollständig zu beseitigen. Das Wort klingt entschieden und kann einen harten Ton haben. Bei Fehlern ist oft eine sachlichere Alternative wie beheben oder korrigieren genauer.
Eine entschiedene Beseitigung
Wer Fehler ausmerzen will, möchte sie nicht nur verringern, sondern möglichst vollständig entfernen. Der Ausdruck enthält eine Bewertung: Etwas gilt als störend, falsch oder unerwünscht. Ob diese Bewertung begründet ist, beantwortet das Verb nicht.
Ausmerzen kann im Zusammenhang mit Textfehlern, technischen Mängeln oder schlechten Gewohnheiten vorkommen. Die Gegenstände verlangen aber unterschiedliche Maßnahmen. Ein Tippfehler wird korrigiert, eine unnötige Wiederholung gestrichen, eine unklare Formulierung überarbeitet. Das allgemeine ausmerzen sagt noch nicht, was konkret verändert wird.
Daneben besitzt das Wort eine Verwendung in der Tierzucht: Tiere werden als ungeeignet ausgesondert. Auch das Vernichten von Schädlingen kann gemeint sein. Diese Bedeutungen tragen zum harten Klang bei. Auf Menschen bezogen kann der Ausdruck Gewalt und Entmenschlichung transportieren und bis zum Töten reichen. In einer sachlichen eigenen Darstellung ist er deshalb keine neutrale Bezeichnung für Ausschluss oder Kritik.
Die Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Eine feste Ableitung aus einem Monatsnamen sollte daher nicht als sichere Erklärung dargestellt werden. Für den heutigen Gebrauch sind die Bedeutung, der Ton und der jeweils bezeichnete Gegenstand wichtiger als eine ungesicherte Wortgeschichte.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| beseitigen | einen störenden Mangel ausmerzen | Neutraler, aber ebenfalls auf das Entfernen gerichtet. |
| beheben | einen Fehler oder Defekt ausmerzen | Betont die Lösung des Problems, nicht ein Vernichtungsbild. |
| korrigieren | einen Schreibfehler ausmerzen | Nennt eine Verbesserung; der betreffende Text muss nicht gestrichen werden. |
| tilgen | eine unerwünschte Textstelle ausmerzen | Passt zum Entfernen aus einer schriftlichen Darstellung, nicht zu jeder Reparatur. |
Eigene Beispiele: ein Textfehler
Ausgangssatz: Beim Korrekturlesen merzte Nela die vertauschten Buchstaben aus.
Alternative: Beim Korrekturlesen korrigierte Nela die vertauschten Buchstaben.
Die zweite Fassung benennt die sprachliche Arbeit ruhiger und genauer. Ein Korrekturdurchgang kann einzelne Fehler beheben, ohne den ganzen Satz zu entfernen. Der kräftige Ausdruck ausmerzen ist dafür nicht erforderlich.
Eigene Beispiele: unnötige Wiederholungen
Ausgangssatz: Die Redaktion wollte die überflüssigen Wiederholungen im Entwurf ausmerzen.
Alternative: Die Redaktion wollte die überflüssigen Wiederholungen im Entwurf streichen.
Hier ist streichen eine passende konkrete Maßnahme, sofern die Wiederholungen tatsächlich entfallen sollen. Soll eine wichtige Wiederholung abwechslungsreicher formuliert werden, wäre überarbeiten genauer. Das gewünschte Ergebnis entscheidet über die Wortwahl.
Merzt aus, merzte aus, hat ausgemerzt
Ausmerzen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Objekt steht im Akkusativ: den Fehler, die Wiederholung, einen Mangel ausmerzen. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
Konjugation von ausmerzen
Ausmerzen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Objekt steht im Akkusativ: den Fehler, die Wiederholung, einen Mangel ausmerzen. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | merze aus | merzte aus | merze aus | merzte aus |
| du | merzt aus | merztest aus | merzest aus | merztest aus |
| er/sie/es | merzt aus | merzte aus | merze aus | merzte aus |
| wir | merzen aus | merzten aus | merzen aus | merzten aus |
| ihr | merzt aus | merztet aus | merzet aus | merztet aus |
| sie/Sie | merzen aus | merzten aus | merzen aus | merzten aus |
Die zweite Person lautet du merzt aus, nicht „du merzst aus“. Im Nebensatz steht das Verb zusammen: weil sie den Fehler ausmerzt. Die zu-Form lautet auszumerzen, das Partizip ausgemerzt.
Mit e und z
Ausmerzen wird mit e geschrieben. Aus der Aussprache darf kein ä abgeleitet werden. Das zugehörige Nomen heißt die Ausmerzung. In einem neutralen Bericht ist je nach Gegenstand etwa Fehlerbehebung, Korrektur oder Beseitigung die verständlichere Wahl.
Den Ton in einer Analyse benennen
Wenn eine Figur den Ausdruck auf Menschen anwendet, sollte eine Analyse diese Wortwahl nicht unbemerkt übernehmen. Eine mögliche eigene Formulierung lautet: „Die Figur beschreibt andere Menschen mit einem Wort der Beseitigung und verleiht ihrer Ablehnung dadurch einen gewaltsamen Ton.“ Ob der Text eine konkrete Gewaltabsicht zeigt, muss zusätzlich belegt werden. Sprachliche Schärfe und tatsächliches Handeln sind getrennte Beobachtungen.
Weitere Verben und passende Alternativen findest du im Verbenwörterbuch.
