auspressen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- auspressen
- Worttrennung
- aus·pres·sen
- Präsens
- presst aus
- Präteritum
- presste aus
- Partizip II
- ausgepresst
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas oder jemanden auspressen (Akkusativ)
Auspressen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt hat das Hilfsverb haben. Das Objekt steht im Akkusativ: die Zitrone, den Saft, jemanden auspressen.
Auspressen bedeutet, durch Druck Flüssigkeit aus etwas herauszuholen. Übertragen kann es heißen, jemanden mit Fragen zu bedrängen oder Menschen beziehungsweise vorhandene Mittel rücksichtslos für einen eigenen Vorteil zu beanspruchen.
Druck auf Früchte, Fragen an Menschen
Beim wörtlichen Auspressen wird eine Flüssigkeit durch Druck von dem Stoff getrennt, der sie enthält. Man kann eine Zitrone auspressen, aber auch Zitronensaft auspressen. Einmal nennt das Objekt die Frucht, einmal das gewonnene Ergebnis. Die Tätigkeit bleibt dieselbe.
Auch ein feuchtes Tuch lässt sich auspressen. Dabei soll gewöhnlich möglichst viel Wasser entfernt werden; nicht jede Verwendung dient also dazu, eine Flüssigkeit aufzufangen. Ausdrücken ist hier oft eine nahe Alternative, während auswringen eine bestimmte Bewegung mit Verdrehen bezeichnet.
Bei Menschen ist das Bild übertragen: Wer jemanden „über den Vorfall auspresst“, drängt auf möglichst vollständige Auskunft. Das umgangssprachliche Wort vermittelt stärkeren Druck als befragen. Es beweist aber weder, dass die erhaltenen Informationen richtig sind, noch beschreibt es eine bestimmte Befragungsmethode.
Eine weitere kritische Lesart betrifft rücksichtsloses Beanspruchen: Menschen werden finanziell oder durch übermäßige Forderungen ausgepresst. Entscheidend ist dann nicht eine Flüssigkeit oder eine Antwort, sondern die einseitige Entnahme von Geld, Leistung oder anderen Mitteln.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| ausdrücken | Wasser aus einem Tuch auspressen | Nahe körperliche Tätigkeit; weniger deutlich auf vollständiges Entfernen gerichtet. |
| auswringen | ein nasses Tuch auspressen | Bezeichnet besonders das Zusammendrehen; passt nicht zu jeder Presse. |
| intensiv befragen | jemanden über einen Vorfall auspressen | Sachlicher, schwächt aber den kritischen Eindruck des Bedrängens ab. |
| ausbeuten | Menschen durch Forderungen auspressen | Ähnliche negative Wertung; betont den Vorteil auf Kosten anderer. |
Eigene Beispiele: Gegenstand und Ergebnis
Ausgangssatz: Für das Dressing presste Nuri eine Zitrone aus.
Alternative: Für das Dressing gewann Nuri durch Auspressen einer Zitrone frischen Saft.
Die zweite Fassung nennt das Ergebnis ausdrücklich. „Nuri schälte eine Zitrone“ wäre keine passende Alternative: Das Entfernen der Schale ist eine andere Tätigkeit.
Eigene Beispiele: Fragen mit Druck
Ausgangssatz: Die Bekannte presste ihn über jedes Detail des Streits aus.
Alternative: Die Bekannte bedrängte ihn mit Fragen zu jedem Detail des Streits.
Beide eigenen Sätze machen den Druck deutlich. „Sie fragte nach dem Streit“ wäre neutraler und verlöre die Bewertung. Ob der Befragte antwortet, ist in keiner Fassung festgelegt.
Presst aus, presste aus, hat ausgepresst
Auspressen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt hat das Hilfsverb haben. Das Objekt steht im Akkusativ: die Zitrone, den Saft, jemanden auspressen.
Konjugation von auspressen
Auspressen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt hat das Hilfsverb haben. Das Objekt steht im Akkusativ: die Zitrone, den Saft, jemanden auspressen.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | presse aus | presste aus | presse aus | presste aus |
| du | presst aus | presstest aus | pressest aus | presstest aus |
| er/sie/es | presst aus | presste aus | presse aus | presste aus |
| wir | pressen aus | pressten aus | pressen aus | pressten aus |
| ihr | presst aus | presstet aus | presset aus | presstet aus |
| sie/Sie | pressen aus | pressten aus | pressen aus | pressten aus |
Die zweite Person heißt du presst aus. Im Nebensatz steht weil sie die Früchte auspresst; der Infinitiv mit zu lautet auszupressen. Das Partizip schreibt man ausgepresst, mit ss und mit ge zwischen aus und presst.
Das Bild nicht zur Tatsache machen
In einer Charakterisierung kann auspressen das aufdringliche Fragen einer Figur beschreiben. Nenne dazu ihre wiederholten Fragen und die erkennbare Reaktion der anderen Person. Hartnäckig allein bedeutet noch nicht, dass jemand andere unzulässig bedrängt: Beharrliches Nachfragen kann auch zur Klärung beitragen. Die stärkere Wertung braucht einen passenden Zusammenhang.
Weitere Verben für Tätigkeiten und Gesprächshandlungen findest du im Verbenwörterbuch.
