ausdrücken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausdrücken
- Worttrennung
- aus·drü·cken
- Präsens
- drückt aus
- Präteritum
- drückte aus
- Partizip II
- ausgedrückt
- Hilfsverb
- haben
Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Sie hat ihren Wunsch ausgedrückt.“ Reflexiv heißt es: „Ich habe mich unklar ausgedrückt.“ In „In seinem Ton drückt sich Ungeduld aus“ ist hingegen die Ungeduld das Subjekt. Nicht jede Verbindung mit sich beschreibt also einen Sprecher, der über seine Wortwahl entscheidet.
Ausdrücken bedeutet, einen Gedanken oder ein Gefühl zu vermitteln, etwas sprachlich zu formulieren oder Flüssigkeit durch Druck herauszupressen. Auch das Erlöschenlassen einer glimmenden Zigarette durch Druck heißt ausdrücken.
Mit Worten, Zeichen oder Druck
Das Verb verbindet zwei sehr unterschiedliche Bereiche. Beim Sprechen wird ein Inhalt ausgedrückt. Beim Arbeiten mit einem feuchten Tuch wird dagegen Wasser herausgedrückt. Die gemeinte Bedeutung ergibt sich vor allem aus dem Objekt und dem Zusammenhang.
- Formulieren: Jemand gibt einen Gedanken sprachlich wieder. „Sie drückt ihren Einwand vorsichtig aus“ beschreibt die sprachliche Gestaltung.
- Sich äußern: „Er drückt sich knapp aus“ bewertet die Art des Sprechens. Ein eigener Inhaltsgegenstand muss nicht genannt werden.
- Etwas erkennen lassen: Eine Geste, eine Stimme oder ein Gesicht vermittelt eine Empfindung. Das kann bewusst gestaltet sein, muss es aber nicht.
- Herauspressen: Druck entfernt Flüssigkeit aus einem Gegenstand oder einer Frucht.
- Glimmen beenden: Druck bringt etwas Glimmendes zum Erlöschen.
Ausdrücken und ausdrucken sind verschiedene Verben. Wer einen Gedanken ausdrückt, vermittelt ihn. Wer ihn ausdruckt, bringt seine schriftliche Fassung auf Papier. Deshalb reicht der Austausch eines Vokals hier nicht als belanglose Schreibvariante: Er verändert die Tätigkeit.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| formulieren | einen Einwand ausdrücken | Betont die sprachliche Fassung; Gestik muss nicht beteiligt sein. |
| zeigen | ein Gesicht drückt Freude aus | Passt zur erkennbaren Wirkung, ist aber allgemeiner. |
| sich äußern | sich klar ausdrücken | Passt etwa als sich klar zu einer Frage äußern; der Inhalt kann mit zu ergänzt werden, die Art des Sprechens bleibt durch klar erhalten. |
| herauspressen | Wasser ausdrücken | Beschreibt die mechanische Handlung, nicht das Vermitteln eines Gedankens. |
Eigene Beispiele: einen Einwand formulieren
Ausgangssatz: Lina drückt ihre Kritik an der Gruppenarbeit sachlich aus.
Alternative: Lina formuliert ihre Kritik an der Gruppenarbeit sachlich.
Beide Sätze beschreiben die sprachliche Fassung. Sie behaupten nicht, dass die Kritik berechtigt ist oder angenommen wird. „Lina beweist ihren Einwand“ wäre daher keine gleichwertige Alternative, sondern eine zusätzliche Aussage über die Begründung.
Eigene Beispiele: ein sichtbares Zeichen
Ausgangssatz: Sein Lächeln drückt Erleichterung aus.
Alternative: Sein Lächeln zeigt Erleichterung.
Der Gesichtsausdruck wird als Zeichen gedeutet. Eine Formulierung wie „scheint Erleichterung auszudrücken“ lässt offen, ob diese Deutung zutrifft. „Er erklärt seine Erleichterung“ wäre stärker: Dann würde er sich ausdrücklich sprachlich dazu äußern.
Regelmäßig und trennbar
Ausdrücken ist ein regelmäßiges Verb. Bei der nicht reflexiven Verwendung steht häufig ein Akkusativobjekt: einen Wunsch ausdrücken. Ein Empfänger kann im Dativ hinzukommen: jemandem seine Anerkennung ausdrücken. Bei sich ausdrücken gehört dagegen das Reflexivpronomen zur Konstruktion.
Konjugation von ausdrücken
Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Sie hat ihren Wunsch ausgedrückt.“ Reflexiv heißt es: „Ich habe mich unklar ausgedrückt.“ In „In seinem Ton drückt sich Ungeduld aus“ ist hingegen die Ungeduld das Subjekt. Nicht jede Verbindung mit sich beschreibt also einen Sprecher, der über seine Wortwahl entscheidet.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | drücke aus | drückte aus | drücke aus | drückte aus |
| du | drückst aus | drücktest aus | drückest aus | drücktest aus |
| er/sie/es | drückt aus | drückte aus | drücke aus | drückte aus |
| wir | drücken aus | drückten aus | drücken aus | drückten aus |
| ihr | drückt aus | drücktet aus | drücket aus | drücktet aus |
| sie/Sie | drücken aus | drückten aus | drücken aus | drückten aus |
Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Sie hat ihren Wunsch ausgedrückt.“ Reflexiv heißt es: „Ich habe mich unklar ausgedrückt.“ In „In seinem Ton drückt sich Ungeduld aus“ ist hingegen die Ungeduld das Subjekt. Nicht jede Verbindung mit sich beschreibt also einen Sprecher, der über seine Wortwahl entscheidet.
Das ü bleibt erhalten
Der Infinitiv lautet ausdrücken. Im Hauptsatz heißt es „Ich drücke es anders aus“, im Nebensatz „weil ich es anders ausdrücke“. Das Partizip ist ausgedrückt, der Infinitiv mit zu auszudrücken. Auch in diesen Formen steht ü. Beim Schreiben auf einer Tastatur ohne Umlaut lässt sich ü durch ue wiedergeben, nicht einfach durch u.
Verständlich ist nicht dasselbe wie eindrucksvoll
Für eine Anleitung ist entscheidend, ob sich jemand verständlich ausdrückt. Ein Vortrag kann dagegen besonders ausdrucksstark wirken, weil Pausen, Stimme und Gestik eine Stimmung vermitteln. Er kann trotzdem inhaltlich unklar bleiben. Frage beim Überarbeiten deshalb zuerst: Soll mein Satz informieren, eine Haltung zeigen oder eine Empfindung vermitteln?
„Ich möchte meinen Unmut zum Ausdruck bringen“ lässt sich im Alltag oft einfacher als „Mich stört, dass …“ schreiben. Die kürzere Fassung benennt anschließend den konkreten Anlass. In einer förmlichen Stellungnahme kann die längere Wendung dennoch passen; sie ist nicht grundsätzlich falsch.
Weitere Tätigkeitswörter findest du im Verbenwörterbuch.
