Ausdruck
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Ausdruck
- Worttrennung
- Aus·druck
- Artikel
- der Ausdruck
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Ausdrucks / des Ausdruckes
- Plural
- Ausdrücke für Sprache; Ausdrucke für gedruckte Exemplare
Das Nomen ist maskulin. Im Singular lautet der Genitiv des Ausdrucks oder des Ausdruckes. Die folgenden Pluralspalten zeigen die unterschiedlichen Bedeutungen. Für den Vorgang des Ausdruckens wird das Wort gewöhnlich ohne Plural gebraucht.
Ausdruck kann eine sprachliche Formulierung, das sichtbare Vermitteln eines Gefühls oder ein ausgedrucktes Dokument bezeichnen. Wichtig ist der Plural: Ausdrücke sind etwa Wörter und Wendungen, Ausdrucke gedruckte Exemplare.
Ein Wort, eine Wirkung oder ein Blatt Papier?
Bei Ausdruck hilft oft schon die Umgebung im Satz. Ein „passender Ausdruck“ ist meist ein Wort oder eine Wendung. Ein „besorgter Ausdruck“ betrifft eher ein Gesicht, eine Stimme oder eine Haltung. Ein „lesbarer Ausdruck“ kann dagegen ein Dokument auf Papier sein. Dasselbe Nomen führt somit zu mehreren unterschiedlichen Bedeutungen.
- Sprache: Ein Ausdruck ist eine sprachliche Einheit, mit der etwas bezeichnet oder formuliert wird. Er muss nicht aus nur einem Wort bestehen.
- Gestaltung und Erscheinung: Ein Gesichtsausdruck, eine Geste oder ein Vortrag lässt etwas erkennen oder vermittelt eine Wirkung. Auch eine künstlerische Darstellung kann Ausdruck besitzen.
- Druck: Ein Ausdruck ist das Ergebnis des Ausdruckens. Das Wort kann außerdem den Druckvorgang bezeichnen, etwa wenn dessen Dauer beschrieben wird.
- Mathematik: Ein mathematischer Ausdruck ist eine nach bestimmten Regeln aufgebaute Zeichenverbindung. Er ist nicht automatisch ein sprachlicher Begriff oder eine vollständige Gleichung.
In der Wendung „zum Ausdruck bringen“ geht es um das Vermitteln eines Inhalts. Wer eine Bitte zum Ausdruck bringt, formuliert oder zeigt sie. Eine Wahrnehmung bleibt dabei eine Deutung: Ein Gesicht kann besorgt wirken, ohne dass wir den tatsächlichen Gedanken der Person sicher kennen. Ausdrucksvoll beschreibt eine eindringliche Wirkung; das Adjektiv meint nicht einfach, dass etwas ausgedruckt wurde.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| Formulierung | sprachlicher Ausdruck | Lenkt den Blick auf die konkrete sprachliche Fassung. |
| Bezeichnung | Ausdruck für einen Gegenstand | Betont das Benennen; nicht jede Formulierung ist eine Benennung. |
| Miene | Ausdruck im Gesicht | Passt zum Gesicht, nicht allgemein zu Musik oder Sprache. |
| Druckexemplar | Ausdruck eines Dokuments | Benennt eindeutig die Papierfassung und vermeidet die Verwechslung mit einer Wendung. |
Eigene Beispiele: ein sprachlicher Begriff
Ausgangssatz: Im Bericht wird der Ausdruck „Lernpause“ genauer erklärt.
Alternative: Im Bericht wird die Bezeichnung „Lernpause“ genauer erklärt.
Hier dient das Wort zum Benennen einer bestimmten Pause. „Formulierung“ wäre ebenfalls möglich, würde aber eher auf die sprachliche Gestaltung als auf die Benennungsfunktion lenken. Ein allgemeiner Austausch durch „Miene“ scheidet aus.
Eigene Beispiele: Papierfassungen
Ausgangssatz: Bitte bring zwei Ausdrucke des Entwurfs zur Besprechung mit.
Alternative: Bitte bring zwei Druckexemplare des Entwurfs zur Besprechung mit.
Gemeint sind zwei körperliche Exemplare. „Zwei Ausdrücke“ mit Umlaut würde Wörter oder Wendungen nahelegen. Eine Kopie könnte außerdem von einer vorhandenen Papierfassung stammen; Ausdruck benennt hier das Druckergebnis.
Der Ausdruck: zwei Pluralformen
Das Nomen ist maskulin. Im Singular lautet der Genitiv des Ausdrucks oder des Ausdruckes. Die folgenden Pluralspalten zeigen die unterschiedlichen Bedeutungen. Für den Vorgang des Ausdruckens wird das Wort gewöhnlich ohne Plural gebraucht.
Deklination von Ausdruck
Das Nomen ist maskulin. Im Singular lautet der Genitiv des Ausdrucks oder des Ausdruckes. Die folgenden Pluralspalten zeigen die unterschiedlichen Bedeutungen. Für den Vorgang des Ausdruckens wird das Wort gewöhnlich ohne Plural gebraucht.
| Fall | Singular | Sprache: Ausdrücke | Gedrucktes: Ausdrucke |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der Ausdruck | die Ausdrücke | die Ausdrucke |
| Genitiv | des Ausdrucks / des Ausdruckes | der Ausdrücke | der Ausdrucke |
| Dativ | dem Ausdruck / dem Ausdrucke | den Ausdrücken | den Ausdrucken |
| Akkusativ | den Ausdruck | die Ausdrücke | die Ausdrucke |
Der Umlaut gehört also nicht beliebig in jede Mehrzahl. „Fünf höfliche Ausdrücke“ bezeichnet fünf sprachliche Möglichkeiten. „Fünf farbige Ausdrucke“ bezeichnet fünf gedruckte Ergebnisse. Beim Dativ Plural kommt in beiden Fällen ein n hinzu: mit diesen Ausdrücken, mit diesen Ausdrucken.
Ausdrücken oder ausdrucken?
Auch die Verben unterscheiden sich: ausdrücken kann Gefühle oder Gedanken vermitteln; ausdrucken erzeugt eine Druckfassung. Die Verwechslung verändert den Sinn. „Sie kann sich gut ausdrücken“ bewertet die Art des Formulierens. „Sie kann den Text ausdrucken“ beschreibt eine technische Möglichkeit.
Beim Beschreiben genauer werden
„Ihr Ausdruck war auffällig“ bleibt unklar. In einer eigenen Beobachtung kannst du stattdessen schreiben: „Sie zog die Augenbrauen zusammen und hielt vor der Antwort inne.“ Erst danach folgt die vorsichtige Deutung, etwa dass sie skeptisch wirkte. Bei einem Text verbessert eine konkrete Formulierung die Erklärung: Nenne das Wort, statt lediglich einen „ungewöhnlichen Ausdruck“ zu behaupten.
Weitere Wörter mit unterschiedlichen Formen findest du bei den Substantiven.
