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ausziehen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ausziehen
Worttrennung
aus·zie·hen
Präsens
zieht aus
Präteritum
zog aus
Partizip II
ausgezogen
Hilfsverb
sein beim Wegziehen; haben beim Ablegen, Herausziehen und Verlängern sowie bei sich ausziehen

Formen und Verwendung im Detail

Ausziehen bedeutet häufig, Kleidung abzulegen oder eine bisherige Wohnung zu verlassen. Es kann außerdem das Herausziehen eines Teils, das Verlängern eines Möbelstücks oder das Herauslösen von Stoffen bezeichnen. Je nach Bedeutung steht im Perfekt haben oder sein.

Kleidung, Wohnung oder ausziehbares Teil?

Wer eine Jacke auszieht, legt dieses Kleidungsstück ab. Bei „sich ausziehen“ steht die Person als Ganzes im Blick. Welche Kleidungsstücke betroffen sind, bleibt ohne Ergänzung offen. Das Verb benennt die Handlung und enthält allein keinen Hinweis auf ihren Anlass.

Wer aus einer Wohnung auszieht, gibt sie als bisherigen Wohnort auf und verlässt sie. Das Nomen für diesen Vorgang lautet Auszug. Das ist mehr als kurz vor die Tür zu gehen. Wohin die Person anschließend zieht, muss zusätzlich genannt werden. Ausziehen ist deshalb auch nicht gleichbedeutend mit auswandern.

Bei einem Tisch oder Stativ meint ausziehen, ineinandergeschobene Teile auseinanderzubewegen und dadurch die nutzbare Länge zu vergrößern. Der Tisch wird nicht aus der Wohnung getragen. Auch einen Gegenstand aus einer Öffnung herauszuziehen kann ausziehen heißen.

Weitere Lesarten benötigen Fachzusammenhang: Stoffe lassen sich aus einem Material herauslösen; Wörter oder Stellen können aus einem Text herausgeschrieben werden. Beim Zeichnen kann eine vorgegebene Linie nachgezogen werden. Nicht alle diese Verwendungen sind im heutigen Alltag gleichermaßen geläufig.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
ablegeneine Jacke ausziehenPasst zur Kleidung, nicht zum Wohnungswechsel.
die Wohnung verlassen und aufgebenaus einer Wohnung ausziehenErklärt den dauerhaften Wohnortwechsel.
herausziehenein verschiebbares Teil ausziehenBetont die Bewegung eines Gegenstands.
verlängerneinen Tisch ausziehenBenennt das Ergebnis; die ausziehbare Konstruktion bleibt zusätzlich wichtig.

Eigene Beispiele: ein Kleidungsstück ablegen

Ausgangssatz: Nach dem Spaziergang zog Sami die nasse Jacke aus.

Alternative: Nach dem Spaziergang legte Sami die nasse Jacke ab.

Beide eigenen Sätze betreffen dasselbe Kleidungsstück. „Sami zog um“ bezeichnet dagegen einen Wohnungswechsel. Für den Kleidungswechsel müsste es „Sami zog sich um“ heißen. Eine kleine Änderung am Verb kann hier den ganzen Vorgang verändern.

Eigene Beispiele: den Wohnort verlassen

Ausgangssatz: Im Herbst zog Jo aus der bisherigen Wohnung aus.

Alternative: Im Herbst gab Jo die bisherige Wohnung auf und verließ sie.

Die zweite Fassung erläutert den Wohnungswechsel. Sie behauptet weder einen Umzug ins Ausland noch einen Streit. Anlass und neues Ziel lassen sich aus ausziehen allein nicht ableiten.

Zog aus: Welches Hilfsverb passt?

Ausziehen ist ein starkes, trennbares Verb. Die Stammformen lauten ziehen, zog und gezogen. Die Vorsilbe aus bleibt bei der Beugung erhalten.

Konjugation von ausziehen
Sechs Personen: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Die finiten Formen gelten für die im Text unterschiedenen Verwendungen; das Perfekthilfsverb richtet sich nach der Bedeutung. Bei reflexivem Gebrauch kommen die im Satz erforderlichen Pronomen hinzu.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichziehe auszog ausziehe auszöge aus
duziehst auszogst ausziehest auszögest aus / zögst aus
er/sie/eszieht auszog ausziehe auszöge aus
wirziehen auszogen ausziehen auszögen aus
ihrzieht auszogt ausziehet auszöget aus / zögt aus
sie/Sieziehen auszogen ausziehen auszögen aus
BedeutungEigenes PerfektbeispielHilfsverb
Kleidung ablegenSie hat die Jacke ausgezogen.haben
Sich entkleidenSie hat sich ausgezogen.haben
Wohnort verlassenSie ist aus der Wohnung ausgezogen.sein
Ein Möbelstück verlängernSie hat den Tisch ausgezogen.haben

Auch beim Aufbruch zu einem Vorhaben steht sein: Die Gruppe ist zu einer Erkundung ausgezogen. Das ist eine eher erzählerische Verwendung. Eine Form wie „Sie ist ausgezogen“ kann ohne Zusammenhang deshalb mehrdeutig bleiben; beim Bekleidungszustand ist außerdem eine bloße Zustandsbeschreibung möglich.

Auszuziehen mit ie

Der Infinitiv mit zu lautet auszuziehen, das Partizip ausgezogen. Im Nebensatz schreibt man zusammen: weil sie die Jacke auszieht. Der substantivierte Infinitiv beginnt groß: das Ausziehen der Jacke.

Ergänzungen vermeiden Missverständnisse

„Sie zog aus“ kann in einer Erzählung bewusst knapp sein. In einer Mitteilung ist die Ergänzung aus der Wohnung meist hilfreicher. Ebenso klärt das Objekt den Gegenstand: einen Tisch ausziehen bezeichnet etwas anderes als einen Tisch hinausziehen. Präzision entsteht hier durch den passenden Satzanschluss.

Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.